Prediger Jens Winkler in der Kirche Guttau/Malschwitz

Bibel - Gottes Wort - Errettung - Gottes Sohn -Jesus Christus -Leben - Glauben

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Die Bibel - Wort Gottes

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 07.01.2012 gg. 13:49

Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit, und wer die Heilige Schrift nicht kennt, der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit: die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.
Hieronymus, 347-420, lateinischer Kirchenvater

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Jahreslosung 2012

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 07.01.2012 gg. 13:45

Die Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den schwachen mächtig.
2. Kor. 12.9

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Jägergottesdienst in Guttau am 23.10.2011

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 23.10.2011 gg. 07:40

Jägergottesdienst in Guttau am 23.10.2011
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unseren Vater und den Herren Jesus Christus.

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?
Matthäus 16, 26 a

Waidmanns-Heil ! Waidmann-Heil!
Das ist Gruß den ich mein Jagdfreund gestern Abend nach einer erfolgreichen Jagd gewünscht habe.
Waidmann-Heil ist der Gruß der Jäger untereinander, wenn sie auf den Ansitz zur ihren Jagdkanzeln gehen.
Manche hohe Kanzel draußen im Revier ist jahrelang Ausgangspunkt jagdlichen Erlebens,
Dreh- und Angelpunkt des vieler Stunden.
Nicht anders ist es mit der Kanzel hier über den Altar in der Kirche in Guttau.
Sie ist der Ausgangspunkt gemeindlichen Hörens auf Gottes Wort , Dreh- und Angelpunkt der Feier eines jeden Gottesdienstes.
Wer auf ihr den Platz einnimmt und darauf steht, von dem erwartet man, dass er die Dickungen unseres Alltagslebens, aber auch die Schneisen und Täler unserer Lebenspunkte und Festtage sicher anspricht und das Ziele anzeigt.
Ein Höhepunkt jagdlichen Erlebens gerade jetzt in dieser Herbstzeit ist die Feier der Hubertus-Messe als Jägergottesdienst hier gemeinsam mit der Gemeinde, den Landeinbringern der Jagdgenossenschaft und den Jägern.
Jägergottesdienst ist Erntedankfest der Jäger. Das sieht heute auch an der festlich geschmückten Kirche.
Wie das Ansitzen auf hoher Jagdkanzel,
so fordert und bietet der heutige Gottesdienst
in der Kirche gleichzeitig die notwendige Ruhe,
weitet den Blick für die wichtigen Dinge des Lebens
und gibt Zeit und Raum zum Nachdenken über das jagdliche Handeln und des eigenen Lebens .
Gleichzeitig soll hierbei auch eine Standpunktfestlegung und Besinnung stattfinden.
Eine Besinnung auf den wesentlichen Mittelpunkt im Leben eines jeden Einzelnen von uns.
Eine Besinnung, eine Rückbesinnung darauf,
das wir als Menschen einmal ein jeder von uns Rechenschaft vor Gott über die unseres Leben abgegeben müssen.
Eine Besinnung besonders für uns Jäger,
die oftmals nach einer erfolgreichen Jagd meinen,
dass wir alle Probleme und Kämpfe im Leben allein lösen und uns darin über alles erheben können.
Getreu der Meinung:
Der Mensch als alleinige Krone der Schöpfung.
Der Mensch als alleiniger Maßstab aller Dinge.
Ein Volksspruch lautet::
Leben bedeutet ständiger Träume und ständige Kampf.
Für mich ist dieses Spruch ein Ausdruck unser menschliches Verhalten,
auch ganz besonders für unser männliches Verhalten
- wie es auch in der Hubertuslegende deutlich wird.
Wenn wir erwachsen werden, ist das Leben kein Spiel, aber unsere geheimen Träume bleiben.
Wir träumen uns hinein in eine Welt der Vorstellungen und ein Leben in Reichtum und Wohlstand. Tagträume.
Manchmal eben auch von einer erfolgreiche Jagd schon beim Ansitz.
Solche Träume hatten auch die Jünger Jesu,
als sie sich auf den Weg der Nachfolge mit ihm machten.
Einige waren im Beruf einfache Fischer am See Genezareth gewesen.
Jesus hatte sie zu Menschenfischern gemacht.
Jetzt träumten sie vermutlich davon,
ihm machtvoll zur Seite zu stehen,
wenn er als der neue König in Jerusalem einzieht.
Doch Jesus musste sie einstimmen auf das,
was wirklich kam – eine bittere Zeit des Leidens.
Auf die Ereignisse am Karfreitag!
Die Jünger reagierten mit Unverständnis.
Auch Petrus widersprach.
Doch Jesus fragte in die Runde der Jünger::
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“
Jesus stellte damals und damit auch uns heute hier die Schlüsselfrage für alle.
Durch welches Verhalten nehmen wir Menschen Schaden an unserer Seele, unseren Sein?
Was kann unseren Leben eine dauerhafte Heilung bringen?
In der Hubertuslegende gibt es zu der Beantwortung dieser Frage eine Schlüsselszene.
Die Legende des Heiligen Hubertus wird mit den verschiedenen Versionen überliefert.
In einer heißt es
“Als einst Hubert , der als reicher Mann an einen Hofe diente, an einem Karfreitag zur Jagd zog,
warnte ihn seine Gattin und flehte ihn dringend an,
den Todestag des Herrn Jesus nicht durch sein Handeln zu entweihen.
Er schien von der Warnung seiner Gattin gerührt, dennoch siegte die Jagdlust.
Er sprengte durch Wald und Busch, durch Wiesen und Gründe und verfolgte einen prächtigen Hirsch.“
Ich unterbreche hier die Legende an dieser Stelle für eine eigene Feststellung.
Es ist nicht nur bei Hubertus, es ist bei uns allen ein schmaler Grat zwischen Jagdleidenschaft und brennendem Jagdfieber.
Es ist ein schmaler Grat zwischen Mut und Übermut.
Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Einsatz eigener Stärke und eigener Talente
das in einem tödlichen Zweikampf enden kann.
Es ist ein schmaler Grat zwischen der Gabe,
andere Menschen zu leiten und zu führen,
und der Versuchung, sie zu beherrschen und zu verführen.
Es ist ein schmaler Grat zwischen dem Wunsch,
der Gemeinschaft zu dienen und ihre Gebote zu bewahren,
und dem Drang, gerade diese Gebote zu brechen,
sich über die Gebote zu stellen, um des eigenen Vorteils willen.
Jesus fragt seine Jünger dort :
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“

Es ist keine wirkliche Frage an unsere eigene Lebenseinstellung ,
sondern die Frage ist auch schon die Antwort dazu.
Jesus sagt Nein!
Es hilft nichts, die ganze Welt zu gewinnen.
Es hilft nichts, alles in der Jagd alles hineinzulegen um vor den anderen damit zu prallen,
wie einzigartig man darin ist.
Das würde unser Leben auch noch nicht sinnvoll und erfüllt machen.
Wir müssten über uns hinauswachsen
– hin zu unserer wahren Bestimmung, die in der Schöpfung bei Gott liegt.
Und das geht wohl nur,
wenn wir nicht die Welt in ihrer sich wechselnden Vorstellungen über den Sinn des Lebens gewinnen,
und auch nicht einen Zweikampf zwischen Mensch und Mensch, oder zwischen Mensch und Tier.
Es geht wohl nur, wenn wir von Zeit zu Zeit Abstand zu uns selber und zu unserem eigenen Tun gewinnen.
Besinnung und Neuanfang nach Erkenntnis wagen.
In der Bibel können wir von solchen“Auszeiten“ lesen.
In biblischer Zeit war die Wüste der richtige Ort, um Abstand zu gewinnen.
40 Tage ging Elia durch die Wüste.
Am Endes des Weges war er innerlich bereit,
Gott ganz anders zu sehen als er es sich erdacht hatte.
Jesus selber fastete 40 Tage in der Wüste und erlernte, dass man allen Versuchungen widerstehen kann.
Indem wir uns zurückziehen und sei es manchmal auf eine Jagdkanzel im Mondschein zum Ansitz,
indem wir Abstand zu uns selber gewinnen,
zu dem, was uns durch innere Unruhe umher treibt und belastet in unseren Leben,
und eben manchmal auch unseren Verstand vernebelt. Da entdecken wir plötzlich, das es uns gelingt,
von außen auf uns selber zu schauen und uns auch zu entdecken in unseren sein..
Der Impuls für diesen Blickwechsel – das Erschrecken über das eigenen Tun - muss wohl von außen kommen.
Wie bei Hubertus.
In der Hubertuslegende heißt es weiter:
„Als er dem Hirsch nahe kam und schon den Bolzen der Armbrust nach dem Tiere abdrücken wollte,
bleibt derselbe plötzlich stehen, wendet sich nach dem Jäger, und mitten in seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz.
Eine klagende Stimme ertönt:
‘Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich!’
Hubert erschrickt und erbebte bei diesen Anblick und Satz, warf seine Waffe von sich und flehte innig zu Gott um Erbarmen.
Darauf baute er sich eine Hütte aus Baumzweigen und Schilf und führte, von der Welt geschieden, in stiller Waldeinsamkeit ein bußfertiges, abgetötetes Leben.”
Hubertus findet in der Abgeschiedenheit eines Wald zu weider sich selbst.
Diese Begegnung mit Gott am Karfreitag, den Sterbetag Jesu am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde, führte dazu,
dass er sein Leben wirklich veränderte.
Später wurde er ein bedeutender Bischof seiner Zeit.
Wie das bei Legenden so ist, sie sind Ausdruck erzählerischer Kunst und gleichzeitig immer auch Ausdruck von Wahrheit.
Aber mit der Jagd muss er weiter verbunden geblieben sein, sonst würden wir uns heute nicht seiner gedenken las Schutzheiliger der Jäger..
Die Legende wird teilweise sehr verschieden erzählt.
Wie es wirklich damals gewesen ist,
das müssen wir auch nicht wissen ,
wenn wir nach der inneren Wahrheit dieses Geschehens fragen - heute hier in diesen Gottesdienst in dieser Gottesdienstgemeinde,
in der sich viele über die Jagd verbunden wissen und damit die große Schöpfung Gottes in der Natur entdeckt haben..
Ich denke, das wichtigste vor allen für uns heute ,
was in diese Geschichte uns vor Augen gestellt wird, ist, dass das Kreuz Jesu mit der Tier verbunden wird und uns zum Zeichen dienen soll.
Als ein Ereignis, als ein wichtiges Geschehen für die Menschen war das Kreuz in seiner Bedeutung aus der Bibel von Golgatha her bekannt.
Man wusste, es geht hier um Gottes Handeln an uns Menschen als seine Schöpfung
und um unsere Tat der Erlösung aus der Macht der Sünde und des Todes.
Die Legende des Hubertus machte deutlich,
dass das Kreuz, das Zeichen des Leidens von Golgatha am Karfreitag her,
das Zeichen des zerbrochenen Lebens durch Jesu sein Tod,
aber auch das Zeichen der Hoffnung durch seine Auferstehung auf neues ausgesprochen wird.
In der Hubertuslegende steht ein Mensch einem Tier gegenüber.
Er will sich nehmen, was er meint, was ihm zusteht.
Der Mensch als Krone der Schöpfung darf sich nehmen, was er will.
„Machet euch die Erde untertan, herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“
So heißt es doch im ersten Schöpfungsbericht .
Und so haben die Menschen ja über viele Jahrhunderte hinweg gehandelt.
Erst im letzten Jahrhundert ist die Frage nach dem sorgsamen Umgang mit der Natur und den Tieren in die Ferne gerückt.
Alles war seitdem scheinbar erlaubt, alles war machbar,
wir waren die Herren der Welt.
Heute spüren wir längst die Folgen, die wir in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten zu tragen haben.
Die Legende des Hubertus macht deutlich:
Wo wir Menschen der Natur und damit auch den Tieren des Waldes gegenüber stehen, stehen wir dem Angesicht Gottes gegenüber.
Unser Handeln an den Tieren steht in Beziehung zu Gottes Handeln mit uns,
das im Kreuz Jesu seinen bedeutsamsten Höhepunkt hat.
Hubertus wusste sich plötzlich in seinem Handeln nicht mehr nur sich selber gegenüber verantwortlich, sondern auch Gott.
Sein Wunsch, dieses Tier für sich erlegen zu wollen an diesen Karfreitag ,
wurde durch die Begegnung mit dem Kreuz in Frage gestellt. Lebensfragen wie:
Bin ich der Herr der Welt?
Kann und darf ich mir nehmen, was ich mir nehmen kann, darf ich tun, was ich tun kann?
Ist das Hirsch , ist die Natur nur ein Objekt, über das ich als Mensch frei verfügen kann?
Das Kreuz im Geweih des Hirsches gibt eine Antwort,
die auch heute noch bestand hat.
Es zeigt die Grenzen der Macht des Menschen,
es zeigt die Liebe Gottes, die auch dem Tier zugewandt ist,
es zeigt, wer der Herr ist und Schöpfer in dieser Welt.
Das Leben des Hubertus und damit auch sein Lebensinhalt wurde angesichts dieser Begegnung in Frage gestellt.
Es wurde umgekrempelt und verändert.
So wie das Leben eines Einzelnen in der Begegnung mit Gottes Wort durch die Bibel und die Predigt eine Veränderung bewirkt.
Es hat durch das Handeln in dem Leben einen Umkrempeln, besser gesagt Umkehr geschehen.
Darin liegt etwas, das bis heute seine Bedeutung nicht verloren hat:
Dass wir Menschen unser Leben in allen Bereichen in der Verantwortung vor Gott zu gestalten haben.
Es wäre gut, wenn wir alle das im Leben sehen würden,
was der Jäger bei der Jagd sieht .
Wir Jäger schauen bei der Jagd durchs Visier unserer Waffen.
Im Visier befindet sich ein Fadenkreuz.
Für den Jäger ist es die Mitte des Zielpunktes.
Wenn wir dieses Kreuz in den Visieren unseres Lebens nicht nur als Mitte des Zielpunktes verstehen würden, sondern als Hinweis darauf,
dass auch dieses Ziel mit den auferstandenen Christus in Verbindung steht,
dann würde unser Leben wie bei Hubertus eine andere Wendung nehmen.
Das Kreuz im Visier unseres Lebens,
das Kreuz als Zeichen der Hinwendung Gottes zur Schöpfung ist nötig in unserer verlorenen Welt,
es war immer nötig und es bleibt nötig,
um uns Menschen daran zu erinnern,
dass wir nicht die Herren dieser Welt sind,
dass unsere Wünsche und Möglichkeiten keinen Maßstab haben.
Heißt das nun für die Jäger unter uns,
dass wir die Waffen einpacken und nur noch mit dem Feldstecher auf dem Hochstand sitzen dürfen?
Wenn es um die Wälder unserer Heimat geht, dann muss man darüber anders urteilen.
Wenn Jagd zum Bestandteil und Ausdruck menschlicher Machtausübung wird,
wenn eigener Machttrieb den Umgang mit der Waffe bestimmt,
dann ist das Zeichen des Kreuzes ein wichtiges Zeichen der Umkehr.
Das Zeichen des Kreuzes aber zeigt uns auch,
dass wir nicht mehr im Paradies von Adam und Eva leben.
Das menschliche Leben ist bestimmt von dem Leben außerhalb des Paradieses,
von dem Leben der eigenen Gestaltung der Lebensräume.
Kulturraum nennen man das Neudeutsch heute.
Wenn denn der Mensch Kulturräume schafft, und Felder, Wiesen und Wälder sind unsere Kulturräume seit vielen Jahrhunderten,
dann bezieht die Pflege dieser Kulturlandschaft auch die Jägerei mit ein.
Und der verantwortungsvolle Jäger sieht auch genau dies als seine Aufgabe an.
Es geht um Erhaltung, Pflege und Hege des gesamten Wildes,um das Bebauen und Bewahren der umgebenden Schöpfung,
die von allen Menschen genutzt wird.
Es gibt bei uns keine unberührte Natur, keinen Urwald mehr.
Es lässt sich auch nicht mehr schaffen oder ganz zurückentwickeln.
Der Mensch hat die Natur kultiviert und daher trägt er auch seine Verantwortung für diese kultivierte Natur.
Aber es bleibt eine Gratwanderung.
Es ist nur ein schmaler Grat, auf dem wir wandern:
Die Fähigkeit zu bewahren und zu pflegen,
kann in Zerstörungswut umschlagen,
die Liebe in Hass und Weltverachtung.
Gott gebe uns offene Augen und Herzen und immer wieder auch den Mut umzukehren und falsche Wege zu verlassen.
Umkehren nicht nur in der Art der Ausübung der Jagd, sondern auch Umkehren und unsere Beziehung zu Gott neu zu ordnen in unseren Leben,
genau wie es Hubertus getan hat in seiner Bekehrung.
Diese neue Ordnung im Leben hat mit Jesus Christus, den auferstandenen Sieger von Golgatha ein Ziel,
das wir im Kreuz des Lebens anvisieren sollen.
Er kennt uns und er lädt uns auch heute ein, seinen Weg zu Gott gemeinsam zu gehen.
Damit wir das Ziel unseres Lebens erreichen, das dereinst bei Gott ist.
Damit das Waidmanns-Heil zum richtigen Heil im Leben eines jeden von uns wird.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft,der bewahre unseren Herzen und sinne in Christus Jesus unseren Herren.
Amen.

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Jägergottesdienst zur 2. Schleppjagd am 17.09.2011

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 17.09.2011 gg. 19:56

Jägergottesdienst zur 2. Schleppjagd am 17.09.2011
in Pließkowitz
1.Mose 1, 26 -27
Auf mancher Jagd und anschließenden „Schüsseltreiben“ wird mir wegen meiner Arbeit als Prediger in der Kirche dort oft folgender Vers zitiert:
„Man sagt, der Jäger sei ein Sünder,
weil selten er zur Kirche geht.
Im grünen Wald ein Blick zum Himmel
ist besser als ein falsch Gebet.”
Dieser Satz hat mich nachdenklich in vielerlei Hinsicht gemacht. Das Vorurteil von manchen unserer Zeitgenossen ist eben, das Jagd , Glaube an Gott und die Arbeit als Verkündiger nicht zusammen passen. Aber sind nicht gerade wir Jäger die,
die mit der Natur und der Schöpfung am meisten im Einklang leben und darin Gottes großes Handeln sehen.
Und gerade veleicht deshalb versammeln sich Jäger und wie hier heute Reiter und Pferdefreunde als Hüter und Bewahrer der Schöpfung zur Feier eines Gottesdienst zu Ehren des Schutzheiligen der Jäger des Hlg. Hubertus
Dieses Miteinander will uns erinnern und sensibel machen für die Bewahrung der uns anvertrauten Schöpfung Gottes.
Hubertus war Bischof von Maastricht.
Dass wir uns heute überhaupt noch an ihn erinnern, ist der Geschichte zu verdanken, die ihn zum Schutzpatron der Jäger gemacht hat.
Der Hubertus, zu dessen Gedächtnis jedes Jahr Anfang November der Hubertustag begangen wird, ist auf allen Bildern mit einem Hirsch dargestellt.
Dieser Hubertus war in seiner Jugend wie viele ein ziemlicher Draufgänger.
Als reicher Mann hat er der Geschichte nach am Hofe eines Fürsten gelebt und muss dort sehr ausgiebig seiner Leidenschaft der Jagd nachgegangen sein.
Jedenfalls wird von ihm berichtet, dass er wild und hemmungslos im Wald alles gejagt und erlegt haben soll, was ihm vor seinen Bogen gekommen ist. Schranken oder Skrupel kannte er dabei nicht. Lust an der Jagd, das war für Hubertus die Lust, das Wild zu besiegen. Und nur ein erlegtes Tier war ein besiegtes Tier.
Auch heute begegnet uns immer wieder diese Art zu jagen.
Nicht nur Wilderei und nicht einhalten von Schonzeiten muss hier genannt werden, sondern auch das mutwillige Verletzen von Tieren jeglicher Art.
Wenn man angesichts von solchen Geschehnisse noch von waidgerechten Jagd sprechen soll, versagt einen fast die Stimme.
Ist das noch eine echte, eine wahre Jagd, getragen von einer Achtung gegenüber Gottes Schöpfung, die uns hier begegnet?
Wäre das so, dann hätte mancher Zeitgenosse recht, der über die Jägergottesdienste sagt, das in dieser nur die Tötungsabsichten für die Jagd gesegnet und Hubertus als solches missbraucht wird.
Schließlich habe dieser nach seiner Bekehrung zu Gott vor lauter Beten keine Zeit mehr zum Jagen gehabt.
Aber so ist es nicht gewesen.
Hubertus selber hat auf einer seiner wilden Jagdtouren an eine Karfreitag morgens zur Kirchzeit eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus:
Ihm begegnete an diesem Karfreitag, dem Tag, an dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, der ans Kreuz genagelt wurde und starb, mitten im Wald ein weißer Zehnerhirsch mit einem leuchtenden Kruzifix zwischen den Stangen.
Tief beeindruckt von diesen Bild verzichtete er auf die Erlegung des Hirsches.
Er bekehrte sich zu Gott, trat in ein Kloster ein und lernte die Tiere als Geschöpfe Gottes neu achten.
So lautet die überlieferte Geschichte.
Die Freude am Jagen jedoch wird er wohl nie verloren haben.Anders wäre es nicht zu erklären, wie er zum Schutzpatron der Jäger geworden wäre.
Es gibt gerade auch vom christlicher Betrachtung her so etwas wie eine Ethik der Jagd.
Wenn wir uns ein Weidmannsheil wünschen, spiegelt sich darin diese wieder.
Natürlich ist mit diesem Gruß in erster Linie eine erfolgreiche Jagd verbunden.
Aber auch das Heil des Weidmannes schwingt darin mit. Was ist das, dieses Heil des Weidmannes?
Aus Sicht der Bibel ist es zu aller erst das Heil, das allen Menschen widerfahren ist, und zwar dadurch, dass Gott in seinen Sohn Jesus Christus, der zu uns Menschen gekommen ist um uns aus unserer Schuld zu erretten.
Gott wurde in ihm Mensch und hat sich mit uns Menschen bis in die tiefsten Tiefen des Leidens und Sterbens gelitten und mit dem Tod am Kreuz am Golgatha für unsere Sünden bezahlt.
Dort steht er an unserer Seite und hat die Schuld und Sünde vor Gott für immer bezahlt für jene, die dies in ihren Glauben annehmen.
Jesus Christus hat in seiner Auferstehung und seinem Leben bei Gott, unseren Vater, auch uns Menschen zu einem neuen Leben jetzt und in Ewigkeit berufen.
Das meint die Kirche, wenn sie von der Erlösung des Menschen spricht.
Das ist unser Glaube und unsere Hoffnung.
Das ist das Heil, das allen Menschen gilt, die diese Gnade Gottes in ihren Leben annehmen und leben.
Und nur vor diesem Hintergrund können wir nun auch vom Heil des Weidmannes, vom Weidmannsheil sprechen.
Wenn wir uns noch einmal Hubertus anschauen, so erscheint die positiv verstandene Jagd in besonderer weise etwas mit der Lebenseinstellung und dem Charakter des Jägers zu tun zu haben.
Nur wenn alles zusammenkommt, ein ausgeglichenes Gemüt, die Liebe zur Natur und den Tieren, Geduld und Ruhe auf der Kanzel, die richtige Atemtechnik beim Zielen und Abdrücken auf das zu erlegende Wild und vor allem Liebe und Respekt für das Leben im Wald und in der Natur, dann wird man wohl auch von einer Ethik der Jagd reden können.
Dann kann man von einer Einheit zwischen Jagd/Jäger und Natur sprechen.
Doch sagt sich das jeder Jäger selbst? Mit ihren Umgang in der Jagd und ihren Jagdmethoden?
Wer setzt die Kriterien für eine Ethik der Jagd?
Kann der Mensch seine Maßstäbe wirklich selber setzen, oder ist er gefangen in der gesellschaftlichen Meinung seiner Zeit?
Dieser Gottesdienst ist hier ein idealer Anlass, einmal darüber nachzudenken, wer uns nun eigentlich die Kriterien für solch eine Ethik der Jagd setzt.
Ist es der Mensch, der selbst gern Maßstab aller Dinge sein will, um zuletzt festzustellen, dass er oft den Lauf der Natur machtlos gegenüber steht.
In der Bibel heißt es dazu:
„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Vögel am Himmel und die Fische im Meer und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ 1. Mose 1,26+27
Schon bei den Schöpfungsbericht Gottes wird uns in der Bibel im ersten Buch des Mose im ersten Kapitel berichtet, bekommt der Mensch den Auftrag Gottes, über die Erde und alle Lebewesen, die Pflanzen und die Tiere zu herrschen.
„Macht euch die Erde untertan.“
Recht verstanden, haben wir hier alle einen großartigen Auftrag von Gott empfangen.
Gott hat uns hier eingesetzt, wir sollen so über die Erde herrschen, so, wie Gott selber es getan hätte.
Wie oft wurde dieser Satz aus der Bibel in der Geschichte bis heute grundlegend falsch verstanden.
Heute ist vieles in ihr zerstört.
Der Wald und dessen Bau wurde verändert und das Umfeld vieler Tieren nachhaltig und unwiederbringlich zerstört.
Heute stehen wir vor einem Scherbenhaufen, den dieses Verhalten, diese Ignoranz vor dem Recht auf Leben aller Pflanzen und Tiere verursacht hat.
Aber dürfen wir daraus ableiten, dass ein Eingreifen des Menschen in die Natur von sich aus schon verwerflich ist?
Müssen wir nun sagen, aus christlicher Sicht dürfen wir die Natur nicht weiter ausbeuten, sondern müssen uns vielmehr aus ihr zurückziehen?
Ich halte diese Einstellung für sehr einseitig und falsch.
Gerade in einer Zeit wie dieser, in der unsere Natur, die Tiere und Pflanzen in unseren Wäldern und Wiesen so gefährdet sind, brauchen sie die Hege und Pflege gerade von uns Menschen, insbesondere von uns Jägern.
Es ist leider wahr, dass in der langen Geschichte der Welt das ökologische Gleichgewicht durch uns Menschen so nachhaltig gestört worden ist, dass sich die Natur, sich selbst überlassen, nur schwerlich ohne Hilfe von uns erholen könnte.
Wir, als Menschen, Pferdefreunde und Jäger, die sich in Wald und Feld aufhalten und das Leben dort beobachten und erleben, wissen das vermutlich am besten.
Viel von und sind von ihrer Einstellung her mehr Naturschützler, auch wenn manche Andere das anders sehen.
Gerade in unserer Zeit kommt uns daher eine besondere, eine geradezu von Gott gegebene Aufgabe zu, die Bewahrung der Schöpfung Gottes in der Einheit von Natur und Hege..
Was wäre unsere Natur, was wären die Tiere im Wald und auf den Wiesen ohne uns Jäger, die da draußen sind und den Bestand des Wildes in einem gesunden und ökologisch sinnvollen Gleichgewicht halten.
Solch eine recht verstandene Jagd darf sich dann auch der Lust erfreuen.
Die Freude und das Erleben in der Natur, die enge Verbindung zu den Tieren, das beobachten und verfolgen der Entwicklung, das hegen und pflegen und natürlich auch jagen und erlegen nachempfinden zu können.
Auch die Jagd ist ein vom Schöpfer gegebene Gabe, der schließlich das Überleben der Menschheit mit gesichert hat.
Der Mensch ist seit alters her ein Jäger und Sammler.
Die Freude an der Jagd lässt sich durch die gesamte Geschichte der Menschheit verfolgen. Recht verstandene Jagd, das ist der von Gott gegebene Auftrag zur Bewahrung und Pflege der Natur, die sich von Menschenhand zerstört nicht mehr selber bewahren und erhalten kann.
Die rechte Jagd ist also ein wahrer Gottesdienst, unser Dienst, Ihr Dienst für Gott und dessen Schöpfung.
Sich dementsprechend an dieser sich zu verhalten, das ist die Kultur und Ethik der Jagd.
Das sollte uns auch heute bei dieser Schleppjagd hier in Pließkowitz uns allen bewusst sein.
Gott hat einen Bund mit allen Lebewesen der Erde, mit all seinen Geschöpfen geschlossen.
Wir stehen hier als Menschen in einer Reihe mit den Pflanzen und Tieren dieser Erde.
Zweifelsohne jedoch in einer besonderen Funktion:
Als Menschen, als Krönung der Schöpfung Gottes, nach dem Maß unserer Möglichkeiten die Umwelt und Natur zu hegen und zu pflegen.
Auf diese Weise und nur auf diese Weise die Jagd betrieben, kann sie wahre Freude bereiten.
Und so und nur so erlangen wir, erlangen Sie das Heil zum Weidmannsheil.

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Familiengottesdienst

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 11.09.2011 gg. 05:56

Familiengottesdienst in Quatitz/Guttau
Matth6. 24-33

Anspiel der Kinder

Wer von uns kennt das eigentlich noch aus der Zeit von vor zwanzig Jahren als eine Schar von oftmals selbsternannten Versicherungsvertretern aus Familie - und Bekanntenkreis uns unser Leben und die Familie so gegen fast alles versichern wollte

Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Lebensversicherung, Sozialversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Rückversicherung, Kinderversicherung, Hausratversicherung, Kfz-Versicherung, Sachversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Privatversicherung, Kapitallebensversicherung, Autoversicherung, Rechtsschutzversicherung, Vollkaskoversicherung, Pflichtversicherung, Direktversicherung, , Risikolebensversicherung, Vollversicherung, Restschuldversicherung um nur eine wenige zu nennen.
Und viele haben sich gegen vieles Versichern lassen. Manche habe ihr Leben gleich bis zu drei Mal in einer Lebensversicherung abgesichert. Und viele haben sich gegen etwas versichert, was in einen „normalen“ Leben so gut wie nie als Schadensfall eintritt.
Doch im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass das Leben oftmals trotz aller dieser Versicherung , die uns gegen alles absichern sollen, andere Bahnen geht, gegen die man sich eben nicht versichern kann, auch nicht zu einen sehr hohen Preis .
Da wo sich das Leben auf Grund von Wechsel des Wohnort, Veränderungen im Beruf und Veränderung in der Familie durch Trennung und Neuanfang tiefgreifend verändert, sind diese Art von Versicherung sinnlos.
Dort bekommt das Wort „Sicherheit“ dann eine neue Dimension.
Über diese Art Versicherung hören wir heute etwas aus den Predigttext.
1. Sorgen von Menschen.
Wer sich heute darüber beklagt, dass er Sorgen hat,
beklagt sich im Grunde darüber, dass er ein Mensch ist.
Ehrlich gesagt habe ich in meinen Bekannten und Freudenskreis noch keinen Menschen kennen gelernt, der im Leben nicht ohne Sorgen hat
Die Natur mit ihren Pflanzen haben keine Sorgen:
„Seht die Lilien auf dem Felde an … so sagt es Jesus
Tiere haben auch keine Sorgen:
Seht die Vögel unter dem Himmel an…
Die Tiere treffen zwar Vorsorge, aber Sorgen haben sie keine. Sie legen sich Nahrung für den Winter zurück, kümmern sich um ihren Nachwuchs.
Aber dass sie das tun, hat nichts damit zu tun, dass sie sich Sorgen machen könnten.
Das ist der natürliche Ablauf. Es läuft einfach wie in einen Plan eben ab.
Menschen aber haben Sorgen in ihren Leben.
Meine Mutter sagte über mich und mache schlaflose Nacht :
„Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“
Zum Menschsein gehört es, dass wir uns Sorgen machen. Weil wir Menschen nämlich eine Vorstellung von Zukunft haben.
Wir können uns zwar vorstellen, wie und was Morgen mit unseren Leben sein könnte und malen uns das oftmals in den schönsten Farben.
Wir sind im unseren Überlegungen nicht gefangen im Hier und Heute und sind keine Knechte des Augenblicks.
In unserer Gedanken können wir uns vorstellen, wie es morgen oder übermorgen oder in zwei Jahren sein könnte.
Und dann gibt es schöne und heitere Dinge, die wir uns vorstellen können, aber eben auch die Vorstellung der Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die uns Probleme bereiten.
Die Dinge, die uns ängstigen, bei denen wir nicht wissen, wie sie ausgehen werden, wie wir ihnen umgehen sollen.
Zum Beispiel:
Was passiert, wenn im nächsten Jahr die Arbeit in der Firma weniger wird
Gehöre ich dann zu denen, die entlassen werden? Oder wird meine Stelle verlagert und ich muss große Strecken zurücklegen? Vielleicht, hoffentlich bleibt aber auch einfach alles so wie es war?
Ein weiteres Beispiel
Mein Kind ist jetzt in die Schule. Werde ich mit der neuen Situation umgehen könne? Werde ich es schaffen? Wird sie sich wohl fühlen wird in der neuen Klasse? Kommt es mit dem hohen Lernziel zurecht? Können wir als Familie und Eltern dazu den Druck auffangen und ausgleichen?
Menschen haben Sorgen, weil sie um den morgigen Tag wissen. „Menschsein ohne Sorgen” - das ist eine Illusion.
Daher besteht bei uns allen das Bedürfnis, sich eben gegen alles absichern zu lassen, so wie die Kinder es in ihren Anspiel uns gezeigt haben.
Wer uns als Lebensinhalt sagen möchte, wir sollten uns nicht sorgen, sondern einfach in den Tag oder in den Monat hinein leben, der verkennt eine Grundbedingung menschlichen Lebens.
„Sorge dich nicht, lebe einfach deine Leben in den Tag hinein” - so funktioniert das richtige Leben nicht. Auch nicht wenn man es als Bestseller uns so darstellen will!
Sorgen sind menschlich und eines unserer Grundzüge des Daseins.
Natürlich zu viele Sorgen sind unmenschlich.
Das wissen wir alle.

2. Grenzen
Wer sich zu viele Sorgen um sich selbst macht, der lebt nur noch im Morgen der Zukunft
Er verkennt: das Leben findet Hier und Heute statt.
Er verliert womöglich jeden Lebensmut und die Hoffnung für das, was jetzt, hier realität und notwendig ist.
Deshalb müssen Sorgen begrenzt werden.
Und jeder von uns tut das auch, die einen mehr, die anderen weniger mit seiner Lebenseinstellung.
Einer möglichen Krankheit versuchen wir mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen vorzubeugen,
regelmäßige Fortbildungen sollen den Arbeitsplatz sichern helfen,
für den Fall eines schlimmen Unglücks schließen wir eine Versicherung ab und legen regelmäßig Geld zurück.
Auf das, was kommen könnte, versuchen wir uns einzustellen, indem wir vorsorgende Strategien entwickeln.
Zum Beispiel
Es wäre gut, wenn die Ehefrau wieder ein bisschen mitarbeiten könnte. Dann hinge man nicht so stark an dem einen Gehalt. Vorsorglich schickt sie die ersten Bewerbungen los.
Mit dem Kind besuchen wir die Schule, versuchen ihm zu erklären, was dort kommt und bemühen uns, Vorfreude und ein bisschen Stolz zu wecken. „Und schau mal, deine Freundin aus den Kindergarten wird auch da sein. Ihr werdet sicher in die gleiche Klasse kommen”.
Und für uns selbst nehmen wir uns vielleicht vor: wir werden die Noten nicht mit denen der anderen Kinder vergleichen.
Weil Sorgen Grenzen brauchen, versuchen wir Menschen, ihnen Grenzen zu setzen. Aber manchmal müssen wir feststellen: Sorgen sind wie Katzen. Sie können sich dünn machen. Sie sind wendig. Sie ziehen den Bauch ein und schlüpfen durch die Ritzen unserer Grenz-Zäune.Sie schleichen sich auf leisen Pfoten von hinten an.Und gebären ständig Junge. Haben wir die einen in ihre Grenzen gewiesen, so stehen schon die nächsten da.
Die menschliche Fähigkeit sich Sorgen zu machen ist ungleich größer als die Fähigkeit, die Sorgen zu begrenzen. Und deshalb ist es gut, dass sich noch ein anderer Sorgen um uns macht.

3.Begrenzung durch den Unterschied

Die Kunst, Sorgen zu begrenzen besteht in der Kunst, Sorgen zu unterscheiden.
Jedenfalls sieht Jesus das so in unseren Predigttext.
Als er in den Text darauf zu sprechen kommt, dass Menschen sich Sorgen machen, erinnert er sie an die Pflanzen und Tiere, die sich eben keine Sorgen machen.
Aber er sagt nun gerade nicht:
Werdet wie die Lilien! Lebt endlich wie die Vögel - ganz ohne Sorgen. Weil klar ist: das geht nicht!
Jesus verkennt die Situation der meisten Menschen nicht.
Vielmehr sagt Jesus: Schaut sie euch einmal an, die Lilien, das Gras, die Vögel. Wenn ihr sie genau beobachtet, versteht ihr etwas Wesentliches vom Leben.
Sie machen sich nämlich nicht unendlich Mühe mit ihrem Leben.
Sie säen nicht, sie arbeiten nicht, entfalten keine wilde Betriebsamkeit, dieses ganze Gewese ist ihnen fremd - aber - sie leben doch!
Bei den Lilien, an den Vögeln, dort könnt ihr sehen:
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind unverfügbar.
Der Rahmen ist gesetzt.
Dass wir überhaupt leben - es ist unserer Sorge entzogen. Es ist ein Geschenk.
Wenn wir jeden Tag aufstehen können, mehr oder weniger gesund - es ist weitgehend unserer Sorge entzogen.
Ein anderer kümmert sich.
Die Welt, in der wir uns tagtäglich vorfinden, die unser Raum zum Leben ist und uns mit Gutem versorgt - sie ist Werk Gottes.
Der Liederdichter Paul Gerhardts schrieb folgende Liedverse:
Was sind wir doch? Was haben wir /
auf dieser ganzen Erd, /
das uns, o Vater, nicht von dir /
allein gegeben werd?
Wenn Jesus unseren Blick auf die Lilien des Feldes und die Vögel des Himmels lenkt,
dann lenkt er unseren Blick auf die vielen Dinge unseres Lebens, die scheinbar so selbstverständlich sind und uns immer schon geschenkt sind.
Und um die wir uns nicht sorgen brauchen und um die wir uns auch gar nicht sorgen können.
Sachsen, die so sind, weil wir sind nicht in der Hand haben.
„Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft”.
Es gibt also offensichtlich zweierlei Sorgen:
Sorgen, die allein der Fürsorge Gottes als Schöpfer und Herr dieser Welt anheim gestellt sind. Es sind die Grundvollzüge unseres Lebens.
Der große Rahmen. Hier kümmert sich Gott selbst.
Und er übersieht dabei keinen Menschen in Not und Freude, auch nicht das Kleinste und auch nicht das Schwierigste.
Und daneben gibt es Sorgen, die gehören zu unserem Alltag.
Sie sind die Bedingungen unseres Lebens.
Die Kunst, das eine vom anderen zu unterscheiden, ist die Kunst Sorgen und Nöte zu begrenzen.
Denn dann werden die Größenverhältnisse zu Recht gerückt. Dann wird das versichert sein uns helfen.
Unsere Sorgen werden nicht völlig zum Verschwinden gebracht, aber sie werden auf diejenige Größe zurückgeführt, die ihnen in den Leben eines einzelnen zu kommt.
Großes wird groß und Kleines wird klein, weil für den guten Hintergrund unseres Lebens immer schon gesorgt wird.
Deshalb müssen wir die Sorgen unseres Alltags nicht gefährlicher nehmen als sie sind.
Wir sollten sie aber auch nicht einfach weg reden, denn - zuweilen gibt es eben doch große und schlimme Sorgen.
Sorgen zu begrenzen heißt:
Im Namen Gottes Sorgen zu unterscheiden.
Dann können wir uns in Gelassenheit und mit Augenmaß um das kümmern, was unserer Sorge im Leben anvertraut ist.
Sorgen zu begrenzen heißt auch, diese vor den lebendigen Gott zu bringen im Gebet und auf seine Weisheit zu vertrauen.
Wenn ihr etwas bittet in meinem Namen, so werde ich es tun. Joh 14,14
Und alles andere wollen wir getrost Gottes Sorge sein lassen, denn: Unser himmlischer Vater weiß, wessen wir bedürfen.
Amen

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11.So.n.Trin.

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 03.09.2011 gg. 16:39

11.So.n.Trin.
Predigtgottesdienst in Quatitz
Matth 21,28-32

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unseren Vater und unseren Herrn Jesus Christus. Amen.

Wer Kinder hat, kennt das Spiel in der Familie schon.
Da kommt der Vater mit einer Bitte um Erledigung zu eines der Kinder.
Oftmals sind es Kleinigkeiten, um die es dabei geht.
Den Müll aus der Wohnung bringen, die Zeitung holen, bei der Oma im Garten den Rasen mähen.
Meisten bekommt man zur Antwort auf sein Anliegen:
„Vater, das mach ich gleich“
Aber dabei bleibt es auch. „JA“-Sager und „Nein“ Tuer.
Die Erledigung des Auftrages durch die Kinder bleibt aus und manchmal fragt man sich dann,
was denn aus dieser Jugend so werden soll.
Doch waren wir in unserer Jugend besser?
Auch unter uns waren die einen folgsamer,
die anderen weniger einsichtiger.
Und ob das früher wirklich so gut war, dass die Erziehung weitaus strenger war als heute?
So ähnlich vielleicht mit den selben Gedanken scheint es den Vater hier in unseren Gleichnis ebenfalls zu gehen.
Doch Jesus erzählt dieses Gleichnis nicht,
um auch heute uns Eltern noch deutlich zu machen, was bereits seit vielen hundert Jahren sich in der Beziehung Eltern-Kind abspielt.
Vielmehr hat Jesus diese Alltagsszene erzählt, damit wir das Geheimnis des Reiches Gottes entdecken.

1.
Doch zurück zu unseren Predigttext.
Jesus wollte hier keine Nachhilfe geben,
als er den Hohenpriestern und den Ältesten damals in Jerusalem dieses Beispiel aus dem Leben erzählt hat.
Sie selber, die zuhörende Jerusalemer Oberschicht,
waren mit diesem Gleichnis gemeint.
Und sie haben über sich selber ihr Urteil gesprochen,
indem sie der Rede Jesus zustimmen,
dass es nicht allein aufs Reden,
sondern aufs Tun und damit Handeln danach ankommt.
Sie, die Schriftgelehrten und Priester, sind die Ja-Sager und Nein-Tuer.
Aber die am Rande der Gesellschaft, auf die sie von ihrer scheinbaren oberen Position herabsahen,
und die eigentlich mit Gott nichts zu tun hatten
die ursprünglichen Nein-Sager also –
die tun seinen Willen, Gottes Willen am Ende doch.
„Die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reichs Gottes als ihr.“
Begonnen hatte jener Tag von den unserer Predigttext berichtet, mit der Vertreibung der Händler vom Tempelgelände.
Und mit diesen harten Worten lässt Jesus schließlich die Zuhörer dort stehen.
Dass dieses sich dann ein paar Tage später überlegen, wie sie ihn aus dem Weg schaffen könnten, ist eigentlich gut zu verstehen.
Wie kommt Jesus dazu, ein solches hartes Urteil zu fällen?
Das müssen wir uns auch deswegen fragen,
weil wir Kirchgänger heute morgen ja eindeutig eher den Frommen in Jesu Gleichnis und nicht mit den anderen am Rande der Gesellschaft vergleichbar sind.
Die jüdischen Oberen in Jerusalem,
die hier so harte Worte hörten, waren mit Ihren Leben durchaus gestandene und ehrbare Männer.
Da waren auf der einen Seite die mehr für die Politik zuständigen „Hohenpriester und Ältesten“,
die mit anderen zusammen den Hohen Rat bildeten.
Und auf der anderen Seite die für das religiöse Leben verantwortlichen „Schriftgelehrten und Pharisäer“.
Die Schriftgelehrten waren sehr bewandert in der Schrift (Tora) und in den alten Überlieferungen und taten gewiss auch das, was ihnen darin vorgeschrieben war.
Der rechte Glaube an den Gott ihrer Väter lag ihnen am Herzen.
Auch die Pharisäer waren besonders eifrige und fromme Leute, denen man ihre Redlichkeit auf keinen Fall absprechen konnte.
Sie geben ihrem Gott die Ehre, so wie der eine Sohn, der seinem Vater ehrerbietig und ohne Zögern Gehorsam verspricht.
Wie kann ihnen Jesus vorwerfen, dass sie zwar ja, ja sagen, aber Gottes Willen nicht tun?
Zum einen vielleicht, weil sie in seinen Augen letztlich Gottes Liebe nicht leben:
Sie sehen herab auf jenen anderen Menschen,
die am Rande der Gesellschaft stehen.
Heute würden wir dazu Menschen mit schwieriger Herkunft sagen
Sie sind für sie geradezu nicht vorhanden und sie sehen über sie hinweg.
Ja genau genommen noch mehr:
Weil sie nach ihren eigenen strengen Maßstäben
nicht an Gott glauben,
und weil sie von ihrer Standpunkt ein moralisch gesehen sehr zweifelhaftes Leben führen,
werden sie nach deren Meinung überhaupt nie vor Gott mit ihren Leben bestehen können.
Sie sind abgeschrieben.
Das steht für die Pharisäer und Schriftgelehrten jetzt schon fest.
Die Welt dieser jüdischen Männer ist in Ordnung.
Wer gut und wer böse ist, steht fest und bleibt fest in ihrer Denkweise und ihren Ansichten.
Den Ausgang des jüngsten Gerichtes dereinst wie es in der Schrift beschrieben ist, kennen sie schon.

Und noch ein zweites unterscheidet diese ehrbaren Männer von den Zöllnern und Dirnen; und das ist wohl das Ausschlaggebende:
Sie sehen in diesen Jesus von Nazareth nur den Störenfried, den Provokateur, den anderen ,
der die fein ausgeklügelte gesellschaftliche und religiöse Ordnung im dem von den Römern besetzten Land durcheinanderbringt.
Sie können nur taktisch mit ihm umgehen und übersehen dabei das Wichtigste,
dass in diesem Jesus Gott selber sich ihnen zuwenden will.
Gott ist nicht zu finden im strengen Einhalten von Geboten und Verboten, sondern in diesem Jesus. Zugespitzt gesagt:
Man achten auf den papierenen Gott,
übersehe aber den lebendigen.

Und der in diesem Jesus erlebbare Gott war gerade den Außenseitern der Gesellschaft wichtig.
Nur durch ihn konnten sie, die Zöllner und Dirnen, mit Gott überhaupt noch etwas anfangen.
Sie waren nicht Gott gläubig im damaligen und auch nicht im heutigen Sinne,
da braucht man gar nicht drumherum zu reden.
Sie waren auch moralisch gesehen überhaupt keine Engel, keine leuchtendes Beispiel.
Aber wie sollten sie auch eine gute Meinung von Gott haben, wenn die Priester, die Theologen und die Frommen sie nur ablehnten und verurteilten.
Wie will man etwas anfangen mit einem Gott,
von dem man dauernd nur hört, dass er einen ja sowieso schon längst abgeschrieben hat?

Das hat sich erst durch Jesus geändert:
Er hat sie nicht abgeschrieben,
er hat sie nicht verurteilt,
er hat sie nicht abgelehnt.
Der kleine Zöllner und Betrüger Zachäus z.B. wollte Jesus sehen, stieg deswegen auf einen Baum und machte sich dadurch zum Gespött der Leute.
Zu ihm kehrt Jesus zum Essen ein und gibt ihm dadurch die Ehre.
Von den Frommen, die sich wohl auch gerne mit Jesu Anwesenheit geschmückt hätten, muss er sich anhören, dass man das nicht tut.
Oder nehmen wir das Zusammentreffen Jesu mit jener verheirateten Frau, die man im Ehebruch ertappt hat und zu Jesus führt:
Er verurteilt ihr Tun, aber er verurteilt sie nicht,
er schreibt sie nicht ab, sondern er fragt nur,
ob vielleicht jemand von diesen Frommen,
die die Frau her zerren, ohne Sünde sei.

Noch einmal: Dass Jesus sich mit diesen Außenseitern der Gesellschaft abgegeben hat, bedeutet nicht,
dass er ihren Lebenswandel und ihr Tun auch für recht gehalten hätte.
Jesus hat ihr Tun schon beim Namen genannt,
aber er hat sie als Menschen, als Geschöpfe Gottes akzeptiert.
“Geh hin und sündige hinfort nicht mehr”, hat er zu der Frau gesagt.
Und der Zöllner Zachäus hat sich, durch die Begegnung mit ihm verwandelt, bereit erklärt, was er den Leuten systematisch an Zoll zuviel verlangt hat, nun vierfach zurückzuerstatten.
Aus dem ursprünglichen Nein-Sager ist durch die Begegnung mit Jesus ein Ja-Tuer geworden.
Der zuvor sein Leben ohne Gott gelebt hat,
hat nach der Begegnung mit Jesus sein Leben gewandelt und tut nun, was vor Gott recht ist.
Er gleicht dem ersten Sohn, der auf die Bitte seines Vaters nein sagt, dann aber bereut und doch seinen Willen tut.
Umkehr zu Gott , dass ist das Ergebnis in der Begegnung mit den Auferstandenen.

Wo sind nun unter uns die Ja-Sager und Nein-Tuer, also die, die eilfertig ihren Glauben bekennen,
aber dann doch nicht tun, was Gott will?
Wo sind die Nein-Sager und Ja-Tuer,
die mit Gott erst einmal nichts anfangen können,
aber dann doch Gerechtigkeit und Liebe üben?
Wem gilt Jesu Gleichnis im Guten wie im Bösen?

Wir möchten, den damaligen Frommen gleich,
auch gern die Menschen um uns herum einteilen in gute und böse, in fromme und nicht fromme.
Wir möchten gerne wissen, wer die Bösen und Guten im Gleichnis und wer die Bösen und Guten heute sind. Und das Ergebnis ist ja meistens:
Wir die Guten. Die anderen die Bösen.
Jesus ordnet eben nicht ein, er legt Menschen mit ihren Handeln im Leben nicht fest.
Er gesteht einem jeden Menschen zu, dass er sich zum Guten hin ändern kann, dass ihn sein „alten und bisheriges Leben reuen kann.
Ein neues Leben,das von einer Umkehr hin zu Gott und den lebendigen Glauben geprägt ist.
Wenn einer mit Gott nichts anfangen kann,
muss das nicht so bleiben.
Und der, der sich sehr selbstverständlich unter die Glaubenden rechnet, muss achtgeben,
dass sein Glaube an Gott nicht zur reinen Routine und der Gottesdienstbesuch zur guten Gewohnheit wird.
Glaube muss lebendig bleiben und sich auch im Laufe wandeln und verändern lassen.

Alle ohne Ausnahme müssen wir uns bei diesen harten Worten Jesu in der Stille an uns selber prüfen:
Wo sind wir im Leben und im Glauben Ja-Sager und Nein-Tuer.
Wie viele Jas werden vor Gott ausgesprochen,
wie viele Glaubensbekenntnisse werden gebetet,
und bleiben dann doch nur Lippenbekenntnisse,
weil die Taten den Bekenntnis nicht folgen?
Und andererseits:
Beschämen uns gar viele Menschen in unseren Leben, die zu Gott und zu Jesus nein sagen,
die aber in ihrem Tun, in ihrem Eintreten für Gerechtigkeit und Frieden uns Christen vorangehen?
Ja-Sager und Ja-Tuer, die wären in der heutigen Zeit gefordert:
Menschen, bei denen das Reden und Handeln zusammen stimmen in ihren Leben.
Menschen, die aus dem Glauben an Gott heraus sich für Glauben, Gerechtigkeit, Frieden und die Erhaltung der Schöpfung einsetzen.
Menschen auch, die sich wie Jesus um Außenseiter kümmern und sie nicht abschreiben.
Menschen, die ihren erlebten Glauben als Zeugen weitergeben.
Tröstlich ist für mich das Ende der Worte Jesu:
Es heißt, Zöllner und Dirnen, die ihr Leben geändert haben, würden den Frommen und Ehrbaren ins Himmelreich vorausgehen; es heißt nicht, dass die anderen nicht hineinkämen.
Die Reihenfolge kann ich getrost der Gnade Gottes überlassen.
Wundern werden wir uns eh, wem wir bei Gott einmal alles begegnen werden. Amen

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Johannesandacht Joh. 3,22-30

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 23.06.2011 gg. 08:29

Johannesandacht auf den Friedhof in Malschwitz / Guttau
Johannes 3, 22-30

Als ich diesen letzten Vers aus den Johannesevangelium jetzt wieder gelesen hatte,
wurde ich an Erlebnisse aus meiner Kindheit erinnert.
Früher, als ich ein Kind war, haben sich meine Eltern nach der Arbeit bei sehr wenig Zeit immer nur die Todesanzeigen in der Zeitung angesehen.
Ich habe mich damals schon darüber lustig gemacht,
was an diesen Anzeigen so besonderes sein soll.
Ich weiß nicht, ob es auch an den zunehmenden Alter liegt, aber ich schaue jetzt ebenfalls oft nur die Todesanzeigen in der Säch. Zeitung an und werde manchmal betroffen.
Und das nicht nur, weil man die Verstorbenen kannte, sondern weil man dabei oftmals feststellt, dass das eigene Geburtsjahr jetzt schon öfters in den Anzeigen genant wird.
Das gibt einen schon fürs eigene Leben zu denken und man merkt selbst, dass der Zenit des Lebensweges erreicht ist und die Endlichkeit des Lebens hier eine zeitlich bemessene Spanne ist, deren Ende keiner von uns kennt.
Oder anders gesagt, mein Leben geht schon auf die abnehmende Seite zu und der Tod kann bald eine greifbare Erfahrung werden.
Die eine Zeitspanne wächst ,während die Zeitspanne zum Ende hin abnimmt.
Gerade hier auf den Friedhof sollten wir uns dieser Zeitlichkeit immer wieder bewusst werden.
Und nicht nur bewusst werden, sondern sie sollte uns gerade dazu anregen nachzudenken,
über unser Leben und unsere Lebenseinstellung
Nachdenken über unseren Glaubens und den Sinn unseres Dasein.
Und nicht nur überdenken, sondern sich darauf auch im eigenen Leben auch fest verlassen können.
Gibt es heute eigentlich noch Dinge in unseren Leben,wo wir uns vorbehaltlos auf etwas verlassen können?
Manche meinen, dass es ihr Reichtum an Geld ist und werden oftmals eines anderen belehrt.
Haben wir nicht in unser jetzigen Lebenssituation, im Beruf , in Arbeitslosigkeit und in unseren Umfeld unseres Lebens nicht viele Gelegenheiten um misstrauisch zu sein nach den erlebten Erfahrungen?
Da bleibt einen im Leben oft nur das Suchen und Vertrauen auf einen festen Halt im Leben.
Da bleibt einen nur das Hoffen auf einen Felsen in der Brandung des Meeres der Welt, an den man diesen festen Halt finden kann.
Da bleibt einen nur die Suche nach einen beständigen Licht in dieser Welt, um das man die Dunkelheit,
die uns trotz Sonnenschein umgibt, durchdringen kann und den wahren Weg des Lebens finden kann.
Gerade hier auf den Friedhof, an den Gräber der Verwandten, Freunde und Bekannten,
in Anbetracht des Todes und der Vergänglichkeit der Dinge auf dieser Erde, unser eigenen Unvermögens,
stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens,
nach unseren Sein.
Da bleibt einen nur das feste Vertrauen auf Gott und seinen Zusagen an uns in seiner Schrift
Und ich denke im Bezug darauf und auf die vorhin gehörten Verse hat unsere heutige Feier am Johannestag ein tiefere Bedeutung.
Der Johannestag teilt das Kirchenjahr.
Von ihm bis zum Heiligen Abend sind es genau ein halbes Jahr, sechs Monate.
Heute in sechs Monaten feiern wir wieder Heilig Abend in unserer Kirche.
Damit kommt ihn eine besonders Bedeutung zu,
die sich deutlich in den Worten des Johannes widerspiegeln, der in unserer Text sagt:
„ Er, Jesus, muss wachsen, ich, Johannes muss abnehmen.
Der dies sagt, ist der Johannes der Täufer, dessen Geburtstag wir heute gedenken.
Er war als Prophet der letzte Vertreter des Alten Testaments.
Johannes der Täufer war nicht der verheißene Messias,
auf den Israel so lange schon gewartet hat.
Johannes aber hat Jesus diesen Weg bereitet,
indem er die Botschaft Gottes,
das Wort Gottes im Alten Testament in die Herzen der Menschen pflanzte und sie taufte.
Er tauft mit der Taufe der Busse.
Es war die Botschaft der Umkehr zu Gott und die Buße der Sünde und Schuld vor Gott für sein Leben.
Wie wichtig ist es damals wie heute doch,
Gottes Wort in unseren Leben einen Platz zu geben.
Johannes der Täufer war Wegbereiter Jesu.
Sein Kommen wurde uns durch den Propheten Jesaja angekündigt, genauso wie der Messias von ihn beschrieben worden ist.
Johannes der Täufer hat auf seinen Weg und in sein Handeln für Gott,
immer von sich weg gewiesen und auf das Kommen Jesus hingewiesen.
Er hat den Herrn wahrhaftig den Weg bereitet.
Er hat sich nur als ein Vorbote und Verkündiger der Botschaft Gottes gesehen,
Jesus aber als den Messias, der Retter .
Er stellt sich, trotzdem er Jesus getauft hat,
unter das kommende Wirken Jesus, des Gottessohnes.
Johannes der Täufer war der Prediger der Wüste gewesen, der unseren Herrn und Heiland Jesus Christus den Weg bereitet hat und Gott eine ebene Bahn.
Das ist sein Verdienst.
Auch für unser Leben kann Johannes der Täufer zum Zeichen der Erneuerung werden.
Denn Jesus will unserer Rettung vom Tod.
Die Begegnung mit Jesus, den Sohn Gottes verändert Menschen – damals wie heute.
Aus Verbrecher werden Jünger, Kranke werden geheilt und das Evangelium, die frohe Botschaft des auferstandenen Christus wird verkündigt.
Schon damals wie auch heute stößt die Verkündigung des Evangeliums auf die Ablehnung bei Menschen.
Es wird deutlich, dass das Kommen des Reiches Gottes in dieser Welt auf Widerstand stößt, und eben nicht nur auf irdischen, sondern auf Widerstand der Mächte.
Auch heute steht der Glaube an den Auferstandenen im Gegensatz zu dieser Welt, in der wir leben.
Es ist ein Anstoß und meist auch ein Ärgernis in dieser Welt.
Der Bote, der den kommenden Christus angekündigt hat, Johannes der Täufer, wurde geköpft.
Jesus Christus selbst, der Sohn Gottes, wurde für uns gekreuzigt.
Und seine Nachfolger stehen immer in der Gefahr um des Evangeliums willen ähnliches zu erleiden, auch heute.
Und sie haben es erlitten, wie es uns die Bibel in Zeugnissen beschreibt oder wir es aus Zeugnissen wissen..Wir leben hier in Deutschland in einen Schutzzone.
Aber wir wissen durch die Meldungen der nur zu gut, wie bedroht doch der Glaube an Jesus Christus in unserer Welt heute ist.
Am Himmelreich Gottes und an der Ewigkeit nimmt diese Welt Anstoß.
Mit dem Kommen Johannes des Täufers und seiner Ankündigung des Messias ist das Kommen des Reiches Gottes angebrochen.
“Das Himmelreich ist nahe herbei gekommen.”
Mit seiner Botschaft steht der Täufer an der Schwelle zum Zukünftigen.
Jesus selber predigt dies – in unser Heute und unser Jetzt hereinragende - im Glauben dies heute zu erfassende künftige Reich.
Er rechnet mit dem Tag des Menschen Sohn, mit seiner baldigen Ankunft in Herrlichkeit.
Der Täufer ist mit seinem Wirken und mit seiner Botschaft das unübersehbare Signal.
Johannes der Täufer spricht in seiner Botschaft vom Gericht Gottes.
Er spricht vom künftigen Zorn, von der Axt, die schon zum Hieb bereit ist, vom Fegen der Tenne und dem unauslöschlichen Feuer.
Es war seine Aufgabe, als Prediger in der Wüste, das Gericht Gottes und sogleich das Kommen des Menschensohnes anzusagen.
Doch Jesus weiß das noch ganz anderes.
Er verkündigt den Sieg der Gnade und der Liebe Gottes für alle, die sie annehmen wollen und sich von der Macht der Sünde und des Todes lossagen und den Weg Gottes gehen wollen.
Die durch die Tat Jesu Christi am Kreuz auf Golgatha frei geworden sind, die im letzten Gericht freigesprochen werden durch die Annahme dieser Gnade.
Das Gericht Gottes findet statt, aber nur einer muss es erleiden, Gottes Sohn, der stellvertretend für uns am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld Gott gegenüber bezahlt hat.
Und sogleich stellt uns Gott an die letzte Schwelle zwischen Leben und Tod, die wir - Gott allein kennt den Zeitpunkt- überschreiten werden.
Doch stehen wir heute zwischen den Gräbern unserer Eltern, Freunde und Verwandten,
die uns mahnen und uns die Vergänglichkeit des irdischen Lebens zeigen.
Eine Mahnung, die nicht nur aus den Papier der Zeitung in Form einer Anzeige besteht, sondern die eine feste Realität in jeden Leben ist.
Doch wir stehen nicht ohne Hoffnung hier, sondern dürfen auf die Auferstehung von den Toten hoffen und auf Gottes Zusagen, die wir in seinen Wort der Bibel finden und die uns am Sonntag in der Predigt verkündigt wird
Sind wir für sein Werk an unseren Leben bereit und lassen wir Gott in unsere Herzen?
Ist er Herr unseres Lebens?
Denn Gott hat sein letztes Wort noch nicht gesprochen.
Heute ist noch Zeit der Gnade ! Lassen wir ihn doch ein in unseren Herzen und unseren Leben.
Gerade im Angesicht der Gräber,
die Aufforderung und Mahnung an uns sein sollen,
eine Antwort auf die Frage des Lebens für uns selbst geben zu können.

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Predigtgottesdienst in Guttau am Pfingstmontag

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 13.06.2011 gg. 08:21

Predigtgottesdienst in Guttau am Pfingstmontag
1 Mose 11, 1-9

Habe sie eigenen Kinder? Oder kennen sie die Kinder in ihrer Nachbarschaft und sehen ihr aufwachsen von klein an mit zu?
Die meisten von uns haben Kinder und wissen,
wie extrem schwierig manchmal es in der Erziehung
der Kinder im Laufe des Erwachsenwerdens sein kann.
Die Eltern und die Großeltern wollen immer nur das Beste für die „Kleine“.
Wenn die Kinder noch klein sind, sind oft kleine Dinge, die einen manchmal nerven und Sorgen bereiten.
Meine Mutter hat über mich immer gesagt:
„Kleine Kinder kleine Sorgen - große Kinder große Sorgen.“
Je größer die Kinder werden, um so mehr Dingen im Leben stellen sich dann ein.
Besonders in der der Zeit der Pubertät im Alter von 14-16 Jahre kann man das Erleben.
Oftmals führt man ein Gespräch über wichtige Dinge des Zusammenlebens in der Familie
und stellt dann darin fest, dass man scheinbar ,
obwohl wir eine gemeinsame Muttersprache haben,
doch in unterschiedlicher Sprache miteinander reden und wir trotz alle gegenseitiger Bemühungen uns nicht verstehen können.
Das Wort von der babylonischen Sprachverwirrung ist sprichwörtlich geworden.
Wir benutzen es immer dann, wenn Menschen mit verschiedenen Worten dasselbe sagen wollen und es nicht bemerken.
Wir benutzen es auch, wenn Menschen mit denselben Worten etwas Unterschiedliches meinen.
»Wir sprechen nicht dieselbe Sprache!«
so sagt man dann oft einmal, wenn das Verstehen schwer und die Missverständnisse zahlreich werden.
Nicht immer ist damit dann unsere Muttersprache gemeint.
Wenn Menschen einander im Konflikt gegenüber stehen, fällt es ihnen schwer eine gemeinsame Sprache zu finden.
Manchmal ist es so schwer, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als am Ende getrennte Wege zu gehen.
So ähnlich muss es den Menschen beim Turmbau zu Babel damals auch gegangen sein.
Und um die Frage von Verstehen und Nichtverstehen
geht es auch bei den Predigttext des heutigen Pfingstmontags.

1.
Diese alttestamentliche Text beginnt wie ein bei einer alten Geschichte:
“Es hatte aber alle Welt einheitlich in Sprache und Wort.”
Das klingt in der Tat etwas märchenhaft,
weit weg von unserer Zeit, in der die verschieden- sprachigen Völker nebeneinander leben,
manche auch in sogenannten Vielvölkerstaaten.
Nicht wenige Staaten auch heute grenzen sich misstrauisch von anderen ab.
Ist nun das, was die alttestamentliche Geschichte sagen will, weit weg von unserer Gegenwart,
für uns also bedeutungslos?
Schauen wir uns unseren Predigttext genauer an.

Gewöhnlich wird dieser heutiger Predigttext
sogar in der Überschrift in der Lutherbibel –
als die “Geschichte vom Turmbau zu Babel” bezeichnet, jedoch vom Ursprung zu Unrecht.
Da ist ja keineswegs nur vom Turmbau die Rede, sondern es heißt ganz zu Beginn:
“Nun werden wir uns eine Stadt samt Turm bauen”.
Es geht also auch um den Bau einer Stadt.
Beides nun – die Großstadt und ihr riesiger Turm – sollen dazu dienen, dass sich die Menschen,
die Erbauer ihres Ansinnens,
einen Namen machen wollten,
dass sie sich nicht aus den Augen verlieren,
sondern alle zusammen leben können.
Wenn man den Text genau betrachtet,
dann geht es in der Geschichte nur vordergründig um den Turm und die Stadt,
es geht viel mehr aber um das Verhältnis der Menschheit zu Gott, den Schöpfer.
Etwas für die Menschheit – d. h. für alle Menschen – Typisches in ihrem Verhältnis zu Gott soll mit dem Bau der Stadt und des Turms aufgedeckt werden.
Es geht hier in erster Linie um die Einheitlichkeit der Menschheit in Überzeugung, Sprache und Wort,
die Gott zerschlägt,
doch nicht um die Bauvorhaben Stadt und Turm.
Darum beginnt die Geschichte auch mit den Worten: “Es war einmal die ganze Welt einheitlich in Sprache und Wort”, und sie schließt mit dem Satz:
“Dort hat Gott die Sprache der ganzen Welt verwirrt und sie von dort über die ganze Erde zerstreut.”
Darum trifft Gottes Strafgericht auch nicht den Turm oder die Stadt als das zu erschaffenen Bauwerk, sondern die Einheit der Menschheit,
indem Gott die Menschen in Sprachen getrennt über die ganze Erde zerstreut.

2.
Lassen Sie uns vom Text zu verstehen versuchen, warum Gott die Einheit der Menschheit zerschlug.
Kommt uns sein Eingreifen nicht merkwürdig vor, vielleicht sogar anstößig,
gerade auch in der heutigen Zeit,
in der auf vielfältige Weise Frieden und Eintracht innerhalb der Menschheit hergestellt werden soll,
Klingt da die alte Geschichte aus den AT nicht befremdlich, in der Gott selber Uneinheitlichkeit hervorruft?
Wenn es nur um den Bau des Turmes ginge,
dann wäre Gottes Handeln nicht recht verständlich.
Was ist denn daran so schlimm, wenn Menschen ihren Verstand einsetzen und mit Hilfe der Technik gewaltige Bauwerke errichten?
Doch werden in unserer Geschichte nicht Technik und Kultur aufs Korn genommen,
sondern der Umgang der Menschheit mit Technik und Kultur.
In ihrem Umgang damit offenbart sich nämlich das Wesen der Menschheit, ihre Überheblichkeit:
„Alles, so scheint auch für uns heute, ist machbar durch die Krönung der Schöpfung, den Menschen.“
Wir erleben es in unserer Zeit, wohin solche Überzeugung führt.
Einige Stichworte mögen genügen: Umweltprobleme – Unfälle in Kernkraftwerken - Veränderungen der Erbanlagen bei Menschen .
Das überhebliche, die menschlichen Grenzen nicht wahr haben wollende Wesen der Menschheit,
wird in unserer Geschichte mehrfach zum Ausdruck gebracht.
Der Bau eines riesigen Turms ist an und für sich nicht verwerflich;
verwerflich ist aber die dahinter stehende Haltung der Menschen:
Die Spitze des Turms soll “bis in den Himmel reichen”. Mit dem Himmel ist in der Bibel die uns Menschen verborgene und unzugängliche Welt Gottes gemeint. Eine Menschheit, wie sie in unsrer Geschichte gezeichnet wird, meint also tatsächlich,
von sich aus mit Hilfe ihrer Kultur und ihrer technischen Errungenschaften in Gottes Bereich selber vordringen zu können.
Es geht hier also im tiefsten darum,
dass die Menschen Gott gleich sein wollen.

Wenn sie mit dem Turm erst in Gottes himmlische Welt gelangt sind und mit ihm auf einer Stufe stehen,
dann brauchen sie sich von ihm auch nichts mehr sagen zu lassen.
Dann können sie auf sein Wort und seine Gebote verzichten und ihr Geschick selbst in die Hand nehmen.
Unsere Geschichte beschreibt dieses menschliche Streben sehr konkret:
Wir brauchen Gott nicht.
Wir können auch alleine für uns sorgen.
Wir bauen darum eine Stadt und einen riesigen Turm. Die Stadt bietet Wohnraum für uns alle,
und der Turm ist auch von weither sichtbar,
so dass wir immer wieder in unsere Stadt zurückfinden.
Alles ist wohlüberlegt und scheinbar logisch.
Doch lässt Gott die Menschen bei ihrem Treiben nicht gewähren,
denn sie überschätzen ihre Möglichkeiten, wenn sie meinen,
Gott gleich werden und mit ihren Leistung im Leben die Distanz und Kluft zu Gott überbrücken zu können.
Im Grunde versuchen die Menschen,
ein Reich ohne Gott aufrichten, in dem sie selber seinen Platz einnehmen.
Sie sorgen für die Zukunft, sie bauen vor, sie wollen ihre Einheit sichern, aus eigener Kraft und an Gott vorbei. Dabei verdrängen sie die Tatsache, dass sie nur Menschen, Geschöpfe Gottes, sind, die Gott nötig haben.
In Gottes Augen befinden sich die Menschen in einem verhängnisvollen Irrtum, wenn sie meinen, ohne ihn auskommen zu können.
In Gottes Augen ist das Vorhaben der Menschen lächerlich.
Sehr bildhaft wird in unserer Geschichte davon gesprochen,
dass Gott aus seiner himmlischen Welt “herabsteigen” muss, um den Turm und die Stadt überhaupt sehen zu können.
Das bedeutet nun nicht, dass Gott kurzsichtig ist, sondern dieser Zug soll uns anschaulich machen,
wie lächerlich das menschliche Streben ist,
sein zu wollen wie Gott, ja zu meinen,
mit dem allmächtigen Gott auf einer Stufe stehen zu können.
Gott muss “herabsteigen”, um den “Riesenturm” überhaupt wahrzunehmen.
Und sie macht damit zugleich noch etwas anderes klar, auf das wir gleich noch zurückkommen:
Wenn das Verhältnis Gott–Menschheit enger werden soll, dann geschieht das nicht so,
dass wir Menschen Gott durch ein bestimmtes
und sei es noch so ausgeklügeltes – Tun näher kommen,
sondern es geschieht allein so, dass Gott “herabsteigt”, dass er selber von sich aus auf uns Menschen zukommt.
Nur Gott, der Schöpfer selber kann die Distanz seiner Menschheit durch die Sünde entstanden ist zu ihm überwinden.
Dieser dadurch entstandene Kluft ist für uns Menschen nicht überbrückbar.
3.
Die Geschichte endet damit, dass Gott dem irrigen Treiben der Menschen ein Ende bereitet, indem er ihre bisherige Einheitlichkeit zerschlägt.
Aus Güte und Liebe zu seiner Menschheit sieht Gott sich zum Eingreifen genötigt,
wie es in unserem Text heißt: “Ja, sie sind ein einziges Volk, denn sie haben eine Sprache, und dies ist nur der Anfang ihres Handelns.

Nun wird ihnen nichts mehr unmöglich sein von dem, was sie sich zu tun anmaßen.
Nun wollen wir hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner mehr die Sprache des anderen verstehe.
So zerstreute sie Gott von dort über die ganze Erde, und sie mussten aufhören, die Stadt zu bauen.”
Gottes Strafgericht hängt mit seiner Sorge um seine Menschheit zusammen, es ist ein vorbeugendes Gericht.
Eine Menschheit, die über ihren Schöpfer meint,
ohne Gott auskommen und seinen Platz einnehmen zu können,
muss vor dem Ausleben dieser Fehleinschätzung bewahrt werden.
Gott zerschlägt darum die Einheit der Menschheit und erschwert die Gespräche untereinander,
um künftiges menschliches Handeln gegen ihn oder an ihm vorbei zu erschweren.
In der Geschichte der Welt finden wir Beispiele genug,
wie eine Gesellschaft ohne Gott aussieht,
in der man etwa das Paradies auf Erden mit menschlichen Mitteln herstellen zu können meinte, denken wir nur an den versuch des Kommunismus/Sozialismus hier bei uns.
In einer solchen Gesellschaft ist es mit der Freiheit des Einzelnen vorbei, und die verordnete Einheitlichkeit ist nur mit polizeilicher Gewalt und Gesinnungsterror aufrecht zu erhalten.
Nur eines kann die Menschheit retten: Dass Gott, der Schöpfer und Herr der Welt – wie es unseren Text plastisch zum Ausdruck bringt – “herabsteigt”
und die Distanz von uns Menschen zu ihm von sich aus überwindet.
Und das hat Gott Selbst getan, wie es uns in seiner Schrift berichtet wird.
In seinem Sohn Jesus Christus – das ganze Neue Testament handelt davon – ist Gott uns Menschen ganz nahe gekommen.
Jesus Christus hat einen Jüngerkreis um sich gesammelt, zu dem er von Gottes Barmherzigkeit und Menschenliebe,
aber auch von Gottes Gericht und unserer Verantwortlichkeit Gott gegenüber gesprochen hat.
Für uns Menschen – für unsere Gottesferne entstanden aus unser Schuld und Sünde,
und unseren menschlichen Widerstand gegen eine höhere Instanz, gegen Gott selber –
hat Christus dann gelitten und sein Leben am Kreuz auf Golgatha hingegeben, stellvertretend für uns alle um unserer Schuld und Sünde.
Gott hat sein Opfer angenommen und seinen ihm bis in den Tod gehorsamen Sohn von den Toten auferweckt – uns Menschen zur Hoffnung in einer verlorenen Welt.

Der Auferstandene ist seinen Jüngern erschienen und hat ihnen Glauben an sein neues, unvergängliches Leben geschenkt.
Bevor er “in den Himmel”, d.h. zu seinem himmlischen Vater ging, hat Christus seinen Jüngern versprochen, dass er ihnen den Heiligen Geist senden werde.
Durch dieses unsichtbare Band ist der zu Gott erhöhte Christus mit seinen Jüngern und allen nachfolgenden Christinnen und Christen verbunden und nahe.
Das Kommen dieses Geistes feiern wir am heutigen Pfingstfest, dem Geburtstag der Kirche.
Wenn wir die Pfingstgeschichte und die Geschichte vom Turm und der Stadt miteinander vergleichen,
dann entdecken wir, dass die Pfingstgeschichte im Grunde die Gegengeschichte zur Erzählung vom Turm- und Stadtbau ist.
Ging es in dieser um die Sprachverwirrung,
also um die Zerschlagung der in Gottlosigkeit anstrebenden Einheit der Menschheit,
so geht es in der Pfingstgeschichte um eine neue Einheit der Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprachen,
doch nicht mehr gegen, sondern mit Gott.
Durch das Wirken des Gottesgeistes heute,
durch den Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes,
werden weltweit Menschen geeint, zusammengeführt, haben sie etwas, das sie im Tiefsten verbindet, können sie einander verstehen. Juden, Asiaten, Ägypter, Griechen und Römer werden in der Pfingstgeschichte genannt.
4.
Die “heilige christliche Kirche”, zu der wir uns im Glaubensbekenntnis bekennen, ist nichts anderes als eine weltweite Gemeinschaft von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Sprachen,
die durch den gemeinsamen Glauben an Gott und Christus zusammengeführt und zusammengehalten werden.
Gott hat der Menschheit Maßstäbe angelegt,dass sie sich nicht grenzenlos von ihm fortentwickeln kann:
Das ist die Aussage der Geschichte vom Stadt- und Turmbau.
Mit der Kirche als die Gemeinde ,
also der Gemeinschaft der Christen,
hat Gott der Menschheit – auch uns hier zum Gottesdienst Versammelten – einen Weg eröffnet,
im Heiligen Geist, d.h. in der glaubenden Verbindung mit ihm und nicht an ihm vorbei,
durch die Zeit zu gehen bis in die Ewigkeit.
Das ist die Aussage der Pfingstgeschichte.

Amen.

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Abgelegt unter:Allgemein — Jens am 09.06.2011 gg. 06:58

Ich wünsche allen Glaubensgeschwistern und Lesern der Botschaft ein gesegnetes Pfingstfest in Erwartung der Wiederkunft auf unseren auferstandenen Herren Jesus Christus. Gott segne Dich!

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Lukas 24,35-45

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 25.04.2011 gg. 07:45

Predigtgottesdienst in Guttau
Lukas 24,35-45

Ein frohes Osterfest - so hat man es mir an diesen Wochenende bei fast jeder Verabschiedung,
sei es beim Einkauf,auf der Straße,
auf den Gang zu den Gräbern auf den Friedhof oder nach den Ostergottesdienst hier in unserer Kirche gewünscht.
Ich habe geantwortet:“ Gleichfalls,. Frohes Ostern.“
Als ich in den Vorbereitungen an diesen Gottesdienst gearbeitet habe, viel mir dieser Gruß ein und
ein wenig darüber nachgedacht:
Was hat man mir denn eigentlich und was habe ich den Anderen damit gewünscht?
Ein frohes Osterfest - dass wir uns den Magen mit den zu viel Essen, Trinken und den bunten Ostereiern,
die es beim Osterfrühstück gestern gab nicht verderben und hinterher klagen müssen?
Ein frohes Osterfest, dass es über Ostern einmal keine Katastrophe irgendwo auf der Welt geben möge ,keinen Flugzeugabsturz, keinen schweren Unfall auf der Autobahn?
Ein frohes Osterfest, dass es uns allen vergönnt sein möge und den vielen Menschen in Frieden zu leben?
Ein frohes Osterfest. dass wir uns an diesen Tagen einmal Zeit nehmen, um den großen Horizont unseres Lebens zu erfassen und nicht bei den kleinen Dingen und Wehwehchen im beginnenden Alter hängen zubleiben?
Haben wir uns das gewünscht?
Es sind keine genaugenommen keine schlechten Wünsche, die einen als Abschiedsgruß gesagt worden sind. .
Aber sind es die Wünsche, die „Ostern“ meinen,
die der Bedeutung des großen Festes der Kirche gerecht werden?
Was haben Sie sich für Ostern gewünscht?
Unser Predigttext redet nicht von solchen Osterwünschen, aber von den Oster-Erfahrungen,
die Gott uns gerade auch heute schenken will, und in denen unsere Wünsche zutiefst ihr Erfüllung finden.

1
Doch zurück zum heutigen Predigttext.
Ratlose und damit auch kopflos sind die Jünger damals nach den Ereignissen der Kreuzigung.
Sie hatten Nachrichten gehört, mit denen kamen sie einfach mit ihren Lebenserfahrungen nicht zurecht.
Zwei Tage zuvor hatten sie Jesus Leiden und Sterben da am Kreuz auf Golgatha miterlebt - aus sicherem Abstand vom Geschehen.
Alleingelassen hatten sie Jesus , zum Teil bewußt verleugnet.
Und eines im Nachgang war sicher:
Wen die Römer nach der Hinrichtung freigaben zur Beerdigung, der war tot.
Und so lag für sie die Sache klar:
Jesus, der Rabbi und Meister, den sie eine lange Zeit als seine Jünger nachgefolgt sind ,
der sie im Auftrag Gottes gelehrt hatte und mit den sie Wunder erlebt haten,
liegt im Grab und mit ihm alle ihre Hoffnungen, all ihre guten Erfahrungen, all ihre Erinnerungen.
Aber da gab es dann diese aufgeregten Berichte:
Die Frauen, die morgens an sein Grab waren wollten ihn gesehen haben,
Petrus, der ihn drei mal verleugnet hatte, soll ihm begegnet sein,
Auf dem Weg nach Emmaus sollt er sich mit zweien den Jünger unterhalten haben und mit ihnen das Brot gebrochen haben., wie wir es im Evangelium im Gottesdienst hörten.
Ich kann mir bei solchen Nachrichten es richtig gut lebendig und bildhaft vorstellen:
Die verbliebenen Jünger sind im Geheimen beieinander und reden über die Ereignisse des Tages.
Das Thema heißt „Begegnung“ und „Auferstehung“.
Alles, was an Erlebnissen, Berichten und Argumenten zu sagen ist, das kommt ins Gespräch und damit, wie der Volksmund sagt, auf den Tisch.
Petrus schwört auf seine guten Augen,
die beiden Emmaus-Wanderer reden von ihrem brennenden Herzen,
die Frauen wissen von dem Engel und seiner Botschaft dort am Grabe.
Und vielleicht sagt einer sogar:
Seit Jahrhunderten glauben wir an die Auferstehung von den Toten und bekennen sie in jedem Gottesdienst.
Aber tief in allen sitzt die vollkommene Ratlosigkeit.
Die Erfahrung in ihren bisherigen Leben spricht gegen alles und damit dagegen:
Tot ist tot, und es ist noch keiner zurückgekommen. Alles andere ist Spinnerei und Phantasie und Wunschvorstellung.
Man muss Realist sein - so könnte einer sagen und die anderen würden wohl traurig nicken,
weil die Realität als Erfahrung aus den Leben immer nur trauriges Nicken hervorbringen kann.
So könnten sie streiten, reden und wären heute noch nicht am Ende.
So geht es ja auch, wenn wir über „Auferstehung“ und die Erlebnisse und damals heute miteinander reden.
Bekannte Argumente werden gewechselt,
Meinungen ausgetauscht, aber es bleibt alles irgendwie in der Luft hängen. Etwas fehlt.
Aber dann geschieht, was alle Argumente überholt: Jesus, der geliebte Meister und Rabbi, den den sie kennen, er tritt mitten unter seine Jünger.
Er ist da, er ist bei ihnen.
Sie müssen nicht mehr über „Auferstehung“ und ob es das gibt, reden und argumentieren:
Der Auferstandene steht vor ihnen, spricht zu ihnen, isst mit ihnen.
Das gilt bis heute: Die Rede um Auferstehung und ob es so etwas gibt und erlebbar ist,
hört in dem Augenblick auf, wo der Auferstandene unter seine Leute tritt, wo wir es selbst erfahren:
Er ist hier, er ist mitten unter uns.
Damit sind damals und auch heute nicht alle Fragen beantwortet - schon gar nicht die, wie und was man über Auferstehung denken soll.
Aber damit steht eine Erfahrung im Raum, die alle Fragen überholt und damit beantwortet.
Diese Gegenwart des Auferstandenen ist uns verheißen, versprochen, verbürgt: durch den Geist Gottes, durch den Heiligen Geist und bezeugt durch die Schrift.

2.
Jesus macht die Schrift uns erst verständlich
Viele Menschen zur jeder Zeit lesen in der Bibel.
Viele verstehen leider davon nicht viel oder garnichts.
Dann kommen dann die Fragen wie:
Wie kriege ich eigentlich einen Zugang zur Bibel?
Wie kann die Bibel zu mir reden.
Das ist eine Frage, die viele Menschen beschäftigt.
Da sind so viele unterschiedliche Geschichten -
wie soll ich das alles verstehen?
Mancher hat sich dann irgendwann vorgenommen:
ich lese die Bibel von vorne bis hinten.
Danach muss doch alles klar sein.
Spätestens bei den Aufzählungen der Geschlechter der Israeliten im AT hören die meistens aber schon auf,
bei den Schilderungen der unendlich vielen Gesetze.
Aber auch wer sich durchgekämpft hat, fragt dann oft etwas unsicher:
Was ist denn eigentlich die Mitte?
Worauf läuft die ganze Geschichte hinaus?
Genau an dieser Stelle gibt der Auferstandene den Jüngern Antwort:
Die Mitte der Schrift - das ist die Liebe Gottes zu seinen Menschen.
Diese Liebe hat mich für eure Schuld und Sünde ans Kreuz auf Golgatha gebracht.
Diese Liebe hat den Tod durchdrungen.
Diese Liebe bin ich in Person, und ich rufe euch hinein in diese Liebe.
Und dann kann Jesus den Jüngern die Geschichte der Sünde und Schuld der Menschen aus der Schrift zeigen und die Geschichte der Geduld Gottes,
die Geschichte von Hass und Sünde und Lieblosigkeit und die Geschichte von Erbarmen und Treue und durchgehaltener Liebe bis ans Ende.
Und dann kann er ihnen zeigen,
wie die Liebe und das Erbarmen und die Treue siegen - über allen Tod hinweg, den dadurch die Macht über uns genommen wird.
Das ist nicht nur Theorie, das ist nicht vage Hoffnung - das ist erfüllt in seiner Auferstehung zur Ostern für uns alle.
Sein Wort ist das Wort dessen, der nicht nur bis zum Tod am Kreuz auf Golgatha durchgehalten hat,
trotz aller scheinbaren Verlassenheit von allen,
sondern der durch den Tod hindurch
die Wahrheit über Gott und die Welt,
über dich und mich erkennen lässt..
In den Begegnungen mit dem Auferstandenen gewinnen die Jünger auf einmal einen ganz neuen Durchblick durch die alten Schriften und einen neuen Durchblick durch das Leben, einen neuen Lebenssinn..
Genau das geschieht bis heute:
wo einer die Gegenwart Jesu und Gottes erfährt,
da geht ihm auf einmal ein Licht auf - da wird die Bibel aus einem alten Buch zur lebendigen Geschichte Gottes mit einen selbst,
da hört man auf Schritt und Tritt in den Höhen und Tiefen des Lebens das Rufen und Einladen Gottes an uns in den Schriften.
Da gewinnen wir auch für unsere Zeit und unser Leben ein ganz neuen Durchblick.
Da werden tragende, bestehende Antworten gegeben.

3.
Wohin geht der Weg meines Lebens, wohin das Leben überhaupt?
Das ist die Frage, die jeden von uns irgendwann einmal einholt.
Bei dem einen kommt sie plötzlich,
bei anderen entsteht sie über erfahrenem Leid
oder bei einem dritten aus langen Gesprächen über den Sinn und Inhalt des Lebens.
Aber ich glaube, dass keiner von uns an dieser Frage über Leben und Tod vorbei kommt.
„Ab in die Kiste und Ende“ - so sagen es viele Jugendliche im Hinblick auf den Tod in oftmals jugendlichen Leichtsinn ihres Handelns.
Schwingt da nicht die Furcht in ihren Worten mit oder die Hoffnung auf Widerspruch.
Können Sie damit leben? Ich kann es nicht.
Ich kann es auch dann nicht, wenn einer das etwas behutsamer sagt:
„ Mit dem Tod ist alles aus und mein Problem im Leben zu Ende“. Manche offenen Fragen ohne jemals Antwort zu bekommen hinterlassen solche Menschen nach ihren frühen Tod.
Ich kann es auch dann nicht, wenn einer vom großen Nichts spricht, auf das wir alle zugehen - jeder für sich und die ganze Welt.
Und ich kann auch nicht damit leben, dass mir Leute sagen: „Das ist keine Frage für mich und mein Leben.. Nur das hier und heute interessiert mich.“
Jesus gibt mit sein Handeln eine andere Antwort:
als er am Kreuz da auf Golgatha hängt,
da ist einer neben ihm, der zu Recht dort hängt.
Mord, Totschlag, Lüge, - das alles gehört zu dessen Leben und seiner Verurteilung
Aber dieser Mensch, der Schächer am Kreuz,
sagt in seiner letzten Todesnot:
„Jesus, wenn Du in dein Reich kommst, dann denke an mich.“
In der Stunde seines Sterbens findet einer das Vertrauen zu Jesus.
In der Stunde seines Sterbens setzt er ganz auf die Liebe, die er bei diesem Mann am Kreuz gespürt hat, als der für seine Feinde betet, setzt er darauf,
dass Jesus eine Zukunft auch für ihn hat.
Und dann sagt Jesus:
„Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Er verspricht dem Mann am Kreuz nicht die Friedhofsruhe, sondern das Leben,
nicht die Grabesstille, sondern die heilsame Gegenwart Gottes und die weiten Räume des Vaterhauses.
Er verspricht ihm Anteil an seiner eigenen Zukunft.
Und - ist es wahr?
Hat Jesus diesem Menschen neben ihn am Kreuz in seiner Hoffnungslosigkeit eine neue Zukunft eröffnet, angesichts des Todes ein neues Leben eröffnet?
Wenn Jesus, der Sohn Gottes nicht auferstanden ist, dann ist der Schächer am Kreuz noch in letzter Stunde betrogen worden.
Wenn Jesus aber auferstanden ist,
dann ist dieser Mann der erste,
dem Jesus den Heimweg in das Vaterhaus Gottes,
in die große Ewigkeit aufgetan hat.
Dann ist er der erste, dem Jesus seine Zukunft geschenkt hat.
Er hat ihn zur Umkehr gebracht, zur Heimkehr zu Gott.
Genau das aber will Jesus Christus von uns allen in diese Welt hineingetragen haben.
Als der Auferstandene sagt er seinen Jüngern:
Das ist euer Auftrag - sagt den Menschen, dass ich sie rufe zur Umkehr ins Vaterhaus.
Sagt den Menschen, dass diese Umkehr die Rettung zum ewigen Leben ist.
Sagt den Menschen, dass mein Leben diesen einen Zweck hat:
dass sie heimfinden zu ihren Schöpfer,
dass sie sich in die Arme Gottes begeben,
der ihnen das Leben gegeben hat und der ihnen in mir mit weit geöffneten Armen entgegenläuft.
Keine Schuld der Welt kann euch hindern,
diesen Weg zu gehen, wenn ihr euch nur an mich haltet.
Das ist der Osterwunsch, den Gott hat:
dass wir uns hineinrufen lassen in seine Zukunft und uns in seine weit geöffneten Arme wiederfinden,
wo die Nägelmale von unserer Schuld und Sünde Gott gegenüber
und seiner Liebe an uns allen zeugen,
und dass wir so geborgen andere mit hinein rufen durch Zeugnis und Verkündigung des Gotteswortes,
damit der Glaube an Gott durch Jesus Christus
seiner Auferstehung zu Ostern von den Toten
viele Menschen erreicht und sie frei werden von Schuld und Sünde und damit gerettet..
Ostern ist die offene Einladung Gottes an uns alle.
Und wie lautet Deine Anwort auf die Frage.
Amen.

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Judika 1. Mose 22,1-13

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 10.04.2011 gg. 07:29

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Judika
1.Mose 22, 1-13

Unser heutiger Text scheint für viele Menschen heute wie damals ein sehr schwierig zu sein.
Furchtbar, ja abstoßend scheint er aus der langen Zeit der Menschheitsgeschichte hervorgeholt.
Was soll man von einem Vater halten, der bereit ist nach den langen erfolglosen Warten auf ein Kind, seinen eigenen Sohn zu töten?
Abschreckend, so erscheint es im ersten Augenblick, ist hier der Gehorsam des Abraham.
Was ist das für ein Glaube an den Gott seiner Väter sein, der sich im Opfer des Sohnes bewähren soll?
Was ist das für eine Gottesfurcht, die scheinbar alle menschliche Bindungen hinter sich lassen muss im Leben, um Gott zu genügen und vor ihn zu bestehen?
Und vor allem: Was ist das für ein Gott, der das Opfer eines geliebten Menschen fordert und dann doch im letzten Moment verhindert?
Ist das noch der Gott der Liebe und des Friedens, den wir “unseren Vater” nennen?
Oder begegnen wir hier jemand , der Gehorsam bis zum Allerletzten von uns fordert?
Wie können wir heute mit einer solchen Geschichte umgehen?
1.
Die Geschichte von der Opferung Isaaks ist eine der schwierigsten Geschichten der Bibel des AT überhaupt. Mich hat sie beim Lesen und Betrachten an meinen alten Kantor John in der Christenlehre im Gemeinderaum in Gnaschwitz immer sehr bewegt.
Als Kind spürte ich bei dieser Geschichte immer mein klopfendes Herzen. Ich spürte, wie eine Angst mich beschlich und mich in meinen Gedanken sehr weit fort trug. So waren damals meine Empfindungen
Es ist aber gerade für unseren Glauben auf Grund des Neuen Testamentes wichtig sich mit den Geschichten des Alten Testamentes vertraut zu machen, um das Heilsgeschehen vom Kreuz her in Jesus Christus tiefer und tiefer zu verstehen. Und da schließt sich wieder der Kreis, gerade jetzt in der Passionszeit.
Abraham hatte sich von Gott rufen lassen. Er war aus seiner Heimat, aus seinem Vaterland, aufgebrochen. Gegen allen Augenschein hatte er sich auf die Verheißungen, die Gott ihm gegeben hatte, verlassen und im Glauben vertraut.
Wie kein anderer vor und nach ihm hatte er Gott geglaubt. Wer im letzten Jahr bei der Bibelwoche in unserer Gemeinde teilgenommen hat, kann sich sicher noch an die dort besprochenen Abende daran erinnern.
Und dann war seiner Frau Sarah und ihm von Gott ein Sohn geschenkt worden: Isaak.
Nach Abraham sollte dieser Isaak der Träger der Verheißungen Gottes sein. Abraham, Isaak und Jakob – das sind die Stammväter Israels.
Jetzt heißt es in der Abrahamgeschichte:
„Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham“. Wieder einmal redet Gott den Abraham an, wie schon so oft vorher. Und jetzt sagt er: „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde“.
Gott nimmt Abraham wieder in seine Pflicht.
Aber Gott will mit diesen Reden mehr, und er hat mit seinem Abraham mehr vor, als es im Anfang scheinbar deutlich ist.. Aber für Abraham enthält dieser Anweisung Gottes etwas schlechthin Unbegreifliches.
Das von Gott nach einer so langen Zeit geschenkte Kind, der Träger der Verheißung, dass seine Nachkommen so reichlich sein werden, wie die Sterne im Himmel, soll Gott im Opfer zurückgegeben werden.
Ein Menschenopfer, dass an anderen Stellen des Alten Testamentes so vehement von den Propheten verboten wird, wird hier scheinbar von Gott selbst gefordert.
Am Anfang seines Weges mit Gott musste sich Abraham von seiner ganzen Vergangenheit, von seinem Vaterland, von seiner Verwandtschaft trennen, um den ihm gewiesenen Weg des Glaubens zu gehen
Jetzt muss er alles preisgeben, was für ihn im Glauben an Gott die Zukunft ausgemacht hat. Denn gerade so sieht es auf den ersten Blick aus, auch wenn wir den Ausgang der Geschichte kennen.
Ganz genau weiß Gott um die Größe des Opfers, das er verlangt von Abraham .
Denn ausdrücklich sagt er: „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast!“
Gott will dem Abraham sein eigenes Geschenk wieder wegnehmen. Er weiß, wie sehr Abraham an seinem Sohn hängt. Wer unter uns Vater oder Mutter ist, weiß das auch. Gott tritt mit Gott in Widerspruch.
Hier steht Glaube gegen Glauben. Der Befehl Gottes scheint die Verheißung Gottes zu vernichten.
Im Bild gesprochen: Gott selbst legt dem Gottesglauben des Patriarchen Abraham, des Vaters im Glauben, die Axt an die Wurzel des Lebensbaums.
Und Abraham gehorcht Gott auch hier. Er handelt heimlich. Keinem vertraut er sich an. Früh am Morgen steht er auf, sattelt seinen Esel, nimmt zwei Knechte mit sich und Isaak, seinen Sohn. Er spaltet Holz zum Brandopfer, verbirgt das Feuer in einem Krug und geht zu dem Ort, den Gott ihm genannt hat.
Das Quälende dieses Weges ist nur zu ahnen. Am 3. Tage sieht Abraham die ihm von Gott genannte Stätte von ferne, die Stätte, auf der Salomo später den Tempel baut und sagt zu seinen Knechten:
„Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen“.
In fürsorglicher Liebe verteilt Abraham nun die Lasten. Das Holz legt Abraham seinem Sohn auf, das gefährliche Feuer und das Messer nimmt er selbst in seine Hand.
Dann gehen Abraham und Isaak los. Erst nach einer Weile des bedrückenden Schweigens beginnt Isaak zu reden: „Mein Vater!“ Die Innigkeit dieser Anrede schneidet einem ins Herz. Abraham antwortet: „Hier bin ich, mein Sohn!“
Dann trägt Isaak seine Gedanken vor: „Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer?“ Schonend, vertrauend, ausweichend antwortet Abraham: „Mein Sohn, Gott wird für ein Brandopfer sorgen“. Schweigend gehen die beiden weiter.
Als der Vater und der Sohn an der von Gott angegebenen Stelle angekommen sind, wird nicht mehr geredet, sondern in strengem Gehorsam gehandelt.
Mit schrecklicher Genauigkeit hören wir im Einzelnen von dem, was Abraham tut.
Er baut dort einen Altar um das Opfer darzubringen. Er legt das Holz darauf. Er bindet seinen Sohn Isaak fest und legt ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Dann fasst er das Messer, hebt den Arm und will seinen Sohn schlachten.
So weit lässt Gott es kommen. Bis zu diesem Höhepunkt der Gehorsamsprobe auf sein Wort. Man hält den Atem an.
Aber da greift Gott ein. Nun ist der Engel zur Stelle und ruft: „Abraham, Abraham!“
Zum dritten Mal beim Rufen Gottes in seinen Leben sagt der alte Abraham in dieser Geschichte:
„Hier bin ich!“ Jetzt hört er, wie ihm der Engel zuruft: „Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen“.
Jetzt sieht Abraham hoch und entdeckt im Gestrüpp einen Widder. Er nimmt ihn und schlachtet ihn – anstelle seines geliebten Sohnes Isaak – auf dem Altar hier auf dem Berg Morija.
Die Geschichte ausserhalb des Textes weiß zu berichten, dass Sarah, die Mutter nach der Rückkehr Abrahams und nachdem sie von dem Geschehenen gehört hat, sieben Schreie ausgestoßen hat und gestorben ist.
Ihr Mann war bereit, den einzigen Sohn zu opfern. Wie kann eine Mutter das fassen? Am Anfang des nächsten Kapitels wird erzählt, dass Sarah stirbt. So schrecklich können für Menschen Versuchungen Gottes sein.Nachdem Abraham Gott so gehorsam blieb, auch wo Gott ihm so fremd zu sein schien, empfing er dort auf dem Berge Morija eine neue Verheißung. Soweit die Geschichte des Predigttextes.
2.
Können wir diese Geschichte von der Versuchung Abrahams und von der fast vollzogenen Opferung Isaaks lesen und hören, ohne dass wir wie durch ein Fernglas oder in ein Bildnis in die Ferne blicken, 2000 Jahre weiter, und den anderen eingeborenen Sohn, den der Vater lieb hat, sehen, der dann vom Ölberg durch den Garten Gethsemane geht, hin zum Palast des Pilatus und dann nach Golgatha, zur Schädelstätte?
Man legt ihm sein Holz auf, wie es bei Isaak getan wurde.
Er geht und dann wird er auf das Holz gelegt und festgemacht wie es Abraham mit Isaak am Altar dort auf diesen Berg getan hat.
Und dann wird er als das Lamm, das der Welt Sünde und Schuld trägt, dort vor den Toren Jerusalems geschlachtet.
Gibt es einen tieferen Trost für all diejenigen, die ein eigenes Kind hergeben mussten,als der Blick auf diesen Gott, der seinen eigenen Sohn nicht verschont hat und ihn zum Heil der Welt hergab?
Ich weiß keinen besseren Trost. Abraham wurde geprüft, ob er bereit war, Gott sein Liebstes zu lassen, aber dann wurde Isaak verschont.
Jesus, der Gottes Sohn, wurde nicht verschont, sondern in dem Tode hinein gegeben für uns.
Gott selbst, der Vater im Himmel, ging seinen Weg bis zum bitteren Ende und opferte seinen geliebten Sohn.
Da griff kein Engel ein und stellte im letzten Augenblick ein Opfertier zur Verfügung.
Der geliebte Sohn wurde vom Vater nicht verschont.
Weil es um uns alle ging, um die in Sünde verlorene Schöpfung.
Das Böse unter uns Menschen und in uns Menschen muss von innen her aufgedeckt und überwunden werden.
Deshalb ist der Sohn Gottes auf diese Erde gekommen als Mensch in Niedrigkeit. Deshalb hat sich Jesus auf Golgatha unter die Verbrecher am Kreuz hängen lassen. Wir können uns diese Kreuzigung Jesu nicht drastisch genug vorstellen.
Gott ließ Jesus das leiden, was wir Menschen um unserer Schuld ihn gegenüber verdient haben.
„Nun was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat. Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad“, Paul Gerhardt (EG 85,4).
Gott verschenkte sich selbst in dieser beispiellosen Liebestat. Genauso wie Gott die Menschen in ihr sündhaftes Verhalten hingab und sie dann nicht davon loskamen, genauso gibt er seinen Sohn um der Schuld der Menschen willen der Macht des Todes preis, und Jesus konnte nicht mehr vom Kreuz herunter steigen.
Jesus musste für uns alle sündigen Menschen wegen unserer Schuld sterben und wurde begraben.
An der Kreuzigung Jesu können wir sehen, wie sehr Gott unsere Sünde und Schuld schmerzt und wie es ihn wegen uns fast zereißt.
3.
Der heutige Predigttext gerade jetzt in der Passionszeit will uns helfen, dass wir in der Selbsterkenntnis und in der Gotteserkenntnis wachsen.
Wichtiger allerdings als die Erkenntnis unserer Stellung vor Gott selbst ist die Kenntnis dessen, was Gott damals beim Leiden und Sterben Jesu für uns getan hat. In Gottes Handeln liegt die Gewissheit unseres Heils begründet, nicht in unserer Empfindung und Erfahrung im Leben.
Deshalb kann der Apostel Paulus in dem Ton eines Siegers aufschreiben:
„Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“
Unser Gott hat um unsertwillen und für alle Menschen seinen geliebten einzigen Sohn nicht verschont.
Jesus,der Sohn Gottes wurde nicht in letzter Minute wie in unseren Predigttext durch einen Widder ersetzt.
Wo der Apostel Paulus das beschreibt, da hat er die Geschichte von der Opferung des Isaak vor Augen. Wenn wir uns Abraham auf dem Berg Morija am Altar mit seinen darauf gebundenen Sohn anschauen, in dessen Innersten Gott gegen Gott steht, da verstehen wir Gott tiefer.
Und gerade in dieser Passionszeit, jetzt vor Karfreitag, sollen wir im Rückblick auf Abraham auf Jesus Schauen, den Anfänger und Vollender des Glaubens und unser Leben und Handeln aufs neue Bedenken.
Nicht nur bedenken sondern darauf unser ganzes Leben ausrichten.

Und der Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Das gesprochene Wort allein gilt!

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Okuli /3. Sonntag der Passionszeit

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 26.03.2011 gg. 08:53

Predigtgottesdienst in Malschwitz
Okuli /3. Sonntag der Passionszeit
Markus 12,41-44

“Über Geld spricht man nicht”: so lautet scheinbar eine ungeschriebene Verhaltensregel in unserer Gesellschaft.
Dann folgt meist der weitere Satz: „Geld hat man“
In der Tat werden wir oftmals sehr verschlossen in unseren schnellen Redefluss,
wenn ein Gespräch auf dieses Thema kommt,
was denn wir eigentlich verdienen und wohin und weswegen wir es ausgeben.
Eine bekannte Redewendung des Volksmundes ist: “Beim Geld hört die Freundschaft auf.”
Man kann sogar sagen:
“Beim Geld hört die Verwandtschaft auf.”
Dies wird eigentlich immer wieder mit den gemachten Erfahrungen des Lebens belegt,
die bei Kindern nach den Tod eines Elternteils beim Aufteilen des Erbes und Pflichtteils entstehen.
Dann kann es zu so Situationen kommen,
in deren Verlauf sich manche Witwe auch heute noch gegen finanzielle Forderungen ihrer Verwandtschaft mit den Worten wehren muss:
“Nun wartet damit doch noch, bis ich unter der Erde und auf den Friedhof bin!”
Darin wird hier ein großes Problem fast allern Zeiten deutlich.
Wenn die Erben sich bereits zu streiten beginnen, bevor ein Verstorbener auf den Friedhof beerdigt ist – das kommt vielleicht öfter auch bei uns vor als wir denken –,
dann ist auch ein solches Verhalten eine Bestätigung für die Tatsache,
dass unser Umgang mit Geld und Reichtum ausgesprochen schwierige Züge auch unter Christen haben kann.

1.
Unser heutiger Text redet auch Geld, das weiter gegeben wird.
Da legen die Menschen nach den Besuch des Gottesdienstes im Tempel ein Opfer in den Kasten ein, und Jesus sitzt da und schaut dabei zu.
Das macht er eigentlich immer, auch heute noch mit uns.
Er sitzt da und blickt uns an, während wir opfern,
sei es im Gottesdienst oder beim spenden für andere Dinge.
Er sieht nicht nur, was wir in den Kasten geben,
sondern auch wie und aus welchen Grund wir es geben.
Er bemerkt, was dabei in den Tiefsten unserem Herzen vorgeht.
Jesus sieht nicht nur, was wir da hinein geben,
sondern auch das, was wir nicht geben und zu nicht geben bereit sind.
Ist das nicht bereits ein schwieriger Gedanke,
dass Jesus da uns zusieht,
wie viel wir für die Gemeinde, Kirche und für die Arbeit für Gottes neue Welt geben?
Und taucht da nicht die Frage in unseren Leben auf:
Können wir denn überall helfen?
Kann ich jeden der Hilfe, braucht etwas von meinen Reichtum abgeben?

Dabei sind es die verschiedensten Aspekte, die uns dabei bewegen. Einige möchte ich heute aufzeigen

In heutigen unseren Predigttext haben wir von einer armen Witwe gehört.
Eigentlich ist auch heute vielen klar,
dass wenn die Ehefrau ihren Mann verliert und vielleicht noch kleineren Kinder hat, dann fällt sie in ihren sozialen Status nach unten.
Diese Frau gibt einen scheinbar bescheidenen Betrag in den Kasten.
Der Bericht von der Witwe, die alles gibt und von Jesus gelobt wird, hat sicher schon manchen geärgert.
Warum wird diese arme Frau so von Jesus gelobt?
Es hat damals ohne Frage viele Besucher des Tempels gegeben,
die eine hohen Beträge in den Gotteskasten geworfen haben.
Und damit konnte man vielen helfen.
Aber darüber verliert Jesus kein Wort.

Er nimmt diese großen Gaben der Reichen offensichtlich als selbstverständlich hin.
Von einem Priester am Tempel heißt es,
er habe einmal eine Frau weggeschickt,
die mit einer ähnlich geringen Gabe zu ihm kam.
Diese zwei Pfennige decken ja nicht einmal die Kosten, welche er für die zu erbringende Leistung hatte.

Jesus aber, als diese Witwe kam und die zwei Pfennige einlegte, der lobte diese Frau.
Die Frau besitzt, nachdem sie ihre Opfer in den Kasten eingelegt hat, keine weiteres Geld mehr,
auch keinen Grundbesitz oder andere wertvolle Dinge.
Sie gab, wie Jesus sagte, alles,
was sie in ihren Besitz noch hatte.
Sie spart also auch nicht die Hälfte für sich auf.
Damit gibt sie ihren ganzen Lebensunterhalt als Opfer für Gott hin.
Welch wichtige Einstellung muss diese Frau von Gott gehabt haben?
Wie sehr muss ihr der Tempel,die Gottesdienste und damit ihr Glauben an Gott am Herzen gewesen sein?
Wir können es aus dieser gegebenen Gabe nur erahnen.
Sie hat alles für Gott mit ihrer Lebenseinstellung gegeben.

Und aus dem Studium der Bibel wissen wir:
Gott lässt es nicht unbelohnt, wenn einer um Gottes willen etwas weggibt.
Nicht einmal den Schluck Wasser, den wir in seinem Namen weiterreichen bleibt unvergolten.

Die Witwe, die von Jesus gelobt wird, wusste:
“Ich will meinem Gott danken.
Ich will ihn ehren mit meinem Geld.
Wenn ich meine Gabe in den Tempel trage,
dann kann ich damit rechnen,
dass Menschen sich um dieses Opfer und seine Verwendung kümmern,
die sich vor Gott verantwortlich wissen,
weil sie ihn einmal Rechenschaft geben müssen,”
Heute zahlen die Christen Kirchensteuer,
Kirchgeld und weitere freiwilligen Gaben in den Haushalt der Kirche und Gemeinde.
Auch sie sind für die Kirche und für Gottes neue Welt wichtig.
Doch diese Gaben sind hier nicht gemeint.
Es ist hier etwas angesprochen, was wir über unsere Verpflichtung des Zehnten hinaus geben.

Es muss sogar nicht einmal Geld gemeint sein.
Ich denke gerade jetzt an die Passionszeit,
in der ich auf etwas mir scheinbar sehr wichtiges im Lebens verzichten kann.
In dieser Zeit verzichte ich bewusst auf eine lieb gewordene Gewohnheit,
um mich frei zu machen für Gott Reden mit mir,
für Jesus und sein Angebot an uns Menschen
Auch dieser Verzicht ist ein Opfer.
Im Gottesdienst sammeln wir in Kollekte und Opfer etwas zum Bau von Gottes neuer Welt.
Diese Gaben sind auch gemeint.
Und über all das hinaus kann ich noch Missionswerke und Missionare für die Verbreitung der Botschaft mit einem Opfergabe unterstützen.

Und aus der Bibel wissen wir:
Gott lässt es nicht unbelohnt, wenn einer um Gottes willen etwas weggibt. Nicht einmal den Schluck Wasser, den wir in seinem Namen weiterreichen bleibt unvergolten.

2.
Das waren jetzt zwei Beispiele, für das, was Opfer heute bedeuten kann.
Vom Predigttext her liegt es nahe, darüber zu reden. Doch ich muss auch noch etwas zu der Grundlage von dem allen sagen, auch das Fundament dessen:
Dieser Grund liegt in der Liebe Gottes zu uns allen Menschen, die wir seine Geschöpfe sind.
Diese Liebe zeigt sich in Jesus.
Jesus Christus, der auferstandene Sohn Gottes möchte dich ganz auf seiner Seite.
Er will dein und mein Bestes fürs Leben.
Gerade jetzt in dieser Passionszeit ist es wichtig für unser Glaubensleben, einmal unser Stellung vor Gott zu bedenken.
Darum sollten wir fasten und verzichten.
Gott kommt es in erster Linie gar nicht auf dein Geld, auf deinen Geldbeutel an.
Jesus Christus möchte alles.
Er möchte dich, dein ganzes Leben,
möchte ein festen Platz in deinen Herzen und damit deinen Besitz, deine Gefühle.
Jesus Christus möchte in deinem Leben dir Gutes tun. Selbst wenn du ihm all deinen Besitz,
all dein Geld geben würdest und würdest dein eigenes sündiges Leben behalten wollen,
so wäre es Dir vor Gott nichts nütze.
Umkehr ohne Neubeginn im Leben bedeutet bereits das Ende vom Anfang.
Jesus möchte, dass du an ihn glaubst,
dass du ihn mit dem Herzen siehst.
Und dann sprechen wir auch unsere Geldangelegenheiten, ja alle unsere wichtigen Entscheidungen im Leben mit ihm durch.
So wie diese Witwe, die Gott ihr Leben gegeben hat und darum vertrauen konnte, dass Gott sie weiter versorgt.
Wir sollen soviel wie möglich ihm geben.
Gott wird sie nicht enttäuschen.

Die Nachfolger Jesu Christi sollen soviel geben wie möglich.
Dazu ermuntert uns die Bibel.
Die Witwe, die vor den Augen Jesu im Tempel opferte, gab alles, was sie in ihren Leben besaß.
Darum lobte Jesu sie.
Ihm kam es nicht auf die Höhe der Spende und Kollekte an.
Es kommt ihm heute an diesen Sonntag auch nicht darauf an, wie viel wir in den Beutel geben,
sondern auf die Gesinnung und Einstellung , aus der heraus wir es geben.
Gott kennt das Motiv des Gebens.
Wollen wir vor anderen gut dastehen?
Wollen wir für unsere Spende gelobt werden?
Wollen wir unser schlechtes Gewissen beschwichtigen? Geben wir nur, damit uns irgendwann auch gegeben wird?
Das Motiv unseres Gebens soll der Dank dafür sein, was Gott an uns getan hat und was er für uns tut.
Motiv kann und soll die Ehrerbietung sein,
die wir dem Geber aller guten Gaben schulden.
Wie wunderbar versorgt er uns mit allen Gütern.
Darum können wir ihm auch unser Leben anvertrauen.

Selbst wenn wir alles geben, was wir haben,
bleibt das noch gering gegenüber dem Opfer Jesu am Kreuz auf Golgatha
Er gab sein Leben für unsere Schuld und Sünde Gott gegenüber dahin, damit wir Menschen wirkliches Leben mit Gott haben und zum Sinn des Lebens zurückkehren.
Und dann werden wir das Leben in Ewigkeit nicht verlieren, wenn wir uns an Jesus binden.

Wer aus diesem Wunsch lebt, diesem ewigen Gott,
der sein Liebstes, seinen Sohn für uns gab,
zu danken und ihn zu ehren,
der beginnt zu ahnen, dass nicht die Größe der Gabe zählt, sondern das Opfer an sich.
Wer opfert, der merkt, dass er etwas aus seinen Leben weggibt.
Gaben, von denen wir uns trennen, ohne das wir es merken, verdienen den Begriff Opfer nicht.
Also haltet euren Geldbeutel fest.
Denn dass gerade diese Frau, die nur zwei Pfennige opferte, von Jesus als Vorbild hingestellt wird,
ist beschämend für alle, die viel besitzen.
Aber es ist auch für die beschämend,
die meinen, dass es auf ihr Opfer sowieso nicht ankomme und nichts geben
Gott wartet auf unsere offene Hand.
„Ein Geber hat Gott lieb“
Gerade durch uns will er sein Evangelium unter den verlorenen Menschen verkündigen und den Not-leidenden in aller Welt helfen.
Er erwartet unser offenes, suchendes Herz,
das sich ihm vorbehaltlos ausliefert.
Wer von seinem irdischen Besitz weggibt, wird überrascht sein,
was Gott aus den kleinen und kleinsten Gaben in seiner Gemeinde werden lässt und wie sehr er deine Opferbereitschaft segnet in unseren Leben.

Wir sollen auf diese arme Witwe blicken mit ihren Gaben ,
denn von den Reichen lernt man das sparen,
von den Armen jedoch das dankbare Geben.
Auf jeden Fall dürfen wir uns nicht mehr von dem Argument abhalten lassen,
dass unsere Gabe gegen soviel Not keinen Sinn macht.
Für Jesus machte die Gabe dieser Frau den größten Sinn.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus , unsern Herrn.

Das gesprochene Wort allein gilt!

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Reminiscere/2. Sonntag der Passionszeit

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 20.03.2011 gg. 09:17

Predigtgottesdienst in Guttau
Reminiscere/2. Sonntag der Passionszeit
Matthäus 12, 38-42

Die Menschen suchen seit alters her gerne nach Zeichen und Beweise, dass ihr Glaube und damit die damit verbundene Hoffnung der Wahrheit entspricht.
Auch der heutige moderne Mensch sucht zur Bestätigung seiner Lebenseinstellung immer wieder gerne solche Beweise ,
dass er mit seinen Lebensinhalt auf den richtigen Weg ist..
Und so fragen auch damals zu der Zeit von Jesus seine Zuhörer nach solchen Beweisen seines Anspruches und müssen sich, so scheint es auf den ersten Blick, abkanzeln lassen.
Es ist fast so, als wollten sie mit dieser Forderung nach einen Zeichen sagen:
“Gib uns doch ein Zeichen vom Himmel, damit wir endlich genau wissen, ob du wirklich von Gott bist!”
Wenn wir durch die Geschichte der Menschen gehen, werde wir diese Art der Zeichenforderung immer wieder entdecken.
Der Preußenkönig Friedrich d. Große lebten in der Zeit des Barocks..
Freigeistiges Denken war geprägt von Rationalismus. Dieser kann umschrieben werden mit den Worten,
die viele Menschen auch heute noch prägen:
“Ich glaube nur, was ich sehe”.
Eine große Skepsis gegenüber Religion und dem christlichen Glauben im Besonderen.
“Jeder soll nach seiner Facon selig werden” gehört zu den bekanntesten Aussprüchen des “Alten Fritz”.
Einmal soll er seinen Leibarzt spöttisch gefragt haben: “Nenne er mir einen Gottesbeweis, wenn er kann!”
Darauf hat dieser geantwortet: “Die Juden, Majestät”.
Dieses kleine Volk – ein Lichtpunkt in der Menschenmasse auf der Welt – ein Gottesbeweis.
1.
Auch uns ist solches Denken sicher nicht fremd.
Und es stellt sich die Frage der Frage:
Wie steht es denn mit unserem eigenen Glauben an den lebendigen Gott?
Wünschten wir uns nicht auch oftmals ein deutlicheres Zeichen von Gott , das richtig erlebbar und spürbar in unserer Leben mit seinen Schwierigkeiten ist?
Gott ist unsichtbar; wir würden doch so gern mehr mit unseren Sinnen von ihm sehen und hören.
Die kleinen Zeichen und Wunder,
mit denen Gott auch uns heute begegnet:
beachten wir sie, und nehmen wir sie auch wahr?
Zum Beispiel da:
Da wird ein kleines Kind heil und gesund geboren -
scheinbar einerseits eine Alltäglichkeit,
andererseits ist es für die frischgebackenen Eltern doch ein großes Wunder,
wenn sie erstmalig ihr eigenes Kind in den Armen halten.
Übrigens eine Erfahrung, an die ich mich bei meinen Sohn selbst nach fast 22 Jahren noch immer erinnere, auch wenn kein Foto von damals vorhanden ist
Oder
Wenn jetzt im Garten zu Hause nach diesen Winter und den Regen die kleinen Schneeglöckchen ihren Weg nach oben wachsen, ist das nicht ein kleines Wunder?
Man kann mit Hilfe der Wissenschaft und den wiederkehrenden Lauf der Natur solche kleinen Wunder zerreden.
Meinen Glauben aber sieht Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde am Werk.
Da ist jemand auf eisglatter Straße in diesen langen Winter ins Rutschen und auf die Gegenseite geraten.
Da kommt auch schon ein anderes Auto entgegen.
Wie durch ein Wunder bekommt er gerade noch rechtzeitig seinen Wagen unter Kontrolle.

Ist das nicht auch ein Zeichen, dass ihn vor Unfall bewahren wollte?
“In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet?”
Und trotzdem möchten auch wir deutlichere und klarere Zeichen und Beweise für die Existenz Gottes sehen.

Wer die kleinen Wunder des Lebens nicht sehen will, wie will der die großen Wunder jemals erfassen können?
Das Alte Testament erzählt vom Propheten Elias, auf den in unseren heutigen Predigttext hingewiesen wird..
Der Prophet Elias wurde wegen seiner Kritik am König verfolgt.
Er war in seinen Handeln am Ende seiner Kraft.
Erschöpft liegt er am Boden und kann einfach nicht mehr.
Da bekommt er von einem Engel Gottes einen Tritt - es wird nicht verraten wohin -, und er wandert nun mit neuer Kraft vierzig Tage und vierzig Nächte bis er zum gleichen Berg kommt, wo Gott seinem Volk die Zehn Gebote mitgeteilt hatte.
In einer Höhle soll er Gott nun selbst erleben.
Da geschehen nun gewaltige Naturereignisse:
ein Orkan, ein Feuer und ein Erdbeben.
Doch Gott ist nicht in diesen gewaltigen Naturereignissen verborgen.
Auch wenn die Ereignisse der letzten Tag in Japan und die damit verbundenen Begleitumstände so mache an liebenden Gott und seinen Handeln an uns Menschen zweifeln lassen

2.
Aber Gott erscheint schließlich im leisen Säuseln eines Windes.
Deshalb meine ich:
In den kleinen Wundern des Alltags entdecken wir die Spuren unseres lebendigen Gottes.
Was wir brauchen, sind keine gewaltigen Zeichen, kein erlebbares Großwunder,
sondern offene Augen, offene Ohren und ein suchendes offenes Herzen nach den Fragen des Lebens..

Die Bewohner von Ninive, so erzählt es das Alte Testament, hatten offene Ohren und offene Herzen. Dabei hatten sie eigentlich kein guten Ruf der damaligen Zeit.
Ihr Reich Assyrien galt damals als das Reich des Bösen: die Assyrer galten als grausam und ungerecht.
Es scheint fast wie von selbst, dass der kleine Mann namens Jonas lieber mit dem Schiff in die entgegengesetzte Richtung floh.
Er hatte nämlich den Auftrag als Prophet bekommen,
in der Hauptstadt von Assyrien, Ninive, den drohenden Untergang anzukündigen.
Ich weiß selbst nicht, wie ich damals gehandelt hätte.
Den Mut zu solcher einer Tat hätte ich sicher auch nicht gehabt!
Jonas, der Prophet flüchtet vor den Auftrag Gottes also mit einem Schiff Richtung Spanien.
Unterwegs kommt ein Sturm auf.

Das Schiff droht unterzugehen.
Da befragen die Seeleute per Los ihre Gottheit, ob nicht jemand gesündigt habe.
Und das Los fällt auf Jonas.
Jonas wird aufgrund des Gottesurteils ins Meer geworfen.
Der Sturm lässt nach, die Seeleute sind gerettet.
Jonas wird von einem großen Fisch verschlungen.
Drei Tage und drei Nächte verbringt er im Bauch des Fisches, bis dieser ihn an Land ausspuckt.
Nun erfüllt Jonas seinen Auftrag.
Die Menschen von Ninive hören seine Drohungen.
Sie gehen in sich;
sie bereuen ihre Untaten.
Der König ordnet sogar Staatstrauer an.
Diese harten Assyrer haben offenere Ohren und Herzen als die gelehrten Schriftgelehrten und Pharisäer,
die von Jesus das Zeichen forderten.

Sie brauchen keine weiteren Zeichen als die Worte des kleinen Mannes Jonas.
Diese Assyrer haben einen größeren Glauben als viele heutige Christen:
wir haben die Bibel, das geoffenbarte Wort Gottes ;
wir haben dadurch unser Wissen von Gott;
wir erleben das Wirken Gottes in vielen Dingen in unseren Leben und Glauben ,
und doch verlangen wir nach Beweisen für die Existenz Gottes oder nach handfesten Zeugnissen für die Auferstehung Jesu von den Toten.

In vielen Kirchen des späten Mittelalters ist auf den Altarbild die Szene von der Kreuzigung Jesu zu sehen. Auf der Rückseite oder im Hintergrund des Bildes sieht man oft diesen großen Fisch, der gerade den Jonas an Land ausspuckt.
Dieser Fisch ist das Symbol für den Tod,
welchen Jesus Christus, den Sohn Gottes in seinen Reich nicht behalten kann und los geben muss.
Das einzige Zeichen für die Einzigartigkeit Jesu als des Sohn Gottes,
ist sein Sterben am Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde
und seine Auferstehung von den Toten für den neuen Weg Gottes mit uns allen.
Menschen mit besonderen Fähigkeiten hat es immer gegeben.
Aber nur einer ist Gottes Sohn: am Kreuz gestorben und am dritten Tag auferstanden von den Toten.
Was hat das aber nun mit uns zu tun?
Ich glaube, dass der Anspruch Jesu, Gott zu sein,
vielen scheinbar aufgeklärten Menschen wie den „Alten Fritz“ damals auch heute noch Probleme bereitet.
In der Schrift wird erwähnte, dass Jesus Christus von sich an vielen Stellen in Anspruch nahm, wahrer Gott zu sein.
Deshalb forderte er von den Menschen Glauben.
Glauben an den Lebendigen Gott.
Genau darum geht es auch in unserem Predigttext: Jesus Christus ist viel mehr als nur ein Prophet.
Mehr als nur ein besonderer Mensch.
Die Muslime mit den Islam glauben ja auch,
dass Jesus Christus gelebt hat,
aber sie sehen in ihm nur einen Propheten, wie sie es auch mit Abraham halten..
Wenn sie den Koran ernst nehmen,
dann steht dort ja auch, dass das Evangelium der Christen die Wahrheit sagt .
Dann aber müssten sie eigentlich auch über diesen kleinen Satz Jesu,
in dem er in Anspruch nimmt, mehr zu sein, als ein Prophet wie Jona,
ins nachdenken kommen.
Denn dieser Satz steht ja im Evangelium, wie wir es am Anfang gehört haben.

3.
Was macht es vielen Menschen eigentlich so schwer, an Jesus zu glauben?
Zum einen sind da die Vorurteile auf Grund von Erfahrungen mit Menschen, die Sonntags in die Kirche gehen.
Viele Christen sind leider alles andere als ein gutes Vorbild und damit ein Zeugnis von Gott.
Manche sind sehr streng und meinen,
Christsein und Glauben besteht im Beachten von Geboten und Verboten, eben Gesetzlichkeit.
Da wird dann z.B. in manchen Gemeinden gelehrt, dass Christen dies oder jenes und auch eben auch eine fröhliche Feier nicht tun sollen.
Dabei spricht ja eigentlich nichts dagegen,
als Christ auch einmal zu feiern und fröhlich zu sein, denn schließlich hat Jesus ja selber auch gefeiert
Man muss ja deshalb noch lange nicht alles und jedes mitmachen.

Ein weiteres Hindernis für den Glauben ist vielen Menschen heute, dass ihnen die erlebten Erfahrungen im Glauben fehlen, neudeutsch gesagt:
„Das Erlebnis Glaube fehlt“:
Während damals Jesus viele Zeichen und Wunder tat, scheint es manchen Zeitgenossen heute so,
als ob das alles nur fromme Märchen sind und das Zeugnis der Bibel ein alter Roman ist..

Doch ich erlebe es anders.
Ich kenne etliche Christen, die auch heute noch von Zeichen und Erfahrungen Gottes Zeugnis geben können.
Und ich erfahre Gottes Gegenwart und seine Liebe heute auch noch und sehr persönlich.
Und ich erfahre auch und gerade jetzt in der Passionszeit, dass Gott mich mit seine Rufen auch mich auffordert, über mein Leben und den Lebensweg nachzudenken.
Glauben und Weg mit Gott bedeutet nicht, dass alle bis zum Ende des Lebens im Gleichgewicht ist,
sondern Glaube bedeutet ein ständiger Kampf mit sich selbst um das Leben.
Da gibt es Höhen und Tiefen,
Neuanfang und Lebensängste,
aber auch eine Gewissheit, dass dieses Lebens mit Gott der richtige Weg zum Leben ist.
Möge Gott unseren lebendigen Glauben stark machen, damit wir seinem Sohn Jesus Christus vertrauen und durch seine Auferstehung auf unsere eigene Auferstehung von den Toten hoffen und damit den Weg des Glaubens gehen.

Amen
Das gesprochene Wort gilt!

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Lukas 1.26-38

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 19.12.2010 gg. 09:02

Predigtgottesdienst in Malschwitz zum 4. Advent
Lukas 1.26-38

Kennen sie eines der schwierigsten Probleme, die viele Menschen in der jetzigen Zeit so kurz vorm Fest haben .
„Was schenke ich meinen Liebsten?“
So oder so ähnlich sind die Gedanken vieler Menschen
Das Fest von Weihnachten ist für viele Menschen die Zeit des Schenkens.
Ziel des Schenkens ist es, den geliebten Verwandten und Mitmenschen eine Freude in oft mancher schwieriger Lebenssituation zu machen.
Das gelingt mit so manchen Geschenk nicht immer.
Nicht weil es zu billig war, sondern weil es nicht gefällt.
Mancher ist von einem solchen Geschenk nach den Auspacken enttäuscht und denkt im Stillen:
„Was soll ich denn damit?““ Wo kann ich es tauschen?“
Es könnte allerdings sein, dass der Beschenkte später im Leben das Geschenk durchaus zu schätzen weiß und dann erst merkt, welche Freude ihm damit gemacht wurde.
Wenn, zum Beispiel, ein kleines Kind vom Onkel ein Sparbuch mit einem stattlichen Betrag geschenkt bekommt, dann ist das Kind zunächst enttäuscht und hätte vielleicht lieber ein Bilderbuch bekommen.
Später im weiteren Leben aber wird es den wahren Wert dieses Geschenkes ermessen und sich sehr darüber freuen.
1.
Am wert­vollsten sind die Geschenke, die Gott uns Menschen mit seinen Handeln an der Schöpfung macht.
Eigentlich ist ja alles ein Gottes Geschenk,
was wir als Menschen sind und haben,
alles, was nicht den mensch­licher Handeln entspringt.
Und Gott gibt uns alle seine Gaben in unseren Leben mit dem Ziel, dass wir uns darüber freuen sollen und sie in unseren Handeln einsetzen..
Oft sind wir überrascht, was Gott uns so alles schenkt. Die Gottes Gaben werfen oft unsere Erwartungen darüber über den Haufen, und es kann mitunter sein, dass wir sogar davon enttäuscht sind.
Wenn Gott uns in unseren Leben zum Beispiel eine Krankheit zumutet, werden wir sie meistens nicht sofort als sein Geschenk freudig annehmen.
Oftmals fühlen wir uns dann sehr von Gott verlassen.
Wir werden möglicher­weise darüber nach­denken, womit wir diese schwierige Zeit denn überhaupt verdient haben.
Dabei kann die Erfahrung von Krankheit durchaus unser Leben und die Einstellungen ganz besonders zu unseren Schöpfer dazu bereichern,
Das merken wir erst hinterher, wenn wir wieder gesund sind und alles vorbei ist und wir im Rückblick die Zeit und die Ereignisse aus der Ferne betrachten.
Gut ist es in jedem Fall, wenn wir die Kunst im Leben erlernen, uns von Gott beschenken zu lassen.
Wir sollen also bereit werden, alles aus seiner Hand zu nehmen und darauf zu vertrauen,
dass er es mit uns als seine Schöpfung letztlich zum Besten schenkt, zur Freude.
„Weise mir, Herr, deinen Weg“, können wir dann ganz fröhlich beten und uns überraschen lassen, was
Gott uns mit unserem Leben alles schenken wird (Psalm 86,11).
2.
Auch unser Predigttext spricht von einer solchen Überraschung.
Maria ist in besonderer Weise von Gott überrascht und beschenkt worden.
Jawohl, beschenkt, denn so redet sie der Engel Gabriel an:
„Sei gegrüßt, du Be­gnadete!“; man kann auch sagen: „du Be­schenkte!“
Auch das Ziel dieses Geschenks steckt bereits in dem Gruß mit drin,
die Freude, denn „Sei gegrüßt!“ heißt zugleich:
„Freue dich!“
Und der Engel des Herrn bestätigt gleich darauf:
„Du hast Gnade bei Gott gefunden“, das heißt: „Du sollst von Gott beschenkt werden.“
Es ist ein äußerst über­raschendes Geschenk,
ein über­wältigendes Geschenk, das Maria von Gott erhält.
Und es ist ein über­natürliches Geschenk, eben ein Geschenk Gottes in seiner großen oftmals für uns Menschen unergründlichen Weisheit gibt..
Sie, die Jungfrau, die noch mit keinem Mann Verkehr gehabt hat, soll schwanger werden und einen Sohn gebären.
Dieser Sohn wird niemand anders sein als der Davidssohn, der Messias, auf den das Volk Israel schon so lange gewartet hat.
Eigentlich ist es schon eine über­wältigende Sache, dass der Engel Gabriel Gottes Botschaft aus­gerechnet zu Maria bringt.
Es war doch sonst meistens die Sache der Männer, von Gott direkt angeredet zu werden und die ihn, so lesen wir es im AT, damit oftmals als seine Propheten ihn dann dienten.
Und als un­verheirate­tes Mädchen hatte sie weniger Ansehen als eine ver­heiratete Frau.
Noch dazu war sie ein ganz einfaches Mädchen aus Hand­werker­kreisen.
Noch dazu lebte sie in Galiläa, der Gegend, die von den Frommen aus Jerusalem und Judäa gar nicht mehr richtig zum Heiligen Land und Israel dazu­gerechnet wurde. „Was kann nur gutes aus Galiläa kommen?
Aus­gerechnet zu dieser Maria redet der Engel Gabriel! Aus­gerechnet sie soll die Mutter des Messias werden! Das wider­spricht jeder mensch­lichen Logik und Handelns zu jeder Zeit.
Aber gerade darum zeigt dieses Ereignis Gottes Hand­schrift:
Gott begibt sich ganz bewusst in diese Niedrig­keit.
Er handelt ganz bewusst so an uns Menschen.
Nun entsprang Gottes über­raschendes Geschenk an Maria freilich nicht einer plötzlichen Einfall.
So un­verständlich und über­raschend Gott oft handelt nach mensch­licher Be­urteilung,
so planvoll und gezielt geschieht es aus seiner Ewigkeits-Per­spektive, für seinen Heilsplan für uns alle Menschen, der seit Anbeginn besteht..
Darüber gibt Gabriel der Maria auch Rechen­schaft: „Gott der Herr wird ihm (dem Kind) den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“
Da klingen die Worte an, die über tausend Jahre zuvor der Prophet dem König David geweissagt hatte von seinem Nachkommen, der einmal ewig herrschen würde.
Diese Verheißung hat Gott durch viele Propheten ständig wiederholen lassen; nun erfüllt sie sich durch Maria.
Diesen Davidssohn, diesen Erlöser hatte Gott bereits zu senden be­schlossen, als die Welt noch ganz jung gewesen war, vor langer Zeit..
Für Maria mochte es ganz unerwartet kommen, für Gott ist es die Erfüllung seines Heilsplans, eines Heilsplans, der im großen Bogen die ganze Welt­geschichte überspannt und der im Kommen Jesu Christi seinen Höhepunkt hat.
Der Überbringer dieses Geschenks ist Gottes Heiliger Geist, wie Gabriel erklärt:
„Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich über­schatten.“
Außerdem bekommt Maria ein Wunder­zeichen, dass es wirklich Gottes Tat und kein Irrtum ist:
„Siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei.“
Nun könnte man denken, dass Maria über dieses Geschenk eher erschrocken als erfreut war.
Immerhin hatte man als un­verheiratete Schwangere damals keinen leichten Stand.
Auch mag es sein, dass diese göttliche Botschaft ihre ganze Lebens­planung über den Haufen warf.
Vielleicht war sie innerlich noch gar nicht darauf ein­gestellt, ein Kind zu bekommen.
Aber Maria geht mit diesem Geschenk wider Erwarten gut um. Sie lernt hier schnell die Kunst, sich von Gott beschenken zu lassen.
Sie sagt: „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast.“
Nun würde diese Geschichte nicht in der Bibel stehen, wenn es hier nur um Gottes privates Geschenk an Maria ginge.
3.
Aber es geht ja um mehr.
Es geht um Gottes Geschenk an alle Menschen, es geht um Gottes Geschenk auch an uns.
„Jesus“ soll er heißen, zu deutsch „Retter“ oder „Heiland“, und der Name ist Gottes Programm:
Rettung soll durch ihn allen Menschen wider­fahren.
Alle Menschen sind durch die Macht der Sünde von Gott getrennt.Dadurch gehen alle Menschen ohne Gott verloren, weil diese Macht den ewigen Tod bedeutet.
Diese Trennung will Gott überwinden.
Durch eine Rettung, in dessen Schlüssel Gott liegt.
„Er wird ein König sein über das Haus Jakob“, kündete der Engel an.
Mit dem Haus Jakob ist das Volk Israel gemeint, aber nicht von seiner leiblichen, sondern von seiner geistlichen Abstammung her.
Alle, die wie Abraham auf Gott vertrauen, sind seine Kinder und bilden das wahre Israel, das wahre Haus Jakob. So ist dieses Geschenk, das Maria bekam, Gottes Geschenk an uns.
Wir haben durch Maria diesen Heiland und König geschenkt bekommen.
Gott macht uns dieses Geschenk immer wieder neu. Jesus kommt immer wieder neu auf die Welt, nämlich dort, wo sein Wort verkündigt wird, sei es mit der Schrift oder der Predigt auch hier gerade am Sonntag in dieser Kirche. .
Es ist bis zum heutigen Tag so, dass der Heilige Geist als Gottes Geschenk­bote dient.
Gottes Wort aber und dessen Verkündigung sind die Kanäle, durch die der Heilige Geist zu uns kommt und mit Jesus beschenkt – mit der besten und kostbarsten Gabe, die Gott zu verschenken hat.
Liebe Gemeinde, lasst es uns der Maria gleich tun und dieses Geschenk freudig annehmen!
Mag sein, dass wir seinen Wert nicht immer gleich erkennen und enttäuscht sind, wie so mancher von seinen Geschenk zu Weihnachten.
Mag sein, dass manches Gemeinde­glied in der vor uns liegenden gottes­dienst­reichen Zeit mault und denkt, dass das viele zur Kirche gehen ziemlich stressig werden wird.
Vielleicht finden viele gerade junge Menschen auch Liturgie und Predigt aus­gesprochen langweilig.
Aber bedenkt: Hier kommt Gottes bestes und kostbarstes Geschenk zu uns!
Hier kommt Jesus Christus, der Sohn Gottes selbst zu uns durch den Heiligen Geist, durch Wort !
Hier beschenkt uns Gott mit dem Ziel, dass wir uns freuen können, über den Tod hinaus freuen, ewig freuen!
Weil wir mit seinen Sohn des Weg in Vaterhaus gehen können.Lernen auch wir die Kunst, Gottes Geschenk für unser Leben anzunehmen und es bestimmen zu lassen.
Auch wenn es mit machen Geschenk unter dem Baum zum Weihnachtsfest nicht so ist.
Schätzen wir den Wert dieser himmlischen Gabe und Geschenkes für unser Leben recht ein!
Wenn wir wissen, was wir mit Jesus Christus geschenkt bekommen, dann werden wir entdecken:
Alles andere, was uns im Leben widerfährt, sind Gottes gute Gaben in Jesu Namen.
Auch wenn es uns überrascht, unsere Lebens­planung über den Haufen wirft oder im ersten Moment enttäuscht:
Lassen wir uns überraschen von Gott; es ist spannend, so zu leben!
Und wir können nichts Besseres für unser Leben tun wie es auch Maria getan hat, als stets zu sagen: „Siehe, ich bin des Herrn Magd!“, oder: „Ich bin des Herrn Knecht!“ Amen.

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7.So. n.Trinitatis

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 18.07.2010 gg. 06:34

Predigtgottesdienst in Quatitz/Guttau
7.So. n.Trinitatis
Apg 2, 41-47

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was eine Gemeinde in ihren Sinn ausmacht?
Da stellen sich Fragen wie:
Was gefällt mir an unserer Gemeinde ?
Wann und vor allen warum fühle ich mich in ihr hingezogen?
Was bringt mich eigentlich dazu, da hinzugehen und dabei zu bleiben?
Wann finde ich Gefallen an einer Gemeinde oder wann findet eine Gemeinde mein Wohlwollen?
Wer Dienst für die Gemeinde tut oder sich durch die Arbeit im Kirchenvorstand mitverantwortlich fühlt, der fragt vielleicht anders herum:
Was könnten wir tun, damit Menschen aus unser dörflichen Umgebung sich von der Botschaft Gottes angesprochen fühlen?
In unserer heutigen Zeit denkt man an große Aktionen wie eine Großevangelisation und an eine entsprechende Werbung für diese Tage.

Aber diese Art der Verkündigung hat nur Sinn, wenn das eigentliche Ziel klar ist,,
wofür ich andere Menschen gewinnen will oder anders gesagt,
was ich mit ihnen im Leben teilen möchte.
Der für heute vorgesehene Predigttext nennt so einige Punkte, die eine Gemeinde Gottes im tieferen Sinn von der Bibel her ausmacht .
Darüber stellt uns Lukas in unseren Predigttext einige Punkt dar.

Der christliche Glaube an Gott und die damit verbundene Nachfolge knüpft als erstes an die eigene Taufe und das damit einhergehende Bekenntnis an.
Der persönliche und bekennende Glaube an Gott und Jesus Christus ist der Schritt,
durch den die Taufe im Glauben bedeutungsvoll wird.
Dieser lebendige Glaube an Gott wird dann im Leben der Gemeinde miteinander praktisch gelebt.
Vier Dinge zeigen, wie in der christlichen Gemeinde der persönliche Glaube Gestalt gewinnt und darin für andere Menschen um uns herum sichtbar wird:

1.
Die ersten Christen “ließen sich regelmäßig von den Aposteln unterrichten”
Es sind die Pfarrer und die anderen Mitarbeiter,
die geschult uns das Wort Gottes,
sei es in der Predigt oder in anderen Weise die Wort der Bibel verkündigen.
Christliche Gemeinde ist der Ort, an dem wir miteinander lernen,
z.B. im gemeinsamen Nachdenken über biblische Texte.
Wir lernen von und aus der Bibel, Gottes inspiriertes Wort.
Dort wird uns von Gott und von Jesus berichtet.
Dazu gehört, dass wir in den Gottesdienst am Sonntag gehen und uns in der Predigt das Wort Gottes in unsere heutige Zeit verdolmetschen lassen,
d.h. sich davon für sein Leben leiten zu lassen.
Es ist wichtig, dass wir persönlich für uns zu Hause in der Bibel, bzw. die Kinder in der Kinderbibel lesen.
Es ist Wichtig jeden Tag unter ein Wort der Bibel zustellen z.B. wie in den Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine.
Richtig lebendig wird es dann,
wenn wir uns treffen und über das Gelesene sprechen und unsere Erfahrungen miteinander teilen
und im Alltag dies erleben..
Zum Beispiel auf einer christlichen Freizeit im Urlaub.
Wir brauchen Gott, der unserem Leben Ziel,
Maß und Richtung gibt,
der uns lieb hat und uns allen einen unendlichen Wert schenkt und zuspricht.
Nun können sich viele hier wahrscheinlich nicht so recht vorstellen,
wie das auf einer Freizeit so ist und zugeht.
Ihnen fehlt die Erfahrung einer solchen längeren Zeit in der Gruppe.
Aber auch schon unsere Gemeindekreise können etwas davon vermitteln, was das heißt:
Mitmenschen zu haben, die für mich da sind und für die ich da sein kann,
Mitchristen, die im gleichen Glauben stehen oder auch die gleichen Zweifel und Schwierigkeiten mit manchen Dingen des Glaubens haben.
Wir lernen durch das Vorbild anderer Christen,
die uns durch ihr Lebenszeugnis zeigen,
wie christlicher Glaube aussieht.
Neben Menschen die hier in Deutschland ihren Glauben leben, sind das auch Menschen in der Mission und anderen Ländern.

Zwei Dinge, die uns helfen im Glauben an den lebendigen Gott weiterzukommen sind unsere verschiedenen Kreise.
Für jung und alt gibt es hier Gruppen, die sich Treffen über die Bibel und den Glauben, über Gott und die Welt reden.
Da ist die Junge Gemeinde, der Altenkreis oder einen Bibelstunde, die einen im Glauben weiterhelfen.
Das hilft uns dann auch unseren christlichen Glauben besser zu verstehen.

2
Die ersten Christen “lebten in brüderlicher Gemeinschaft”
Christliche Gemeinde ist der Ort, an dem Christen sich treffen, Gottesdienst feiern und zu Gott beten.
Wer sagt, ich brauche die Mitgliedschaft der Gemeinde und den sonntäglichen Gottesdienstbesuch nicht,
der gleicht dem Mann, der sagt,
ich brauche die Fußballmannschaft nicht,
ich kann alleine Fußball spielen.
Gerade in der Zeit nach der Weltmeisterschaft ist vielen klar, dass das eben als Alleinspieler im Fußball und im Glauben ebenfalls nicht geht.
Christlicher Glaube ist wie eine Mannschaftssportart.
Nur in der Gemeinschaft kann man bestehen..
Wir treffen uns im Gottesdienst, damit Gott uns für unser Leben Gutes tun und wir miteinander Gott loben können.
Das ist ein guter Start in den Sonntag, ihn gemeinsam mit anderen Christen zu beginnen.
Der Gottesdienst ist die Kraftquelle für den Alltag,
ich kann durch ihn mein Leben durch das Wort auf Gott ausrichten und neue Kraft im Glauben tanken .
Der Sonntag als freier Tag dazu ist das große Geschenk Gottes an uns.
In der Gemeinde gibt es weitere Veranstaltungen damit deutlich wird, dass Gott auch unseren Alltag bestimmen möchte.
Gemeinschaft bedeutet auch miteinander zu reden und sich auszutauschen.
Ohne Kommunikation miteinander gehen Menschen ohne Gemeinschaft zu Grunde.
Vielleicht kennen sie das Experiment, was unter Friedrich II durchführt worden sein soll.
Es ging um die Erforschung der Ursprache des Menschen.
Einige elternlose Säuglinge wurden in einem Haus zusammengebracht, wo für sie jegliche Art von körperlicher Pflege anordnet wurde.
Allerdings verbot man den Pflegern, mit den Kindern zu reden.
So sollte sich herausstellen, welche Sprache sie von sich aus spontan sprechen würden.
Man erwartete, dass es entweder hebräisch, griechisch oder eine andere Sprache sein würde.
Das waren die damals als Urmöglichkeiten betrachteten Sprachen.
Aber es war weder eine dieser Sprachen noch war es die Mundart der Eltern.
Statt zu sprechen waren die Kinder nach kurzer Zeit tot. Ihnen fehlte die Liebe, Nähe und Gemeinschaft der Mutter.
Die Wärme der anderen Menschen.
Aufeinander zugehen, sich wahrnehmen
So wichtig ist Gemeinschaft.
Achtet aufeinander und schaut in unseren gemeinsamen Tun , dass jeder die Nöte des anderen in seiner Gemeinde wahrnimmt.
Da können wir es einüben, was wir im Text unter geschwisterlicher Gemeinschaft lesen.

3.
Die ersten Christen “feierten das Abendmahl”

Bei aller Schwierigkeiten mancher Christen,
die Abendmahlsfeiern in den Gottesdienstes zu besuchen,
wir kommen am Tisch des Herrn wirklich und wahrhaftig mit Jesus Christus, den Sohn Gottes in Kontakt,
Er ist und bleibt der Gastgeber des Abendmahls der Gemeinde,
er ruft uns, er beschenkt uns mit seiner Nähe und der Vergebung unserer Schuld.
Er hat einen Auftrag für uns, wenn wir von seinem Tisch kommen und Gemeinschaft hatten
er sendet uns unter die Menschen, dass wir ihnen zeigen und so leben, dass sie spüren:
Wir sind seine Leute
Das gilt weiter vom Abendmahl, das wir miteinander feiern.
Vier Dinge sind beim Abendmahl ganz besonders wichtig:

a.
die Gemeinschaft derer, die miteinander feiern;
hier wird der zuvor angesprochene Punkt ganz praktisch;
wir bilden einen Halbkreis vor den Altar und zeigen so, das wir als Gemeinde zusammen gehören und uns gemeinsam auf Gott ausrichten.

b.
Jesus,der auferstandene Sohn Gottes
kommt uns im Abendmahl nahe und wir erinnern uns an ihn;
das wir in den sichtbaren Zeichen Brot und Wein für unser Leben ganz greifbar ist

c.
Wir werden gewiss, dass Gott durch seinen Sohnes unschuldigen Tod am Kreuz auf Golgatha unsere Schuld und Sünde vergeben hat.
Hier wird uns die Vergebung für unsere Sünden zugesprochen.
Was wir bei Gott an Verfehlungen abgegeben haben, das ist wirklich weggenommen.
Durch ihn wurde uns die Tür zum ewigen Leben geöffnet.

d.
Es weckt in uns Hoffnung auf das große Festmahl, dass wir mit Jesus im Himmel feiern werden.
Hier haben wir die lebendige Hoffnung, das gibt uns Kraft für unseren Alltag und unseren Weg durch die Höhen und die Tiefen des Lebens.

4.
Die ersten Christen “beteten miteinander”
Christliche Gemeinde ist der Ort, an dem Christen zusammen beten, oder um es anders mit einen Lied zu sagen:
„Beten ist Reden mit Gott und Hören“
In unserer Gemeinde in Malschwitz gibt es eine kleine Gruppen von zwei oder drei Menschen,
die sich am Donnerstag treffen, um miteinander zu beten.
Hier können die Dinge, die für unser Leben und die Gemeinde wichtig sind, mit Gott besprochen werden.
Und es stellt sich in dieser Sache oft die Frage:
„Wann habe ich selbst allein mit Gott das letzte Mal geredet?“

So wie eine Freundschaft vom miteinander reden lebt, so lebt unser Glaube vom Gespräch mit Gott.
Beten ist vielseitig:
Wir können Gott danken, für das was er uns Gutes im Leben geschenkt hat.
Wir dürfen Gott bitten, für das was wir brauchen.
Wir sollen andere Menschen in den Blick nehmen,
weil wir ihnen wünschen, dass Gott ihnen Gutes schenkt.
Und nicht zuletzt dürfen wir Gott loben und preisen, weil er so groß und herrlich ist.

Die Folge von diesen vier Kennzeichen christlicher Gemeinde ist:
“Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott erfüllte sie alle.”
Gott prägt dann das ganze Leben.
Durch diese Prägung haben die ersten Christen eine Menge mit Gott im Glauben erlebt.
Lass dein Leben von Gott prägen und du erfährst und erlebst eine getragenen Weg mit dem lebendigen Gott.
Wir brauchen Gott und die Gemeinschaft mit denen, die zu ihm gehören.
Wer die Freude erfahren hat, die in der christlichen Gemeinschaft liegt,
der kann gar nicht mehr von Gott, seiner Sache und seinen Leuten lassen!
Diese alle bitte ich heute,
auch dafür vor anderen Menschen zu zeugen.
Oft fehlt bei unseren Mitmenschen und manchen Mitchristen nur noch ein kleiner Anstoß, dass mitkommen und sich einladen lassen.

Wie schön, wenn das bei uns mehr und mehr wahr würde, was in den Versen der Apostelgeschichte am Ende steht:
“Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.”
Ich halte es nicht für übertrieben,
von Rettung zu sprechen,
wenn ein Mensch aus seiner Einsamkeit und Vereinzelung herauskommt und zu Gott und seiner Gemeinde finde

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Kolosser 3, 12-17

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 02.05.2010 gg. 07:51

Predigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
Kolosser 3,12-17

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

„Kleider machen Leute“ so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund.
Auch heißt wegen verschiedener Erfahrungen nach der Wende oft:
„In einem guten Anzug steckt nicht immer ein guter Kerl„
Die Wintermonate sind vorbei, jetzt können wir die dicken Wintersachen endlich wegpacken.
Die meisten von uns haben in den letzten Wochen vor dem Kleiderschrank gestanden und sich beim Anblick des Wetters gefragt, welche Sachen man wohl heute anziehen sollte.
Spätestens wenn man selbst für eine Reise seine Koffer packen muss oder eine wichtige Feier ins Haus steht, dann beginnt ein Problem zu Hause immer wieder von Neuen.
„Was ziehe ich denn an?“ so sagen die Männer und die Frauen erklären im Anblick des vollen Kleiderschrankes: „Ich habe nichts zum anziehen!“
Wer kennt diese Frage nicht?
Hinter diesen schwingt oftmals ein Unterton leichter Verzweiflung mit.
Was ziehe ich denn nur an?
Diese Frage vor so einen Ereignis beschäftigt manche Menschen oft tagelang
Das Blaue mag ich nicht,
mit meinen guten schwarzen Anzug fühle ich mich möglicherweise völlig fehl am Platz in dieser Veranstaltung,
aber die guten Jeans passen auch nicht.
Viele haben es sicher schon erlebt, wie es ist,
falsch angezogen zu so einen Treffen zu kommen.
Es spielt eben einen Rolle, was ich an Sachen anhabe.
So zeige ich mich andern, so werde ich von ihnen gesehen.
Was ziehe ich zu diesen Treffen an?
Wie begegne ich anderen Menschen?
Das sind wichtige Fragen, für andere ebenso wie fdigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
ür mich.
Aber eigentlich geht es in unseren Predigttext um ein anderes Thema:
Wie lebt man eigentlich als Christ?
Und das ist natürlich nicht nur eine Frage der Außenwirkung, wie es das Bild vom „Anziehen” vielleicht nahe legen könnte.
Das Erscheinungsbild und die damit verbundene Darstellung kann einen falschen Eindruck vermitteln.
Die Kleidung kann eine Ver-Kleidung sein,
ein Schauspielstück, im Theater,
das die Zuschauer täuscht statt sie gut zu unterhalten.
Die scheinbare „Freundlichkeit” kann sich möglicherweise schnell als frommes Getue erweisen,
die „Demut” als eitle Selbstverrenkung.
Man kennt das zur Genüge, und der schale Beigeschmack davon liegt manchem immer noch spürbar auf der Zunge.

1.
Es hört sich eben so leicht an, was uns heute in den Predigttext zugerufen wird:
„„Ziehet nun an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Als ob man eine bestimmte Jacke oder eine Hose für eine Feier anzieht und damit sein ganzes Leben lang richtig in der Erscheinung liegt.
Eigentlich stimmt die Formulierung auch nicht ganz , denn es handelt sich hier um innere Qualitäten,
um den inneren Menschen,
um Lebensinhalte und Zielsetzung.
Die kommt nicht von außen und die zieht man nicht leicht und locker an und aus.
Sie befinden sich tief im inneren Leben des Menschen und ist sehr oft die Frucht eines langen und meistens streitenden Glaubenslebens.
Was steckt dahinter? Hat es vielleicht etwas zu tun mit den Kolossern im allgemeinen oder mit der christlichen Gemeinde besonderen zu tun? Vieles wissen wir dazu nicht.
Und noch ein weiteren Gedanken erfahren wir.
Von Liebe redet auch der heutige Text .
„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Die Liebe wird da verglichen mit einem Band, das alles zusammenhält.
Dazu muss man sich kurz ins Gedächtnis rufen, wie das früher war mit der Kleidung der Menschen. Man hatte ja im Grunde nur große Tücher und Gewänder aus einen Stück gewebt.
Hosen und T-Shirts, Knöpfe und Reißverschlüsse, das alles gab es ja noch nicht.Erst durch ein Band, das über alle Tücher um den Körper geschlungen wurde, bekam die Kleidung Halt .
Und so ist das mit der Liebe auch, sagt Paulus.
Erst durch die Liebe wird das Leben wirklich lebenswert, bekommt es Halt und Formen.
Und ohne Liebe im Leben ist eigentlich alles zum Scheitern verurteilt.
Die besten Gaben und Talente eines jeden Menschen helfen einem persönlich nichts, wenn man nicht geliebt wird oder nicht lieben kann
Auch Reichtum, Geld, viel Macht und „bewundert werden“ in seiner Lebensstellung können diese Liebe nicht ersetzen. Aber wie komme ich an Liebe heran?
Wie erfahre ich sie? Und was versetzt mich in die Lage, sie an andere weiterzugeben und sie mit ihnen zu teilen?
Der Apostel Paulus sagt uns hier ganz deutlich:
Ihr müsst sie ganz einfach anziehen wie ein Kleidungsstück, das für euch parat liegt.
So wie wir morgens Socken, Hose und Pullover überstreift, genauso müssen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und Bescheidenheit,
Milde und Geduld anlegen.
„Als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; …und über alles zieht an die Liebe.“
Leicht gesagt bei unser heutigen große Auswahl für Lebensinhalten.
Fragt sich nur, wo wir denn diese besonderen Kleidungsstücke für Leben finden.
Im Schrank hängen sie nicht, unterm Bett könnten wir auch lange suchen und zu kaufen gibt es sie nicht.
Wo finden wir Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Milde?
Wo finden wir Liebe?

2
Unser Bibelwort heute nennt uns zwei Orte, wo wir die lebensnotwendige Liebe finden können.

a) Als erstes nennt es uns das Wort Christi:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“.
Was sich etwas schwierig anhört, bedeutet nichts weiter als das Beschäftigen und mit Gottes Wert.
Sei es zu Hause mit seiner Bibel, in unseren Kreisen der Gemeinde und in den Hören der Predigt in den Gottesdiensten.
Leider ist die Bibel bei viele zu Hause seit der Konfirmation und Trauung gut versteckt im Bücherschrank in der hinteren Ecke unter einer Staubschicht.
Machen wir uns auf, sie neu zu suchen und ihre Wahrheiten für unser Leben zu entdecken.

b) Und ein zweiten Ort wird uns als Quelle der Liebe genannt wird:
„Ermahnt einander“ – oder besser übersetzt – „stärkt und ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ V.16
Es gibt natürlich auch noch andere Quellen, wie z.B. das Abendmahl und die Beichte und das Gebet, aber heute besonders an diesen Sonntag Kantate werden wir einmal besonders auf die Lieder und Gesänge hingewiesen
Lieder, die wir miteinander anstimmen, und auf die Worte von Jesus Christus, in denen uns die Liebe Gottes nahe kommt,
können Besitz von uns ergreift.
Dass wir in der Kirche beim Gottesdienst miteinander singen und unsere Orgel erklingen lassen, ist also mehr als nur schmückendes Beiwerk.
Es ist nicht nur ein Teil des Gottesdienstes, damit die Stunde am Sonntagmorgen ein wenig voll wird.
Ohne Musik - und nebenbei, aber deutlich sei gesagt: ohne Kirchenmusiker! - kann ich mir christlichen Gottesdienst und gemeindliches Leben nur ganz schwer vorstellen.

Das Miteinander-Singen und Musizieren geistlicher Lieder dient dazu,
uns gegenseitig mit der Botschaft von Jesus Christus aufzubauen und zu stärken,
uns gegenseitig zu trösten und auf den Weg des Glauben weiter voranzubringen.
Es ist geistliche Anbetung unseres Gottes,eben Liturgie.
Bei Kausualien kann man das oftmals erleben, welche Kraft geistliche Lieder haben.
Ich denke hier ganz besonders an manche Beerdigung und die getragenen Lieder des Trostes und der Hoffnung aus unseren Gesangbuch.
Solche bekannten Lieder wie „ So nimm den meine Hände.., die das ganze Elend und Verzweiflung in dieser schwierigen Situation mittragen.
Und ein zweites Beispiel fällt hier mir ein.
Da sind zwei Gruppen, oftmals im Kirchenvorstand, die um eine ganz bestimmte Entscheidung in einer Sache hart ringen und streiten und sich nicht einig werden können.
Die einen wollen genau das Gegenteil von dem, was die andern wollen.
Und beide haben irgendwie Recht und in diese Sache muss eine Lösung her.
Beiden Gruppen muss man zugestehen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen in der Verantwortung vor Gottes Wort halten und daraus ihre Erkenntnis gewonnen haben.
Und keiner ist in der Lage, einen Kompromiss zur Entscheidung finden, so dass man diese dann schließlich ergebnislos auf einen neuen Termin vertagen muss.
Aber statt dann einfach verärgert auseinander zu laufen, wird noch ein Lied aus dem Gesangbuch gesungen und ein Gebet gesprochen.
Daran sieht man, wie wir miteinander umgehen und: man hört es an dem, was ihr miteinander singt!
Diese Aussage unseres Textes bedarf am Sonntag Kantate besonderer Aufmerksamkeit. Das ist ja klar.
Das Singen von Psalmen und Lobgesängen ist ein wesentliches Stück Glaubenspraxis.
Gesang schafft eine neue Atmosphäre, lässt Vertrautes lebendig werden und hebt uns selbst ein Stück über unser eigenes Sein im Leben hinaus.
Singen gehört einfach dazu, nicht nur am Sonntag Kantate, sondern immer wenn Christen in der Gemeinde zusammenkommen.
Im Gesang gewinnt der Glaube eine besondere Gestalt, da wird er erlebbar und verbindet erneut.
Und wie oft hat man schon erlebt, dass diese Menschen danach trotz aller Meinungsverschiedenheit auseinander gegangen sind,
in dem Bewusstsein diese miteinander tun:
Es gibt etwas, das größer ist als all das,
worüber wir uns gestritten haben.
Jesus Christus ist da, der uns gleichermaßen liebt und für unser aller Sünde am Kreuz zu Karfreitag gestorben und am Ostermorgen auferstanden ist.
In ihm sind wir eins, obwohl wir an diesen einem Punkt gerade eben total gegensätzlicher Meinung sind.
Er ist das Band des Friedens.
Er ist die Liebe, die uns über alle Meinungsverschiedenheit und Sachzwänge hinweg verbindet und zusammenhält.
Dann geht man in der guten Hoffnung auseinander, dass man beim nächsten Treffen eine Lösung finden werden.
3
Ja, miteinander singen, miteinander geistliche Lieder anstimmen, wirkt oft wie eine Medizin, die unsere vergifteten Beziehungen heilt.
In geistlichen Liedern werden wir eins und tauchen in die Liebe Gottes ein.
Sie holt uns heraus aus Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.
Sie füllen uns an mit Hoffnung und neuer Lebenskraft.
Sie lassen uns eines Geistes und Sinnes werden und machen uns fähig,
einander zu vergeben und mit Milde und Geduld im weiteren Weg des Lebens zu begegnen.
Sie tut das, weil durch sie Christi Worte in Tiefen unserer Seele und unseres Sein vordringen,
wohin menschliche Worte – und seien sie noch so weise und von Geduld getragen - niemals gelangen würden.
In diesen Zusammenhang fällt mir aus der Zeit meiner Jugend etwas ein, was wir in der Jungen Gemeinde oftmals gesagt haben.
„Das gesungene Lied ist auch ein gesprochenes Gebet zu Gott“
Dazu wurde oft das Lied aus den Jugendmappen gesungen: „Beten ist reden mit Gott …
Selbst das Danklied eines großen Brummer im Chor der Gemeinde , wenn es vom Herzen kommt, ist dem Herren wohl gefällig.
Da bin ich ganz zuversichtlich.
Singen ist eben mehr als nur Musikmachen.
Genau dafür hat uns Gott die Musik gegeben.
Sie ist eine wunderbare Gabe seiner Schöpfung.
Sie ist ein besonderes Mittel zur Verbreitung seines Wortes und damit seines Heils und seiner Liebe zu uns Menschen , als seiner gefallenen Schöpfung.

Es sind scheinbar einfache Antworten, die unser Text bereit hält:
aus dem vollen Herzen heraus,
in Achtsamkeit zu einander in der Gemeinde,
mit den Liedern der Dankbarkeit auf den Lippen.
Das ist nicht alles, aber viel.
Wo es in Demut und Liebe,
also im Namen Jesu geschieht,
da leben wir als Christen - uns selbst zum Segen und Gott zur Ehre.

Amen

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn,
Kolosser 3,12-17

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

„Kleider machen Leute“ so lautet ein Sprichwort aus dem Volksmund.
Auch heißt wegen verschiedener Erfahrungen nach der Wende oft:
„In einem guten Anzug steckt nicht immer ein guter Kerl„
Die Wintermonate sind vorbei, jetzt können wir die dicken Wintersachen endlich wegpacken.
Die meisten von uns haben in den letzten Wochen vor dem Kleiderschrank gestanden und sich beim Anblick des Wetters gefragt, welche Sachen man wohl heute anziehen sollte.
Spätestens wenn man selbst für eine Reise seine Koffer packen muss oder eine wichtige Feier ins Haus steht, dann beginnt ein Problem zu Hause immer wieder von Neuen.
„Was ziehe ich denn an?“ so sagen die Männer und die Frauen erklären im Anblick des vollen Kleiderschrankes: „Ich habe nichts zum anziehen!“
Wer kennt diese Frage nicht?
Hinter diesen schwingt oftmals ein Unterton leichter Verzweiflung mit.
Was ziehe ich denn nur an?
Diese Frage vor so einen Ereignis beschäftigt manche Menschen oft tagelang
Das Blaue mag ich nicht,
mit meinen guten schwarzen Anzug fühle ich mich möglicherweise völlig fehl am Platz in dieser Veranstaltung,
aber die guten Jeans passen auch nicht.
Viele haben es sicher schon erlebt, wie es ist,
falsch angezogen zu so einen Treffen zu kommen.
Es spielt eben einen Rolle, was ich an Sachen anhabe.
So zeige ich mich andern, so werde ich von ihnen gesehen.
Was ziehe ich zu diesen Treffen an?
Wie begegne ich anderen Menschen?
Das sind wichtige Fragen, für andere ebenso wie fdigtgottesdienst zu Kantate in Baruth
ür mich.
Aber eigentlich geht es in unseren Predigttext um ein anderes Thema:
Wie lebt man eigentlich als Christ?
Und das ist natürlich nicht nur eine Frage der Außenwirkung, wie es das Bild vom „Anziehen” vielleicht nahe legen könnte.
Das Erscheinungsbild und die damit verbundene Darstellung kann einen falschen Eindruck vermitteln.
Die Kleidung kann eine Ver-Kleidung sein,
ein Schauspielstück, im Theater,
das die Zuschauer täuscht statt sie gut zu unterhalten.
Die scheinbare „Freundlichkeit” kann sich möglicherweise schnell als frommes Getue erweisen,
die „Demut” als eitle Selbstverrenkung.
Man kennt das zur Genüge, und der schale Beigeschmack davon liegt manchem immer noch spürbar auf der Zunge.

1.
Es hört sich eben so leicht an, was uns heute in den Predigttext zugerufen wird:
„„Ziehet nun an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“
Als ob man eine bestimmte Jacke oder eine Hose für eine Feier anzieht und damit sein ganzes Leben lang richtig in der Erscheinung liegt.
Eigentlich stimmt die Formulierung auch nicht ganz , denn es handelt sich hier um innere Qualitäten,
um den inneren Menschen,
um Lebensinhalte und Zielsetzung.
Die kommt nicht von außen und die zieht man nicht leicht und locker an und aus.
Sie befinden sich tief im inneren Leben des Menschen und ist sehr oft die Frucht eines langen und meistens streitenden Glaubenslebens.
Was steckt dahinter? Hat es vielleicht etwas zu tun mit den Kolossern im allgemeinen oder mit der christlichen Gemeinde besonderen zu tun? Vieles wissen wir dazu nicht.
Und noch ein weiteren Gedanken erfahren wir.
Von Liebe redet auch der heutige Text .
„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Die Liebe wird da verglichen mit einem Band, das alles zusammenhält.
Dazu muss man sich kurz ins Gedächtnis rufen, wie das früher war mit der Kleidung der Menschen. Man hatte ja im Grunde nur große Tücher und Gewänder aus einen Stück gewebt.
Hosen und T-Shirts, Knöpfe und Reißverschlüsse, das alles gab es ja noch nicht.Erst durch ein Band, das über alle Tücher um den Körper geschlungen wurde, bekam die Kleidung Halt .
Und so ist das mit der Liebe auch, sagt Paulus.
Erst durch die Liebe wird das Leben wirklich lebenswert, bekommt es Halt und Formen.
Und ohne Liebe im Leben ist eigentlich alles zum Scheitern verurteilt.
Die besten Gaben und Talente eines jeden Menschen helfen einem persönlich nichts, wenn man nicht geliebt wird oder nicht lieben kann
Auch Reichtum, Geld, viel Macht und „bewundert werden“ in seiner Lebensstellung können diese Liebe nicht ersetzen. Aber wie komme ich an Liebe heran?
Wie erfahre ich sie? Und was versetzt mich in die Lage, sie an andere weiterzugeben und sie mit ihnen zu teilen?
Der Apostel Paulus sagt uns hier ganz deutlich:
Ihr müsst sie ganz einfach anziehen wie ein Kleidungsstück, das für euch parat liegt.
So wie wir morgens Socken, Hose und Pullover überstreift, genauso müssen wir auch herzliches Erbarmen, Freundlichkeit und Bescheidenheit,
Milde und Geduld anlegen.
„Als von Gott Auserwählte, als Heilige und Geliebte zieht an herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; …und über alles zieht an die Liebe.“
Leicht gesagt bei unser heutigen große Auswahl für Lebensinhalten.
Fragt sich nur, wo wir denn diese besonderen Kleidungsstücke für Leben finden.
Im Schrank hängen sie nicht, unterm Bett könnten wir auch lange suchen und zu kaufen gibt es sie nicht.
Wo finden wir Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Milde?
Wo finden wir Liebe?

2
Unser Bibelwort heute nennt uns zwei Orte, wo wir die lebensnotwendige Liebe finden können.

a) Als erstes nennt es uns das Wort Christi:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen“.
Was sich etwas schwierig anhört, bedeutet nichts weiter als das Beschäftigen und mit Gottes Wert.
Sei es zu Hause mit seiner Bibel, in unseren Kreisen der Gemeinde und in den Hören der Predigt in den Gottesdiensten.
Leider ist die Bibel bei viele zu Hause seit der Konfirmation und Trauung gut versteckt im Bücherschrank in der hinteren Ecke unter einer Staubschicht.
Machen wir uns auf, sie neu zu suchen und ihre Wahrheiten für unser Leben zu entdecken.

b) Und ein zweiten Ort wird uns als Quelle der Liebe genannt wird:
„Ermahnt einander“ – oder besser übersetzt – „stärkt und ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern.“ V.16
Es gibt natürlich auch noch andere Quellen, wie z.B. das Abendmahl und die Beichte und das Gebet, aber heute besonders an diesen Sonntag Kantate werden wir einmal besonders auf die Lieder und Gesänge hingewiesen
Lieder, die wir miteinander anstimmen, und auf die Worte von Jesus Christus, in denen uns die Liebe Gottes nahe kommt,
können Besitz von uns ergreift.
Dass wir in der Kirche beim Gottesdienst miteinander singen und unsere Orgel erklingen lassen, ist also mehr als nur schmückendes Beiwerk.
Es ist nicht nur ein Teil des Gottesdienstes, damit die Stunde am Sonntagmorgen ein wenig voll wird.
Ohne Musik - und nebenbei, aber deutlich sei gesagt: ohne Kirchenmusiker! - kann ich mir christlichen Gottesdienst und gemeindliches Leben nur ganz schwer vorstellen.

Das Miteinander-Singen und Musizieren geistlicher Lieder dient dazu,
uns gegenseitig mit der Botschaft von Jesus Christus aufzubauen und zu stärken,
uns gegenseitig zu trösten und auf den Weg des Glauben weiter voranzubringen.
Es ist geistliche Anbetung unseres Gottes,eben Liturgie.
Bei Kausualien kann man das oftmals erleben, welche Kraft geistliche Lieder haben.
Ich denke hier ganz besonders an manche Beerdigung und die getragenen Lieder des Trostes und der Hoffnung aus unseren Gesangbuch.
Solche bekannten Lieder wie „ So nimm den meine Hände.., die das ganze Elend und Verzweiflung in dieser schwierigen Situation mittragen.
Und ein zweites Beispiel fällt hier mir ein.
Da sind zwei Gruppen, oftmals im Kirchenvorstand, die um eine ganz bestimmte Entscheidung in einer Sache hart ringen und streiten und sich nicht einig werden können.
Die einen wollen genau das Gegenteil von dem, was die andern wollen.
Und beide haben irgendwie Recht und in diese Sache muss eine Lösung her.
Beiden Gruppen muss man zugestehen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen in der Verantwortung vor Gottes Wort halten und daraus ihre Erkenntnis gewonnen haben.
Und keiner ist in der Lage, einen Kompromiss zur Entscheidung finden, so dass man diese dann schließlich ergebnislos auf einen neuen Termin vertagen muss.
Aber statt dann einfach verärgert auseinander zu laufen, wird noch ein Lied aus dem Gesangbuch gesungen und ein Gebet gesprochen.
Daran sieht man, wie wir miteinander umgehen und: man hört es an dem, was ihr miteinander singt!
Diese Aussage unseres Textes bedarf am Sonntag Kantate besonderer Aufmerksamkeit. Das ist ja klar.
Das Singen von Psalmen und Lobgesängen ist ein wesentliches Stück Glaubenspraxis.
Gesang schafft eine neue Atmosphäre, lässt Vertrautes lebendig werden und hebt uns selbst ein Stück über unser eigenes Sein im Leben hinaus.
Singen gehört einfach dazu, nicht nur am Sonntag Kantate, sondern immer wenn Christen in der Gemeinde zusammenkommen.
Im Gesang gewinnt der Glaube eine besondere Gestalt, da wird er erlebbar und verbindet erneut.
Und wie oft hat man schon erlebt, dass diese Menschen danach trotz aller Meinungsverschiedenheit auseinander gegangen sind,
in dem Bewusstsein diese miteinander tun:
Es gibt etwas, das größer ist als all das,
worüber wir uns gestritten haben.
Jesus Christus ist da, der uns gleichermaßen liebt und für unser aller Sünde am Kreuz zu Karfreitag gestorben und am Ostermorgen auferstanden ist.
In ihm sind wir eins, obwohl wir an diesen einem Punkt gerade eben total gegensätzlicher Meinung sind.
Er ist das Band des Friedens.
Er ist die Liebe, die uns über alle Meinungsverschiedenheit und Sachzwänge hinweg verbindet und zusammenhält.
Dann geht man in der guten Hoffnung auseinander, dass man beim nächsten Treffen eine Lösung finden werden.
3
Ja, miteinander singen, miteinander geistliche Lieder anstimmen, wirkt oft wie eine Medizin, die unsere vergifteten Beziehungen heilt.
In geistlichen Liedern werden wir eins und tauchen in die Liebe Gottes ein.
Sie holt uns heraus aus Einsamkeit und Niedergeschlagenheit.
Sie füllen uns an mit Hoffnung und neuer Lebenskraft.
Sie lassen uns eines Geistes und Sinnes werden und machen uns fähig,
einander zu vergeben und mit Milde und Geduld im weiteren Weg des Lebens zu begegnen.
Sie tut das, weil durch sie Christi Worte in Tiefen unserer Seele und unseres Sein vordringen,
wohin menschliche Worte – und seien sie noch so weise und von Geduld getragen - niemals gelangen würden.
In diesen Zusammenhang fällt mir aus der Zeit meiner Jugend etwas ein, was wir in der Jungen Gemeinde oftmals gesagt haben.
„Das gesungene Lied ist auch ein gesprochenes Gebet zu Gott“
Dazu wurde oft das Lied aus den Jugendmappen gesungen: „Beten ist reden mit Gott …
Selbst das Danklied eines großen Brummer im Chor der Gemeinde , wenn es vom Herzen kommt, ist dem Herren wohl gefällig.
Da bin ich ganz zuversichtlich.
Singen ist eben mehr als nur Musikmachen.
Genau dafür hat uns Gott die Musik gegeben.
Sie ist eine wunderbare Gabe seiner Schöpfung.
Sie ist ein besonderes Mittel zur Verbreitung seines Wortes und damit seines Heils und seiner Liebe zu uns Menschen , als seiner gefallenen Schöpfung.

Es sind scheinbar einfache Antworten, die unser Text bereit hält:
aus dem vollen Herzen heraus,
in Achtsamkeit zu einander in der Gemeinde,
mit den Liedern der Dankbarkeit auf den Lippen.
Das ist nicht alles, aber viel.
Wo es in Demut und Liebe,
also im Namen Jesu geschieht,
da leben wir als Christen - uns selbst zum Segen und Gott zur Ehre.

Amen

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus unsern Herrn,

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1.Petrus 2. 21-25

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 18.04.2010 gg. 06:52

Predigtgottesdienst in Malschwitz /
Guttau
Misericordias Domini

1.Petrus 2. 21-25

Viele Dingen in einen Leben verändern sich, manche müssen neu geordnet werden und manchmal wird ein kompletter Neuanfang gemacht.
Meistens geschieht dies, wenn ein neues Jahr beginnt und viele Menschen diesen Anbeginn mit vielen neuen Vorsätzen und Gedanken beginnen.
Das Jagdjahr, der Beginn der neuen Jagd und damit des Jägers beginnt am 1. April eines Jahres.
Mit diesen Jahr hat vor allen für mich als Jäger ein Neuanfang begonnen.
Ein Revier zur Pacht wurde übernommen und damit auch eine Menge Arbeit damit.
Vergangenen Dienstag habe ich mit Jagdfreunden begonnen, dieses Revier mit jagdlichen Einrichtungen auszustatten.
Die Sonne lacht und eigentlich war es sehr schön als wir Kanzeln errichteten.
Gemeinsam sind wir über eine Wiese gelaufen und plötzlich war da unter der Grasnabe alles weich und unter Wasser.
Man versank regelrecht in die Erde an den nassen Stellen.
Ohne die Stiefel und mancherlei Erfahrungen der Alten für den weiteren Weg wäre ein weiterkommen dort nicht möglich.
Einer nach den anderen ging in der Fußspuren des Vordermannes, weil eben kein anderen Weg durch diesen Sumpf möglich war.
Auch unser heutiger Predigttext redet von solchen Fußspuren und nimmt ein in den Neuen Testament bekanntest Bild vom guten Hirten und der Schaftsherde auf.

1.
Dieses Bildnis vom Hirten mit seiner Herde ist auch heute in unserer Heimat für uns noch eingängig, denn das ist ein Vergleich, mit dem viele etwas anfangen können.
Schafe und Hirten kommen in unserem Umfeld noch vor .
Es hat etwas bestechendes, wenn wir unser Verhältnis zu Gott, wenn wir die Gemeinde mit dem Motiv Hirte und Schafherde umschreiben:
Gott als der Hirte, der seine Schafe behütet und weidet. Ja, so ist es.
Der 23.Psalm, den wir gemeinsam gebetet haben,
ist für viele Menschen in schweren Zeiten im Leben ein wichtiges Wort, dass ihnen in diesen Ausnahmesituationen Trost, Halt und Hoffnung gibt.
Auch mir hat der Psalm in so mancher Lebenssituation mit seinen Trost geholfen..

Dieses Bildgleichnis nimmt wichtige Einsichten und Erfahrungen mit fürs Leben auf.
Der Hirte ist einer, der sich um seine Schafe kümmert. Nicht nur Schafe, sondern auch um in diesen Bild zu bleiben, um die Menschen, um die sich keiner kümmert, die sonst in ihrer Situation verloren gehen.
Der Hirte gibt der Herde Orientierung und ein Ziel:
Er geht voran, die Schafe folgen ihm.
So wie der Altjäger auf dieser nassen Wiese seinen Weg kannte, dessen Fußstapfen wir dann alle gefolgt sind.
Die Schafe haben sich den Hirten anvertrauen, denn er hat den Überblick und weiß, wo es saftige Weiden gibt.
Unter vielen Menschen unserer heutigen Zeit ist die Orientierungslosigkeit im Leben und die Frage nach den Sinn des Lebens ein weit verbreitetes Problem.
Wonach sollen man sich denn noch richten?
Wozu lebe ich eigentlich überhaupt?
Welche Werte gelten noch in einer sich ständig verändernden oft menschlich kalten Welt ?
Wer sagt uns, welcher Weg der richtige im Leben ist?
Ohne Halt und Orientierung kommen selbst mündige Zeitgenossen nicht aus, und es passiert immer wieder, dass man sich auf seinen Lebensweg vollkommen verirrt – eben wie Schafe, die keinen Hirten und damit keine Führung haben.
Und wenn wir einen Hirten haben, dem wir uns voll im Leben anvertrauen können,
mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben,
dann vermittelt das diese Geborgenheit:
Hier sind wir richtig, hier gehören wir hin,
hier sind wir mit unseren Leben gut aufgehoben.

2.
Das Bedürfnis nach einem guten Hirten für Leben scheint mir sehr groß zu sein.
Die Sehnsucht nach einem Helfer,
der mich anspricht und an die Hand nimmt,
der sich um mich kümmert und rät in meiner scheinbar ausweglosen Situation,
der mich leitet und tröstet, spüre ich immer wieder im Umgang mit den Menschen, sei es im Beruf und hier im Predigtamt, eben wie ein Hirte um seine Herde.

Schon Jesus beauftragt seine Jünger für ihren Dienst in der Verkündigung und damit der Gemeinde:
Weidet meine Schafe!
Es ist durchaus verständlich, wenn das Bild vom Hirten mit seiner Schafherde so manchen Menschen aus der
Erwartung seines tiefsten Inneren im Leben spricht.

Dieses gängige Bild ist aber nur ein Vergleich, und Vergleiche hinken, wenn sie überstrapaziert werden.
Dieses Bildgleichnis hat auch seine Grenzen,
ja es kann sogar gefährlich werden,
wenn wir diese überschreiten und Dinge hinein interpretieren..
Die größte Gefahr darin ist eine Erfahrung, die die Menschheit in der Geschichte immer wieder gemacht haben und auch heute noch machen:
Wie oft haben sich angeblich “gute Hirten” als Wölfe im Hirtenmantel erwiesen und die Schafe ins Verderben und in den Tod geführt anstatt auf grüne Weiden.
Wie oft wurde alle Ansprüche dieser oft selbsternannten Führer ohne eine Prüfung des Gesagten und Geforderten übernommen und so mitgegangen.
Wenn ich nur selbst wie ein Schaf sein soll und will, dann verbinde ich damit eine Unmündigkeit im Leben.
Anstatt meinen eigenen Verstand zu benutzen und selbst auf den Weg zu achten, vertraue ich mich mehr oder weniger blind einer Führergestalt an und laufe ihn nach..

Und es ist auch bequem, Verantwortung,
die ich selbst wahrnehmen könnte,
auf einen anderen abzuwälzen:
Soll der doch den Hut aufhaben und Chef sein!
Ich laufe ja nur mit. Und wenn es dann schief läuft, habe ich einen Sündenbock:
Er hat entschieden, wo es langgeht.
Ich bin nur meinem Hirten nachgegangen.
Ich habe nur meine Pflicht getan.
Wenn irgendwo in der menschlichen Gesellschaft und auch in der Kirche das Bild vom Hirten und seiner Herde als Vergleich herangezogen wird, sollten wir wachsam sein und manches in Frage stellen.
Wer benutzt dieses Bild?
Zu welchem Zweck wird es verwendet?
Wer wird als Hirte und wer als Schafherde eingeordnet?

Es ist natürlich auch eine Erfahrung, dass es ohne Führungsverantwortung in der Gemeinde und Kirche nicht funktioniert.
Auch die Erfahrungen in der Welt und ihren unterschiedlichsten Gesellschaftsformen haben uns gezeigt, das ohne einen Führung nur das Chaos reagiert.
Eine Leitung und Führung muss bestehen , sonst geht alles in ein ungeordneten Chaos unter.
Wenn sich so manche selbsternannten “Führer” als Verführer erweisen, bedeutet das nicht, dass Führung an sich schlecht ist.
Und es gibt viele Hirtenämter in unseren Leben:
Eltern sind Hirten für ihre Kinder.
Lehrer für ihre Schüler
Vorgesetzte sind gewissermaßen Hirten für ihre Untergebenen.
Dazu sollen wir stehen.
Aber es haben sich auf Grund der Erfahrungen in der Geschichte Strukturen herausgebildet, die die verschiedenen Hirtenämter nicht unkontrolliert lassen sollen.

In der Bibel sind die Texte, die das Bildnis vom Hirten mit seiner Herde aufgreifen, sind kritische Texte.
Der Prophet Ezechiel greift massiv die Hirten an, die ihr Mandat und Stellung missbrauchen und sich selbst weiden, anstatt sich um die Herde zu kümmern,
die ihnen anvertraut ist.
Und Jesus unterscheidet zwischen einem echten Hirten und einem Mietling, der lediglich seine Arbeit ausübt, aber nicht weiter an den Schafen interessiert ist und sie in einer Notsituation im Stich lässt..

Die Erfahrung mit schlechten Hirten wird also realistisch fürs Leben angesprochen.
Immer, wenn es um menschliche Hirten und tiefgreifende Veränderungen im Leben und unserer Gesellschaft geht, ist Vorsicht geboten.
Auch die Hirten der Kirche sind da nicht ausgenommen.
Wenn die Bibel das Bild vom Hirten positiv aufgreift, dann kennt sie im Grunde nur einen einzigen Hirten:
Gott selbst, bzw. sein Sohn Jesus Christus.
Der 23. Psalm sagt zu Beginn ganz deutlich, wer der Hirte ist:
Der HERR ist mein Hirte, sonst niemand.
Und Jesus sagt von sich selbst: Ich bin der gute Hirte.

3.
Was einen guten Hirten ausmacht, hat Jesus gezeigt: Er hat sich selbst für die Schafe geopfert.
ER hat seinen Weg zum Kreuz auf Golgatha für unsere Schuld und Sünde getan
Jesus sagt:
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der Predigttext aus dem 1. Petrusbrief drückt das auf seine Wiese aus:
Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. .
Oder anders wie im Wald den Fußstapfen des Führer..
Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes auf Golgatha getragen,
damit wir, die wir tot waren durch die Macht der Sünden und der Schuld Gott gegenüber, leben.
Er, der Sündlos war,
ist für unsere Sünde ein für alle mal gestorben.
Durch seine Wunden und Blut sind wir geheilt.
Das macht einen guten Hirten aus.
Er denkt so sehr an seine Schafe, dass er selbst ganz unwichtig wird.
Das Leben der Schafe ist wichtiger als sein eigenes. Das ist natürlich ein Anspruch, dem kaum ein menschlicher Hirte gerecht werden kann.
Damit hat sich Jesus aber als ein glaubwürdiger Hirte erwiesen.
Er kennt die Tiefen und finsteren Täler im Leben,
durch die er seine Herde führt.
Was er ihr mitunter zumutet, hat er selbst erlebt.
Dass wir trotzdem bei ihm gut aufgehoben sind, kommt in den letzten Worten des 23. Psalms zum Ausdruck: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“
Und der 1. Petrusbrief spricht davon, dass der gute Hirte seine Herde wieder sammelt und ihr eine Heimat gibt:
Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen.
Bei Jesus als Führer sehe ich nicht die Gefahr des falschen Hirten.
Wer zu seiner Herde und seiner Gemeinde kommt, muss nicht befürchten, ein unmündiges Schaf zu werden, denn Jesus macht dies nicht:
Er nimmt uns nicht unsere Verantwortung und Entscheidungskompetenzen ab.
Er fordert von uns Entscheidungen und Bekenntnisse.
Im Gegenteil:
Die Bibel enthält keine genauen Vorgaben und Regeln für die Praxis der Nachfolge oder auch für die Organisation des Gemeindelebens.
Da müssen wir schon unsere Verantwortung wahrnehmen und um vernünftige Entscheidungen ringen.
Und manchmal vermissen wir auch unseren Hirten und fragen:
Herr, wo bist du in meinen Leben?
Kannst du uns nicht einfach mal sagen, was wir in unserer Situation machen sollen?
Und wer gehen will, kann gehen.
Jesus ist wie der Vater, der seinem Sohn das Erbteil auszahlt und ihn ziehen lässt, obwohl er weiß,
dass es seinem Kind schlecht gehen wird.
Der sich aber trotzdem riesig freut, wenn der Sohn wieder zurückkommt.
So freut sich Gott über jeden Sünder, der seine Schuld und Sünde erkennt, bekennt und mit seinen „ JA“ zu ihm, den Vater und Hirten umkehrt zum Leben und einen Sinn.

Einen Hirten, der mich behütet und mir trotzdem den Freiraum der Entscheidung lässt
– so einen Hirten möchte ich haben.
Und wir haben ihn:
Unsern Herrn, der uns den Weg vom ewigen Tod zum ewigen Leben durch sein Tod und Auferstehung geebnet hat.

Amen
Das gesprochene Wort gilt!

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Eph 3,14 – 21

Abgelegt unter:Archiv — Jens am 16.04.2010 gg. 08:23

Predigtgottesdienst in Guttau
Exaudi

Eph 3,14 – 21
Wie groß ist die Welt?
Können wir begreifen, welches die Breite
und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist?
In ganz alter Zeit war eine Reise nach Berlin von wegen der Entfernung mehrerer Tage Dauer ein großes Sache, die einen lange im Gedächtnis geblieben ist..
Heute wird es für viele nur noch ein Tagesauflug, wenn eine Besuch und eine Dienstreise dorthin ansteht.
Die meisten Reisen haben trotz der Entfernung für uns einen messbaren Zeitraum
Wer aber kann die Welt in ihrer Gesamtheit ausmessen?
Vorstellen jedenfalls können wir uns das oft auch heute in unseren erlebbaren Dimensionen nicht.
Was uns die heutige Wissenschaft darüber an Zahlen liefert, ist so unfassbar, dass es uns wenig hilft.
Die Welt im Großen wie im Kleinen, der
Nebel im Weltraum und das Wasserstoffatom – beides für viele von uns unvorstellbar.
Das Staunen darüber kommt an kein erfahrbares Ende.
Hier ist kein Gegensatz von Glaube und Naturwissenschaft.
Im Staunen können sich beide treffen.
Das Staunen, so haben schon die alten Griechen
gewusst, ist der Anfang aller Erkenntnis und des Treibens.
Und vielleicht auch das Ende:
Wenn alles ausgeschöpft ist, was menschlicher Verstand durchdringen und erforschen kann, bleibt das Staunen über die großen unerklärlichen Dinge immer noch.
Und doch gibt es etwas, das größer ist als die Welt und noch erstaunlicher:
Die Liebe.
Die Liebe Gottes umfasst und umgibt
alles, was ist, die fernsten Sternhaufen und die kleinsten Elementarteilchen.
Ohne die Liebe Gottes wäre das alles nichts, eine unendliche Leere.
Und ohne die Liebe Gottes wären auch wir nichts.
Nur eine Zusammenballung von Atomen, etwas Physik, etwas Chemie – nichts Nennenswertes.
Das macht uns noch nicht zu Menschen.
Zu Menschen macht uns, dass die Liebe Gott, unseres Schöpfers, in uns wohnt.
Etwas, das größer ist als die ganze Welt und trotzdem erlebbar für jeden einzelnen Menschen ist , hat in einem festen Platz in unseren Sein und Herzen
Das ist das Geheimnis der Liebe.
Was bleibt uns da als Antwort auf alle ungelösten Fragen?

1.
„Ich beuge meine Knie.“
Ich beuge meine Knie vor all dem großen staunen darüber.
Das Knien im Alltag der Gesellschaft und in unserer Kirche ist fast außer Übung gekommen.
Früher haben die Menschen bei ihren Gebeten zu Gott am Tage zu Hause und auf den Feld gekniet. Es war die Ehrfurcht vor dem, mit den sie im Gebet verbunden sind.
Dieser Brauch ist heute fast vollkommen verschwunden, vielen unbekannt.
Im Seminar in Falkenberg wurde in der Gemeinschaft in knien gebetet.
Heute gilt es als sehr katholisch, wenn man bei der Feier eines Gottesdienst in einer ev. Kirche kniet.
Nur ganz einige Anlässe gibt es, wo das Knien mancherorts in Kausualien noch üblich ist.
Die Brautpaare knien zum Segen bei der Hochzeit vor dem Altar ,
die Konfirmanden bei der Einsegnung nach dem Ja-Wort und die Aufnahme in die Gemeinde ,
die kirchlichen Mitarbeitende bei ihrer Einführung in ihren neuen Amt in der Gemeinde und Kirche.
Für die unter uns, welche bei meiner Einführung in das mir übertragene Amt des Prädikanten hier zu Lichtmess in unserer Kirche mit dabei waren, können sich sicher auch daran erinnern, dass ich ebenfalls vor diesen Altar gekniet und durch die anwesenden Brüder gesegnet worden bin.
Beim Knien, ganz gleich aus welchen Anlass,
begeben wir uns in eine offene Haltung,
in der wir nichts tun können,
in der wir offen sind für das, was für uns und an uns getan wird.
So ist es, wenn wir gesegnet werden.
Dazu können wir nichts tun.
Der Segen Gottes in solchen Handlungen ist ein Geschenk, das wir nur empfangen können.
Ein Geschenk ist einen einseitige Willenserklärung, dass nur unserer Annahme bedarf.
„Ja“ sagen zu dem, was dort passiert.
Manchmal ist das Niederknien auch ein Ausdruck der Ehrfurcht bei einem Erlebnis, das einen Menschen in dieser Situation ganz bewegt und beeindruckt.
Ein großartiges Naturerlebnis vielleicht,
die Geburt des ersten Kindes
ein Sonnenaufgang am Meer oder der Anblick des Gebirges.
Das ist so groß und so überwältigend, dass mancher vielleicht denkt:
„Da könnte man niederknien. „
Hier wird das Menschenleben in seiner Niedrigkeit der Schöpfung in einen weiten Raum gestellt.
Und der Raum, der sich uns öffnet, ist nicht leer, er ist
erfüllt von Gott, unseren Schöpfer.
Da kann man niederknien,
aber da kann man sich auch aufrichten,
sich recken und strecken.
Da kann man frei atmen und sich entfalten.
Sicher sind wir immer ganz klein in diesem
großen Raum.
Und man kann fragen, wie es der Psalm 8 tut:
Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,
den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Sind die Menschen unbedeutend in diesem großen Raum?
Sind sie Bewohner eines Planeten, der nur ein Staubkorn im Weltall ist?
Der Dichter des 8. Psalms kommt zu einer anderen Antwort:

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner
Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan.

Was macht den Menschen so besonders, was hebt ihn so heraus?
Es ist die Liebe Gottes, die in ihm wohnt.
Es ist die unverdiente Gnade, mit der Gott uns in unseren Leben begegnen will, mit seiner oftmals grenzenlosen Liebe zu uns.

2.
Die Liebe ist nicht teilbar.
Man kann Liebe in ihren scheinbaren Ausmessungen nicht vermessen,
es gibt keine Maßeinheit dafür – und kein Messinstrument.
Sie ist entweder ganz oder gar nicht vorhanden..
Man kann nicht halb lieben oder ein bisschen oder mit zehn Prozent der vorhandenen Kräfte.
Die Liebe Gottes ist größer als die Welt – aber sie ist nicht in kleine Portionen aufgeteilt.
Wo die Liebe Gottes in uns ist, da erfahren wir die ganze Fülle ihrer Kraft an uns in unseren Leben.
Im Predigttext aus dem Epheserbrief wird auch noch ein anderes Bildgleichnis von Gott dafür gebraucht:
Dass wir in der Liebe eingewurzelt und gegründet
sind.
Die Bilder wechseln in der Beschreibung dazu, aber keins ist groß genug, um die ganze Fülle aufzunehmen.
Aber jedes beleuchtet einen anderen Aspekt dieser auf uns zugehenden Fülle.
Die Liebe ist wie das Erdreich.
Ein Nährboden, auf dem wir
wachsen können, in den wir unsere Wurzeln tief eingraben können und damit fest verankert sind.
Damit die Stürme des Lebens uns nicht umwerfen können und fest stehen, wie die alten Eichen in unserer Heimat.
Und so wie Pflanzen ihre Kraft aus dem Boden ziehen,
ziehen wir unsere Kraft zur Veränderung und Durhchhalten aus der Liebe.
Und indem die Pflanze fest im Boden verankert und verwurzelt ist, hat sie einen Halt gegen die Stürme des Lebens.
Gott ist Liebe – und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm
1. Johannesbrief.
In der Liebe bleiben – das kann ich mir gut im Bild eines Baumes vorstellen, der fest im Boden wurzelt.
Die Liebe ist von langer Dauer – die Liebe hört niemals auf, heißt es im Hohellied der Lieb im 1. Kor 13.
Und zugleich ist sie in jedem Augenblick ganz da.
Die Liebe hat unendlich viele Gestalten, im Großen und im Kleinen.
Sie ist so vielfältig wie die Welt.
Und doch ist sie nur eine einzige wahre Liebe..
Wenn wir ihr wahres Wesen erkennen wollten, müssten wir uns die Liebe an sich vorstellen können,
ihr Gesicht sehen.
Die Liebe Gottes hat ein menschliches Gesicht, das Gesicht des Jesus aus Nazareth, der Christus genannt wird.
In ihm ist die Liebe Gottes anschaubar, erfahrbar und für jeden einzelnen von uns auch erlebbar.
In seinen Handeln an uns Menschen erfahren wir sie ganz persönlich.
ER, der ohne Sünde und Schuldlos im Leben war,
ist für unsere Sünde und Schuld am Kreuz auf Golgatha gestorben.
ER, hat damit ein für allemal vor Gott für unsere Schuld ihm gegenüber bezahlt.
Er, hat den Tod die Macht genommen und uns durch seine Auferstehung zu Ostern unseren Leben ein Sinn und einen Zuversicht gegeben,die über unseren Tod hinaus reicht und bei Gott, unseren Vater in Ewigkeit endet.
Seine ewige Lieb hat aus aus der Macht des Todes errettet, wenn wir sein Angebot der Gnade im Glauben annehmen und ihn in unseren Herzen einlassen.
So ist Gott, so ist die Liebe.

3.
Und so kommt der Predigttext zur tiefsten und geheimnisvollsten Beschreibung von Liebe:
Liebe bedeutet, dass Christus in unseren Herzen wohnt.
Christ sein heißt:
Die Liebe, die in Christus Gestalt gewonnen hat, lebt in uns.
Wir sind dadurch sein Eigentum bis in Ewigkeit.
Paulus sagt an anderer Stelle:
Ich lebe – und Christus lebt in mir.
Das ist die feste Kraft, die wir zum Leben brauchen.
Kraft,die nicht aus uns kommt, sondern aus der Liebe Gottes, die in uns wohnt.
Die Kraft, den Mitmenschen zu lieben – auch den unbequemen, unsympathischen Mitmenschen.
Die Kraft, schwere Zeiten im Leben zu bestehen, wie Not, Krankheit, Trauer.
So werden wir stark von innen heraus,
am inneren Menschen in unseren Glauben an Gott.
Das ist ein seltsamer Ausdruck:
Der innere Mensch.
Es gibt wohl auch einen äußeren Menschen:
Das Gesicht, das wir den anderen zeigen, wie wir gesehen werden und gesehen werden wollen.
Ein Stück Fassade, manchmal
vielleicht notwendige Fassade, aber oft auch eine vorgespielte Fassade, manche sagen auch Masken,
die oft unter Schmerzen nur aufrechterhalten werden kann.
Wir wollen ja nicht jeden in unser Herz blicken lassen.
Denn oft genug ist dieses eine Mördergrube.
Ein Stück Fassade aber auch manchmal vor
uns selbst, die Art, wie wir uns selbst gern sehen möchten.
Da schirmen wir manches in unseren Leben ab, was uns nicht an uns gefällt und was nach unserer Meinung auf keine Fall nach außen dringen soll.
Der innere Mensch hat es nicht immer leicht!
Manchmal meldet er sich.
Mit plötzlicher Traurigkeit vielleicht oder auch mit ganz unvermuteter Freude.
Der innere Mensch, das bin ich, wie Gott mich sieht, so, wie er mich kennt bis ins Innerste meines Herzens.
Ein Mensch abgefallen von Gott und unter der Macht der Sünde, verloren bis in Ewigkeit ohne Gott.
Und da ausgerechnet will er mit seiner Liebe wohnen. Daher kommt alle Liebe, die ich spüre und weitergebe. Dadurch wird der innere Mensch stark.
Liebe ist und bleibt ein Geschenk, nichts,
was wir von uns aus hervorbringen können und nichts , was man kaufen kann.
Alle damit gemachten Versprechungen sind nur kurzzeitige Illusionen..
Man kann Liebe nicht einfach einplanen im Leben
und wie selbstverständlich voraussetzen im sein..
Liebe ist immer etwas Besonders, das den Alltag durchbricht.
Wir können sie nicht einplanen, aber wir können darum bitten, dass die Liebe Gottes im Glauben auch zu uns kommt und uns erfüllt.
Indem wir Gott in unser Leben lassen und von ihn dieses bestimmen lassen.
Dann können wir erfahren, dass Gott wirklich viel mehr tun kann, als wir bitten oder verstehen.

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3.Sonntag in der Passionszeit Okuli

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten — Jens am 07.03.2010 gg. 09:06

3.Sonntag in der Passionszeit Okuli
Predigtgottesdienst in Guttau
Eph 5,1-8a

„Kunst kommt von Können“ so lautet ein oft gebrauchter Satz im Volksmund.
Das war mein erster Gedanke nach den ersten Lesen .
Ich wurde gleich an die Jagd im Walde erinnert.
Zwei Dinge sind dort ganz wichtig.
Die Erfahrung im Umgang mit der Natur und den Tieren und das entsprechende Licht, meist Büchsenlicht in der Jägersprache genannt..
Erfahrung und Licht, beide Inhalte kommen in unseren heutigen Predigttext als Hilfestellung für den Glaubensweg vor.
Wer etwas wirklich mit seinen Leben erreichen will, der muss allerhand beachten, sei es auf der Jagd im Walde oder in seinen gesamten Lebensweg als Gläubiger.
Und darum geht es den Schreiber in unserem Predigttext.
Dieser sieht sich zwar auf den ersten Blick wie eine scheinbares altes Relikt mit verstaubten Inhalt aus vergangener Zeiten an.
Aber dieser erste Eindruck täuscht und die Empfänger dieses Textes haben da wahrscheinlich ganz andere Dinge in ihren Umfeld gehört und erlebt.
Denn bei genauerem Hinsehen stellen wir fest, dass hier um die Kunst, als Christ und Gläubiger in dieser Welt zu leben geht.
Und das in einer Art und Weise, die heute nicht weniger aktuell und wichtig ist als vor rund 2000 Jahren, als der Epheserbrief geschrieben wurde.
I.
Es geht hier um die Kunst als Christen, oder als „Kinder des Lichts“, wie es in unserem Text heißt, in dieser uns umgebenden Welt zu leben.
Und jede Kunst hat ihre Regeln und braucht ihre Regeln im Umgang . Denken wir nur einmal an die Heilkunst der Ärzte – was wäre die ohne Regeln.
Aber auch andere wichtigen Dinge im Leben bestehen aus Regeln, mit denen sie sich in ihren Handeln leiten lassen. Doch gibt es sie auch und braucht es auch Regeln für die Kunst, als Christ in der Gemeinde Gottes zu leben.
Und wenn hier in unserem Predigttext eindringlich vor „Unzucht, Habsucht, dummem Geschwätz, leeren Worten“ und anderem mehr gewarnt wird, dann könnte man das alles auf die einfache Regel im Leben bringen:
„Hütet Euch vor Schmutz und Schund dieser uns umgebenden Welt!“
Der Zielsatz des Predigttext verlangt, dass man sich von diesen genannten Dingen im Leben fern hält.
Das ist eine erste Regel für die Kunst, als Christ in dieser Welt zu leben.
Und es ist in der Tat eine Kunst, dem ganzen Schmutz und Schund in dieser vor Gott gefallenen sündigen Welt zu entkommen, die an vielen Orten in vielen Dingen auf uns wartet und einwirkt.
Ein Beispiel ist das heutige digitale Fernsehen mit seiner Vielfalt der unterschiedlichsten Programme und den verschiedensten Inhalten. Ich weiß auch, dass das Fernsehen auch seine guten Seiten hat, denken wir an Bibel-TV und die damit einhergehende Ausstrahlung.
Es liefert uns jeden Tag Nachrichten und Informationn.
Aber es liefert eben auch jede Menge Schmutz und Schund, die einen dort beim Zappen der Programme begegnen.
In verschiedenen Gewinnspielen kann man Habsucht und Gier nach Geld von Menschen live miterleben.
In Talkshows legen Menschen ihr ganzes Leben bis in alle Einzelheiten vor den Publikum offen – nach dem Motto: je ausgefallener, je scheinbar unglaubwürdiger desto besser sind die Chancen sich dort darstellen zu dürfen.
Und dann dazu noch: Dummes Geschwätz und leere Worte am laufenden Band und ohne Ende.
Obwohl vieles im täglichen Fernsehen nichts weiter als Schmutz und Schund ist, üben gerade dieses scheinbare inhaltslose Programm eine eigenartige Anziehungskraft auf Menschen jeden Alters aus.
Die Einschaltquoten der einzelner spezieller Sender zeigen das.
Mit guten, bildenden Sendungen ist im Blick auf die Zuschauerzahlen und damit der zahlenden Werbeindustrie für den eigenen Umsatz recht wenig zu machen.
Aber je mehr Intimitäten über das eigene Leben öffentlich ausgebreitet werden, je mehr Schadenfreude eine Sendung auslöst, desto mehr Menschen schauen zu.
Und wer unter uns schaltet denn ab, wenn da auf dem Bildschirm ein Mensch scheinbar sinnlose Reden über sein Leben erzählt?
Wir wollen ihn immer wieder sehen, diesen Schmutz und Schund aus der gefallenen Welt..
Wir wollen es immer wieder hören, das dumme Geschwätz und die leeren inhaltslosen Worte.
Und so schalten wir ihn dann auch selbstverständlich immer wieder ein, unseren Fernseher.
Denn nur wenige unter uns beherrschen die Kunst - und es ist wirklich eine Kunst! - ohne Schmutz und Schund zu leben und den roten Knopf zu drücken.
Das Problem daran ist, dass unsere ganze Gesellschaft darin zu versinken droht.
Wir leben in einem Zeitalter der Geschwätzigkeit.
Und wo bei uns noch Wichtiges und Wesentliches gesagt wird, da droht dies in der allgemeinen Oberflächlichkeit der Beziehung von Menschen unter zugehen. „Smalltalk“ ist das Zauberwort dazu.
Das gilt auch für unseren Glauben:
Der hat es oft recht schwer anzukommen, gegen den großen Strom der Meinungen und scheinbaren Lebensweisheiten vieler Zeitgenossen um uns herum. Die großen Freiheiten dieser Zeit sind die neuen Umgangsformen und Gesellschaftstrukturen.
Und so sind die Mahnungen unseres Predigttextes heute noch so aktuell wie damals, als er geschrieben wurde.
II.
Als erste Regel für die Kunst, als Christen zu leben, habe ich genannt: „Hütet Euch vor Schmutz und Schund!“
Eine zweite Regel für die Kunst, als Christ zu leben, finden wir gleich im ersten Vers unseres Predigttextes. Da heißt es: „So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.“
Folgt Gottes Beispiel und lebt in der Liebe – so könnte man die zweite Regel für die Kunst, als Christ zu leben, kurz wiedergeben.
Und ich habe auch schon angedeutet, dass einer, der eine Kunst erlernen will, gewisse Regeln erlernen muss. Nur ein Arzt, der die Regeln der Heilkunst kennt, kann nach den Regeln der ärztlichen Kunst praktizieren.
Wer eine Kunst erlernen will, der sollte aber noch ein Zweites tun, der muss auch am Beispiel anderer, am Beispiel von Vorbildern lernen, so wie auch ein angehender Arzt am Beispiel von anderen Ärzten am Krankenbett lernt.
Welche Vorbildern im Leben haben wir denn?
Von welchen Vorbildern, an welchen Beispielen lernt die Jugend?
Unser Predigttext sagt uns, an welchem Beispiel wir lernen sollen.
Er fordert uns auf, am Beispiel Gottes zu lernen, am Beispiel Gottes die Kunst, als Christ zu leben, zu lernen. Ich will hier nur zwei Möglichkeiten nennen, die uns zeigen, was wir am Beispiel Gottes lernen können und sollen .
a)
Am Beispiel Gottes können wir Vergebung lernen. Indem Gott uns unserer Schuld an ihn durch seinen Sohn vergibt oder indem wir einander vergeben, wird wieder in Ordnung gebracht, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist.
Wenn wir einander vergeben, dann ändert das die Vergangenheit.
Denn durch Vergebung können wir aus einer schlechten Vergangenheit eine gute Vergangenheit machen.
Wenn wir mit einem unserer Mitmenschen Streit hatten, dann sind wir oft nachtragend. Nachtragend sein im Leben ist keine Kunst!
Es ist jedoch eine Kunst, sich dann wieder miteinander zu versöhnen und damit aus dem Weg zu räumen, was trennt, sich zu vergeben und wieder zu einem Miteinander im Leben zu finden. Denken wir an Machen Ehestreit.
Und weil das eine Kunst ist, deshalb fällt uns das auch so schwer das Vergeben,
deshalb fällt es uns leichter nachtragend im Leben zu sein.
b)
Gott hat uns versprochen, uns eine gute Zukunft zu schenken.
Er hat uns versprochen, uns auf unserem Lebensweg zu begleiten, uns zu behüten und zu bewahren und für unser Wohl und unser Heil zu sorgen.
Ganz unaufgefordert hat Gott versprochen, für uns da zu sein.
Und auch hier können wir am Beispiel Gottes lernen. Wir können am Beispiel Gottes lernen, anderen etwas zu versprechen, etwas Gutes zu versprechen, ohne dass uns dazu irgend jemand auffordern muss.
Wie aber sollen wir am Beispiel Gottes das Vergeben und das Versprechen lernen?
Wie können wir lernen, Gottes Nachahmer zu werden?
Die Antwort ist einfach:
Durch das Hören auf Gottes Wort in der Predigt im Gottesdienst und in seiner Gemeinde .
Das Hören und Lesen der Heilige Schrift ermöglicht es uns, Gottes Nachahmer zu werden, und seinem Beispiel folgend, zu vergeben und zu versprechen.
Denn die Bibel sagt uns keine leeren Worte, kein dummes Geschwätz, sondern Worte, die uns die Kunst lehren, als Christ zu leben und die Verheißungen Gottes in unseren Leben wahr zu nehmen.
III.
Wer eine Kunst erlernen will der muss erstens gewisse Regeln erlernen und zweitens am Beispiel anderer, am Beispiel von Vorbildern lernen.
Wer eine Kunst erlernen will, der muss aber noch ein Drittes tun, der muss sich auch in der Kunst des Umgangs üben.
Dementsprechend betonen übrigens die Befehlsformen im unseres Predigttextes die Dauerhaftigkeit des geforderten Tuns .
Eine erfahrbare Kunst will geübt sein.
Und das gilt auch für die Kunst, als Christ in dieser Welt zu leben.
Denn die Gefahr für uns Christen ist ja nicht nur, dass wir die Regeln vergessen, die mit unserem Glauben verbunden sind, und dass wir uns an die falschen Vorbilder halten.
Sondern wir stehen auch immer in der Gefahr, aus der Übung zu geraten und den Glauben einschlafen zu lassen.
Und so möchte ich Sie gerne ermuntern, sich ein wenig zu üben - in der Kunst als Christ zu leben.
Versprechen Sie doch einfach dafür zu sorgen, dass er es in in einer Sache besser hat als bisher.
Freilich müssen Sie selbst herausfinden, wie so ein Versprechen für Sie persönlich nun genau aussehen könnte.
Wenn Sie vielleicht recht wenig Zeit für die Familie haben, dann könnten Sie beispielsweise versprechen, für sie bestimmte Zeiten für Gemeinsames freizuhalten.
Üben Sie sich doch einfach einmal ein wenig im Vergeben. Sagen Sie doch dem Nachbarn oder Kollegen, mit dem Sie einen Streit hatten, dass es Ihnen leid tut und das Sie gerne wieder zu einem guten Miteinander finden wollen,
Und üben Sie sich in der Vermeidung von Schmutz und Schund.
Gehen Sie dummem Geschwätz und leeren Worten aus dem Weg und schalten Sie Ihren Fernseher rechtzeitig ab.
Sie werden dann mehr Zeit haben für Ihre Mitmenschen, für die Familie, mehr Zeit für das Wesentliche und für Gott,
für das, was wirklich zählt und bestand hat im Leben ,
mehr Zeit für die Kunst als Christ zu leben - mehr Zeit für Gott.
Passionszeit ist Zeit darüber nachzudenken:
„Wo steh ich in meinen Glauben an Gott“
Dieser Text ist zugleich Frage und Antwort zugleich.
„Wandelt als Kinder des Lichtes“
Amen! Das gesprochen Wort gilt!
.

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1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit)

Abgelegt unter:Allgemein, Predigten, Archiv — Jens am 21.02.2010 gg. 08:06

Predigtgottesdienst in Klix/Halbendorf
1. Sonntag der Passionszeit (Invokavit)

Text: Hebr 4,14 – 16
Christus ist unser Hoher Priester
14 Da wir nun einen großen Hohen Priester haben, der durch den Himmel gegangen ist – Jesus, den Sohn Gottes -, wollen wir an unserem Bekenntnis zu ihm festhalten.
15 Dieser Hohe Priester versteht unsere Schwächen, weil ihm dieselben Versuchungen begegnet sind wie uns, doch er wurde nicht schuldig.
16 Lasst uns deshalb zuversichtlich vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden, die uns helfen wird, wenn wir sie brauchen.

Liebe Gemeinde, vielleicht kennen das mit ihren Lebenserfahrungen von sich selbst.
Sie hören eine Geschichte - und bei einem Satz oder einen Vergleich, der vielleicht für andere Zuhörer und Teilnehmer ganz unbedeutend ist, schweifen ihre Gedanken ab.
Sie kommen über diese einen Sache ins Nachdenken und hören den Rest der Geschichte gar nicht mehr bis zu Ende zu.
Oder sie sehen einen Film im Fernsehen und auf einmal drängen sich vor dem Bildschirm Bilder und Erlebnisse ihres eigenen Lebens.
Es verfolgen sie nicht mehr Film, sondern die Szenen, die sich in ihrem Kopf abspielen erhalten eine neue Lebendigkeit in ihren ganzen Geschehen.
Und manchmal ist das auch während einer Predigt im Gottesdienst so, wenn man dort eine bestimmten Ausdruck hört oder eine Parallele zum Leben zieht.
Das alles ist auch gar nicht schlimm, weil es das beste Zeichen dafür, dass etwas bei den Zuschauern oder Hörern und damit bei einen selbst gut und treffend ankommt und damit für mein Leben und dessen weiteren Verlauf zu mir spricht.

1.
Mir ging es heute so mit den Versen aus Predigttext aus dem Hebräerbrief.
Ich bin an diesem einen Satz daraus sofort hängen geblieben beim ersten Lesen.
„Lasset uns festhalten an den Bekenntnis'’
Meine Gedanken waren, was denn dieses Bekenntnis ist, das wir in diese Aufforderung festhalten sollen als Gläubige, als Gemeinde und als Kirche als ganzes.
Und dazu fiel mir dann in der weiteren Betrachtung doch eine ganze Menge ein:

Persönlich für mich würde ich es so formulieren, wie Martin Luther, unser großer deutscher Reformator
es in seiner Erklärung zu den Glaubensartikeln,
die wir in unseren Gesangbuch zum Teil finden ausgedrückt hat.
Es sind Worte, an die ich mich aus meiner Zeit als Konfirmand im Unterricht erinnert habe:
Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren,
sei mein Herr, der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei…

Viele von uns, besonders die älteren unter uns, könnten dies auch so sagen im Rückblick an ihren Unterricht.
Meine Mutter kann selbst sechzig Jahre später noch bestimmte Passagen auswendig aufsagen, die sie in diesen Unterricht auswendig gelernt hat.
Ein Schatz fürs ganze Lebens, wenn man so will.
Bei den jüngeren Leuten sind diese Worte vielleicht so nicht mehr im Gedächtnis und Erinnerung.
Aber sie könnten die davon ausgehende Botschaft trotzdem unterschreiben.
Aber es liegt nicht alles daran, dass es nun diese Worte sind und dieses umfassende Bekenntnis ist.
Ich will es so ausdrücken:
Wenn alle aus ihrer Konfirmandenzeit und den Unterricht nur das mitnehmen würden:
“Gott liebt mich. Jesus Christus ist für mich gestorben und hat meine Sache mit Gott in Ordnung gebracht und mir das ewige Leben verdient. Darum soll und kann ich jetzt so leben, wie er es mir vorgelebt hat.”
Wenn es nur der einzige Gedanke wäre, es wäre genug für unser ganzes Leben!
Jetzt kommt das Andere, das “aber”…, jetzt kommt der Grund in neuen Bildern, warum mir das so lange zu denken gegeben hat, was wir im Brief an die Hebräer lesen:
Laßt uns festhalten an dem Bekenntnis.
Viele Menschen unserer Tage halten nicht mehr fest am Bekenntnis, wie es uns gegeben worden ist durch unsere Kirchenväter und zu welchen sie sich mit ihren Eintritt in der Kirche bei der Konfirmation bekannt haben
Dieses ist bis heute das Fundament der Kirche.
Für sie zählt es in ihren Leben nicht mehr.
Gott liebt diese Menschen wohl, aber es interessiert sie nicht.
Und Jesus Christus hat ihre Sache von Schuld und Sünde mit Gott ins Reine gebracht,
aber sie nehmen es in ihren Leben nicht für sich in Anspruch, da ihnen die persönliche Gottesbeziehung fehlt.
Und darum leben sie auch ganz und gar nicht so,
wie Gott der Schöpfer es will und uns in seinen Geboten gegeben hat..
Sie kreisen in ihren Leben und Gedanken nur um sich selbst. Schlagwörter wie „Selbstbestimmung“ und „Selbstverwirklichung“ bestimmen es.
Sie schaffen, arbeiten und nehmen alles erdenkliche mit in ihren Leben , was geboten wird, nur für sich ohne es zu hinterfragen. .
Sie lieben weder Gott noch den Nächsten, den Nachbarn und Arbeitskollegen, der neben ihn in Not ist und Hilfe braucht.
Ja, sie lieben im Grunde auch nicht sich selbst, denn Eigensucht und Selbstliebe ist zweierlei.
Und sich selbst lieben kann nur der, der auch Gott und den Mitmenschen liebt.
2.
Aber meine Gedanken gingen noch weiter, viel weiter: Mit diesem Bekenntnis zu Gott und seinem Sohn Jesus Christus fallen auch alle anderen Bekenntnisse dahin: Das Bekenntnis zur Wahrheit zum Beispiel.
Auch das auf die Bibel, wie es bei einen Treueeid oft so leichtfertig ablegen, wenn sie nach der Eidesformel sagen“ So wahr mit Gott helfe,,“

Und das Bekenntnis zu einem Freund oder dem Ehepartner vor Traualtar..
Ich gebe darauf bei denen auch nicht viel,
die das erste, das Bekenntnis zu Gott, oft so leichtfertig aufgeben!
Ich weiß durchaus, was ich damit sage.
Ich will auch erklären, was und warum ich das meine:
Wer den Gott seiner Kindheit und Jugend aufgibt,
wer das Bekenntnis, das er bei der Konfirmation gesprochen hat, abtut, wie ein aufgebrauchtes Gegenstand,
und auch wer im Laufe seines Lebens die Bindung an Gott und das eigene Gewissen für Geld, Macht und Erfolg preisgibt,
der gibt das wichtigste auf, was ein Mensch überhaupt hat und tritt es mit Füßen!
Und es ist nicht anders sein, als dass mit dieser Bindung alles andere, was den Menschen in seinem Herzen bindet und hält, verloren geht.
Solche Menschen haben keine Wurzeln mehr,
sie haben keine Mitte, keinen Halt und Trost in ihren Leben mehr, da der Sinn des Lebens ihnen verloren gegangen ist.
Können sie dem Klassenkameraden, der einmal mit ihnen gemeinsam vorm Altar konfirmiert worden ist
und heute Gott leugnet, ja verflucht, glauben, wenn er sagt, er wäre ihr Freund?
Ich habe dies, weil wir dies gemeinsam getan haben.
Hätten sie nicht die Befürchtung im Herzen:
Wie er Gott weggeworfen hat, so wird er auch mich einmal wegwerfen, wenn ich ihn scheinbar nichts mehr nütze?

Und wenn ihnen ein Anderer fast beschwörend entgegen tritt,
die Wahrheit in einer bestimmten Sache zu sagen,
von dem sie doch wissen, dass er den Glauben an Jesus Christus längst mit dem Geldmammon dieser Welt vertauscht hat,
würden sie da sehr viel auf das geben, was er ihnen schwört?
Warum sollte ihre Wahrheit mehr wert sein, als Christus?
Und umgekehrt: Warum soll einer an der Wahrheit festhalten, die doch nur ein Wort ist, wenn er doch nicht einmal an Jesus festhält, der doch der lebendige Herr und Heiland dieser Welt ist?
Es ist schon so in den Erfahrungen des Lebens:
Wer die oberste, wichtigste, ja heiligste Bindung seines Lebens löst, der hat alle Bindungen gelöst!
Alle Bekenntnisse eines Menschen sind nur glaubhaft, wenn das größte, höchste Bekenntnis wahr ist und bleibt:
“Gott liebt mich. Jesus Christus ist für mich gestorben und hat meine Sache mit Gott in Ordnung gebracht und mir das ewige Leben verdient.
Darum soll und kann ich jetzt so leben, wie er es mir vorgelebt hat.”

3-
Das waren die Gedanken, zu denen mich dieser eine kleine Satz angeregt hat:
Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Zurück bei den Worten aus den Brief an Hebräer war ich dann an dieser Stelle:
…damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Und mir wurde da auf einmal sehr, sehr traurig zumute: Was ist denn, wenn ein Mensch sein Bekenntnis, seinen Glauben und seinen Gott aufgegeben hat?
Wie soll er das denn wiederbekommen?
Wo ist der Punkt, an dem der Mensch, wenn er das erst alles verloren, ja mutwillig verworfen hat, anknüpfen kann, um es wieder zu erhalten?
Gewiss, es geht in einen jeden Leben..
Es geht, weil Gott,d er Schöpfer gnädig ist und weil er uns als seine Kinder liebt.
Aber von uns aus, können wir nichts machen. Menschen, die ein ganzes Leben ohne Gott gelebt haben, die seine Sache verlacht und lächerlich gemacht haben, die gläubige Menschen verspottet und den Glauben verunglimpft haben,
Menschen deren Bekenntnis immer nur das war,
dass man nichts auslassen darf im Leben und dass ein angemessener Preis jeden Gewinn im Leben rechtfertigt und man getrost, wenn es sich lohnt, auch über Leichen gehen kann, solche Menschen haben nur die eine Chance:
Dass Gott ihnen dennoch verzeiht und sie annimmt - und wenn es in der Stunde des Todes wäre.

Mir fällt dazu das Wort ein:
Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt an seiner Seele? -
Ich möchte auf diese gestellte Frage antworten , die dieser Satz stellt:
Es nützt ihm nichts, überhaupt nichts,
denn er kann selbst nichts tun, um seine Seele auszulösen.
Er ist allein angewiesen auf Gottes Erbarmen und seine Gnade, wie wir das unser ganzes Leben schon sind. .

Denn oft ist inzwischen jegliche Beziehung dieser Menschen zu Gott den Schöpfer und Retter dieser Welt kaputtgegangen,
von diesen Menschen selbst zertreten worden in jungen, erfolgreichen Jahren,
in denen vermeintlich alles zum Besten stand und man so stark war und so überlegen und in denen man die, denen die Sache mit den lebendigen Glauben an Gott wichtig war, als fanatische Kirchgänger abgetan hat.
Das Leben geht weiter, man erreicht die Mitte und geht zur Neige.
Wir werden schwächer, hilfsbedürftig,
suchen nach einen festen Halt und einer Antwort auf die Frage nach den Sinn des Lebens , was dann mit uns wird, wenn die Lebensuhr abgelaufen ist.
Schwierig, wenn dann nichts mehr da ist, was unsin dieser oft so trostlosen Welt trägt.
Schrecklich, wenn wir dann den nicht mehr kennen, der unser Gebet hört.
Oft wissen die Menschen dann nicht einmal mehr wie das geht, das Beten und um seine Macht wissen sie schon gar nicht.

Darum noch einmal: die ‘Worte aus unseren Predigtext: Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.
Lasst uns festhalten an Gott, wenn wir ihn gefunden haben in unseren Leben.
Lasst uns den Glauben bewahren als das Wertvollste unseres Lebens.
Und lasst uns auch an und in Gottes Gemeinde, Gottes Kirche bleiben.
Keiner kann allein leben. Keiner kann allein glauben. Wir sind auf einander angewiesen, dass wir uns stützen, helfen und auch mahnen!
Es werden für uns alle Zeiten im Lebenskreis kommen, da muss es sich bewähren, ob wir am Bekenntnis festgehalten haben.
Und es wird uns nichts wichtiges entgangen sein,
wenn wir nur den Trost unseres Glaubens haben,
und wir werden Barmherzigkeit und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
Wenn wir das wissen und glauben - sagen wir es den Mitmenschen um Gottes Willen weiter!
Passio0nszeit ist Zeit des Nachdenkens über unser Leben, nehmen wir uns in Anbetracht der Leiden Christi am Kreuz dafür Zeit.

Amen!
Das gesprochen Wort gilt!

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